Handball: Coach Michael Boy übernimmt bei SF Loxten weitreichende Aufgaben
Volle Kraft voraus in Vollzeit

Versmold-Loxten (WB). Nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch verlangen die unruhigen Zeiten unter dem Corona-Diktat neue Ideen: „Die Sportfreunde Loxten haben erstmals einen hauptamtlichen Mitarbeiter”, stellt Vorsitzender Andy Evers Michael Boy in seiner neuen Rolle vor. Der 39-Jährige Handballfachmann ist nicht nur seit Mai Cheftrainer des Oberliga-Vizemeisters, sondern seit 1. Juli als Vollzeitkraft auch organisatorisch in Sachen Mitglieder- und Sponsorenbindung, Jugendförderung, Vermarktung und mit weiteren kaufmännischen Schwerpunkten für den Verein am Ball.

Donnerstag, 16.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 05:04 Uhr
Handball aus Leidenschaft: Vorsitzender Andy Evers (links) und der neue leitende Angestellte Michael Boy wollen dieses Motto mit der Mannschaft und vielen Helfern bei SF Loxten in eine hoffentlich erfolgreiche Saison umsetzen. Foto: Gunnar Feicht
Handball aus Leidenschaft: Vorsitzender Andy Evers (links) und der neue leitende Angestellte Michael Boy wollen dieses Motto mit der Mannschaft und vielen Helfern bei SF Loxten in eine hoffentlich erfolgreiche Saison umsetzen. Foto: Gunnar Feicht

„Wir haben uns in der Oberliga-Spitzengruppe etabliert und wollen uns noch professioneller aufstellen. Davon soll aber der gesamte Verein profitieren und dabei spielt Michael eine zentrale Rolle”, sagt Evers. Die Unterstützung von treuen Sponsoren und der Klaus-Peter-Reinert-Stiftung macht es möglich, die neue Stelle zu finanzieren. „Das heißt nicht, dass wir uns einen hauptamtlichen Trainer leisten, sondern dieser Bereich umfasst nur ein Viertel des gesamten Aufgabenprofils”, erläutert Evers.

Bereits im Juni konnte Michael Boy in Gesprächen mit alten und neuen SFL-Gönnern in seine neue Rolle hineinwachsen. Und er hat aus Evers’ Sicht großen Anteil daran, dass die Sportfreunde die Einnahmeausfälle wegen abgesagter Heimspiele infolge des Saisonabbruchs besser verkraften als viele andere Vereine: „Michael hat schon einiges bewegt. Wir haben durch die intensiven Bemühungen sicher 10 bis 15 neue Sponsoren hinzugewonnen. Auf der Gegenseite haben trotz der Corona-Krise nur zwei bisherige angekündigt, zunächst für eine Saison zu pausieren, und zwei, drei haben ihre Zuwendungen gekürzt”, berichtet der Vorsitzende.

Deshalb sind die Frösche zuversichtlich, die seit Mitte März ausgebliebenen Zuschauereinnahmen auffangen zu können: „Mit den ausgefallenen Spielen fehlt uns ja ein mittlerer fünfstelliger Betrag.” Und die neue Saison beginnt erst Anfang Oktober: Bis zur Weihnachtspause klingelt in eigener Halle nur noch bei fünf Heimspielen die Kasse. Evers: „Deshalb sind wir unseren Mitgliedern, den treuen Zuschauern und Dauerkarten-Inhabern auch besonders dankbar, dass keiner Geld zurückgefordert hat.”

Wie viele zahlende Zuschauer bei Serienbeginn zugelassen werden, weiß bisher niemand, auch wenn in dieser Woche vorerst die Zahl der erlaubten Besucher bei Sportveranstaltungen von 100 auf 300 erhöht wurde. „Wir sind im engen Austausch mit der Stadt, was ein Hygienekonzept angeht. Wie wir den Ticketverkauf dann tatsächlich gestalten, das wird noch viele Überlegungen erfordern. In den vergangenen Jahren hatten wir allein jeweils rund 200 Dauerkarten-Käufer”, sagt Andy Evers mit Blick auf die Ungewissheiten in Sachen Corona.

