Fußball-Kreisliga: GSV Cosmos demonstriert gegen die ungeliebte sportliche Heimat „Kupferhammer“. Nun befürchtet Oesterweg den nächsten Spielausfall.
Fair Play? Boykott trifft unbeteiligten BVW

Werther (WB). Nach knapp sechs Monaten ohne Pflichtspiel sind am vergangenen Sonntag die Amateurfußballer in die Saison 2020/21 gestartet. Zwar sind im Vorfeld zwei Begegnungen aufgrund von Corona-Verdachtsfällen abgesetzt worden. Doch die A-Liga-Partie BV Werther gegen GSV Cosmos sollte wie geplant um 17 Uhr angepfiffen werden.

Dienstag, 08.09.2020, 23:59 Uhr
Gut in Tritt: Der doppelte Torschütze Fabian Hübner und SG Oesterweg sind mit einem 3:1 gegen TuS Eintracht gestartet. Steht das Team Sonntag alleine auf dem Platz, weil Cosmos erneut nicht antritt? Foto: Jens Horstmann
Gut in Tritt: Der doppelte Torschütze Fabian Hübner und SG Oesterweg sind mit einem 3:1 gegen TuS Eintracht gestartet. Steht das Team Sonntag alleine auf dem Platz, weil Cosmos erneut nicht antritt? Foto: Jens Horstmann

Heimmannschaft und Schiedsrichter waren auch vor Ort. Nur vom Gast fehlte jede Spur. Auch von den Verantwortlichen war niemand zu erreichen. „Irgendwann kam dann die Gewissheit, dass wir nicht spielen“, berichtete BV-Coach Najib Parwez. Vor allem enttäuscht sei er gewesen, ebenso wie die Mannschaft: „Alle hatten sich riesig gefreut, dass es endlich wieder losgeht.“

Offenbar wollten die Gäste mit der Aktion ein Zeichen setzen. Seit rund einem Jahr ist Cosmos auf dem berüchtigten wetteranfälligen Bielefelder Kupferhammer beheimatet. Der Verein empfindet diese Konstellation als unzumutbar und hat diesen Umstand schon mehrfach kundgetan. „Ich habe ja Verständnis, wenn Cosmos mit der Situation unzufrieden ist. Aber ich hätte mir von meinem Trainerkollegen zumindest eine Nachricht erhofft. Wir können ja schließlich nichts dafür“, so Parwez. Ähnlich sieht es auch Staffelleiter Patrick Hartmann: „Es ist das gute Recht von Cosmos, zur Partie nicht anzutreten, um gegen die Stadt Bielefeld oder den Fußballkreis zu demonstrieren. Das kann Cosmos auch niemand nehmen. Aber Gegner und Schiedsrichter sollte man schon vorher informieren.“

So wird die Partie jetzt mit 2:0 für den BVW gewertet. Außerdem wird der Nichtantritt mit 100 Euro Ordnungsgeld geahndet. Bei drei Nichtantritten in einer Saison wäre Cosmos automatisch erster Absteiger. Noch vor rund zwei Jahren hatte Cosmos eine Partie beim FC Türksport Bielefeld boykottiert – mit der Begründung ein Zeichen für Fair Play setzen zu wollen. Die Aktion stand damals schon in der Kritik und erscheint in der aktuellen Situation in einem neuen Licht. So ein Verhalten wie am Sonntag ist sicher nicht im Sinne des Fair-Play-Gedankens.

Auch beim kommenden Gegner der Bielefelder sorgt der Vorfall für Stirnrunzeln: „Ich sehe uns am Sonntag schon alleine am Kupferhammer stehen“, so die Sorge von SG Oesterwegs Trainer Björn Mittendorf. Zumal der Coach sein Team nach dem 3:1-Sieg gegen TuS Eintracht Bielefeld im Rhythmus halten will. „Wir haben am sechsten Spieltag auch schon spielfrei. Wenn ich sicher wüsste, dass Cosmos erneut nicht antreten möchte, dann könnte ich wenigstens ein Testspiel vereinbaren.“ Denn nach dem Sieg am ersten Spieltag hat die SG Blut geleckt. „Ich kann den Dreier noch nicht so richtig einschätzen. Eintracht hat nie aufgesteckt und uns richtig gefordert. Auf der anderen Seite haben wir fast keine Torchance zugelassen und den Gegner vorne immer beschäftigt.“ Wie und vor allem ob die SG auch am kommenden Sonntag gefordert wird, steht noch nicht fest.

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