Jugendfußball: Paul Huxohl und Malte Mönnig führten Rödinghausens U15 in die Regionalliga
Die Mischung macht’s

Werther/Rödinghausen (WB). Mit jeweils 25 Jahren sind Paul Huxohl und Malte Mönnig eigentlich im besten Fußballalter. Doch obwohl sie den Sport lieben, hängen die Schuhe der beiden Wertheraner schon lange am imaginären Nagel. Denn als Trainerduo haben die beiden schon im vergangenen Jahr den Sprung zum SV Rödinghausen geschafft.

Freitag, 24.07.2020, 09:09 Uhr
Paul Huxohl (mittlere Reihe, links) und Malte Mönnig (mittlere Reihe rechts) führten Rödinghausens U15 in die Regionalliga. Foto: SV Rödinghausen
Paul Huxohl (mittlere Reihe, links) und Malte Mönnig (mittlere Reihe rechts) führten Rödinghausens U15 in die Regionalliga. Foto: SV Rödinghausen

Den Anfang nahm alles beim SV Häger. Dort kickten beide in der Kreisliga und übernahmen parallel noch eine Jugendmannschaft: „Die Vereine suchen ja immer engagierte Jugendtrainer, die optimalerweise schon im eigenen Verein spielen“, erklärt Huxohl. Zwei Jahre trainierten die beiden dort die D-Jugend in der Kreisliga B. „Am Anfang war das für uns auch viel Lernen und viel Bemühen. Richtig explizit strukturiertes Training war das noch nicht“, müssen beide gestehen. Dennoch entwickelten die beiden schnell „mega Spaß“ am Trainerdasein – und damit erste Ambitionen.

Aus Häger zunächst nach Wellensiek

Über Aykut Akdinel (aktuell Trainer von A-Liga Aufsteiger SV Gadderbaum) kam der Kontakt zum VfR Wellensiek zustande. „Aykut war zu der Zeit dort U17 Trainer und ich habe mit ihm in meinem freiwilligen sozialen Jahr zusammengearbeitet“, erklärt Malte Mönnig. So kam es, dass das Duo die U13 des VfR übernahm. „Die U13 war damals in der A-Liga und eine kleine Baustelle. Aber für uns natürlich trotzdem eine tolle Entwicklung. Und auch schon ein kleiner Kulturschock“, blickt Paul Huxohl zurück. Denn plötzlich kam auf die beiden strukturelle Kaderplanung und andere Aspekte neu hinzu. „In Häger wären wir nie auf die Idee gekommen, Spieler zu verpflichten. Da wäre ja niemand gekommen. Das war jetzt ganz anders, plötzlich hatten wir sogar die Auswahl“, erinnert sich Malte.

Drei Jahre trainierten die beiden die VfR-Jugend. Zunächst die U13, dann die U15 in der Bezirksliga. Schon damals vielen die Nachwuchstrainer Daniel Lichtsinn (Jugendkoordinator in Rödinghausen) erstmals auf. „Man hat gesehen, dass beide eine Spielidee hatten und die Zusammenarbeit wirkte sehr homogen.“ Doch nach drei Jahren am Rottmannshof ging es für Huxohl und Mönnig (noch) nicht zum SVR, sondern zum DSC Arminia Bielefeld.

„Die beiden haben das Team schnell zusammengeschweißt“

Paul wurde Co-Trainer in der U13, Malte in der U16. „Eine tolle Erfahrung“, wie beide unisono bestätigen. So erzählt Paul von Siegen gegen den BVB oder einem Spiel im Schatten des Schalker Parkstadions. „Das sind natürlich tolle Erinnerungen“. Doch das Co-Trainer Dasein füllte beide nicht in Gänze aus. Die Gelegenheit für Daniel Lichtsinn, die beiden nach Rödinghausen zu holen.

Wiedervereint übernahm das Duo die U15 des SVR in der Westfalenliga. Und führte den Aufsteiger auf einen starken sechsten Platz, der kurioserweise durch den Corona-Abbruch und die Quotientenregelung sogar zum Aufstieg in die Regionalliga reichte. „Dabei gab es im Kader größere Veränderungen, doch die beiden haben das Team schnell zusammengeschweißt“, erklärt Lichtsinn.

Doch warum funktionieren die beiden so gut zusammen? „Wir ergänzen uns einfach sehr gut. Ich bin sehr kommunikativ, sehe meine Stärken eher in Mannschaftsführung und Motivation. Malte sichtet bestimmt 25 Stunden Videos pro Woche und analysiert die bis ins letzte Detail. Das könnte ich so nie“, erklärt Paul. Selbst seine Bachelorarbeit hat Malte über das Trainerdasein geschrieben. Bei so einem Aufwand hat man dann auch schlicht keine Zeit mehr für die eigene Fußballlaufbahn: „Studium, dreimal die Woche Training, Spiele am Wochenende, Trainingspläne erstellen und so weiter. Da passt eigenes Training einfach nicht mehr in den Zeitplan.“ Zumindest Paul versuchte den Spagat noch bis vor einem Jahr und stieg mit Pödinghausen in die A-Liga auf. „Aber schon da hatte ich kaum Zeit fürs Training.“

Ab Sommer getrennte Wege

Nun liegt der Fokus nur noch auf der Trainerarbeit. Ab diesem Sommer gehen beide zum zweiten Mal getrennte Wege, aber erstmals als Cheftrainer. „Wir haben als Duo unglaublich gut funktioniert. Aber es gehört eben auch zur Weiterentwicklung, dass man auch mal die Hauptverantwortung trägt. Wir waren ja immer gleichberechtigt“, erklärt Malte.

Er ist nun Trainer der U16 in der Bezirksliga, B-Lizenzinhaber Paul hat die U14 in der Landesliga übernommen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Konstellation. Und sich von dem jeweils anderen auch mal zu lösen, ist für beide der nächste, logische Schritt“, findet auch Lichtsinn. Doch auch wenn sich beide nun auf der Trainerbank trennen, im Leben neben dem Platz bleiben die beiden dicken Freunde.

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