Bei SF Loxten ist jedenfalls einiges in Bewegung. Michael Boy soll Angebote an Schulen und Kindergärten und Feriencamps organisieren, damit auch die Jugendspielgemeinschaft mit Hesselteich profitiert. Arbeitsgruppen entwickeln in verschiedenen Bereichen neue Ideen – vom Newsletter für Sponsoren bis zum Online-Fanshop. Ende September soll eine 5,50 Mal 3 Meter große Videowand in der Halle ihren Platz finden. Auf der kann Sponsorenwerbung in TV-Qualität präsentiert werden, auch Public Viewing-Veranstaltungen sind möglich. Der Balanceakt am Rand der Semi-Professionalität soll mit Augenmaß gelingen.

Michael Boy ist auch sportlich in Loxten längst angekommen: „Wir haben in Sachen Athletik wegen der Verletzungsvorbeugung ganz behutsam aufgebaut, schließlich waren die Jungs seit Mitte März raus aus dem Mannschaftstraining. Aber es ist eine Riesen-Leistungsbereitschaft da, ein jeder brennt.” Mit einem Shuttle-Run-Test zur Leistungsdiagnostik endete am 9. Juli die erste Team-Trainingsphase, am 11. August geht es in die unmittelbare Saisonvorbereitung. An deren Anfang liegt ab dem 13. August ein viertägiges Trainingslager in St. Peter-Ording.

Boy hofft, dass dann auch Philipp Harnacke kurz vor der Rückkehr ins volle Mannschaftstraining steht: „Bisher ist der Aufbau nach seinem Kreuzbandriss sehr gut verlaufen”, sagt der Coach. In die Trainingspause hat er seine Schützlinge mit einer 20-Tage-Challenge geschickt: Täglich müssen sie 100 Liegestütze, 100 Situps und 50 Burpees nachweisen und ein vorgegebenes Laufprogramm absolvieren.

SF Loxtens geplanter Fahrplan bis Mitte Februar

In der Pause des Mannschaftstrainings vom 10. Juli bis 10. August halten sich die Spieler mit individuellem Athletik- und Lauftraining fit. Vom 13. bis 16. August steht ein Trainingslager in St. Peter-Ording an. Dann folgen laut Plan diese Testspiele: Sa., 29.08., TuS Brockhagen (H); Mi., 02.09, LIT 1912 in Nordhemmern (A); Sa., 05.09., CVJM Rödinghausen (A); Mi., 09.09., eine besondere Trainingseinheit mit Rollstuhlbasketball-Bundesligist BBC Münsterland; Sa., 12. 09., ASV Hamm II (A); Di., 15. 9., TuS 97 Bi.-Jöllenbeck (H); Do., 17.09., Ahlener SG (H); Sa., 19.09., TuS Brake (H); Sa., 26.09., Saisoneröffnung mit dem Fröschetag.

SF Loxtens Spielplan für die Oberliga-Vorrunde: TuS Ferndorf II (H) Sa., 03.10., 18 Uhr; HSC Haltern-Sythen (A) 10./11.10.; TuRa Bergkamen (H) Sa., 24. 10., 18 Uhr; HTV Hemer (A) 31.10./01.11.; Schalke 04 (H) Sa., 07.11., 18 Uhr; Soester TV (H) Sa., 14.11., 18 Uhr; TuS Bommern (A) 28./29.11.; Ferndorf II (A) 05./06.12.; Haltern (H) Sa., 12.12., 18 Uhr; Bergkamen (A) 16./17. 01.; Hemer (H) Sa., 23.01., 18 Uhr; Schalke 04 (A) 30./31. 01.; Soest (A) 06./07.02.; Bommern (H) Sa., 20.02., 18 Uhr.

Die Zielsetzung: „Wir hätten den Aufstieg gerne mitgenommen, wenn es gereicht hätte. Aber wir können auch mit der Oberliga gut leben und haben weiterhin keinen Druck.“ Andy Evers und Michael Boy wehren sich gegen einen „Zwang“ zum Aufstieg. Ziel sei es, mit möglichst wenig Minuspunkten in der vermeintlich leichteren Oberliga-Gruppe 2 die Meisterrunde zu erreichen. Wo es – dann hoffentlich ohne Zuschauerzahl-Beschränkung – endlich zu OWL-Derbys kommt, die bis Februar zunächst fehlen werden. „Ich rechne wieder mit TSG Bielefeld, aber auch Soest und Gladbeck werden stark sein“, so Boys (Mit-)Favoritentipp.

 

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