Fußball: Guido Nowak ist einer der dienstältesten Trainer im Altkreis Halle
Für ihn zählt nur der BVW!

Werther (WB) -

Mit 15 Jahren hat Guido Nowak zum ersten Mal eine Jugendmannschaft beim BV Werther trainiert. Bis heute ist es für den Erzieher eine Herzensangelegenheit, vor allem den Jüngsten den Spaß am deutschen Volkssport Nummer eins zu vermitteln. Ans Aufhören denkt der 51-Jährige nicht.

Montag, 04.01.2021, 12:01 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 12:06 Uhr
BV Werthers Mini-Kicker hören im Sommer 2020 auf Nowaks Anweisungen vor dem Spiel, das er selbst pfeift.
BV Werthers Mini-Kicker hören im Sommer 2020 auf Nowaks Anweisungen vor dem Spiel, das er selbst pfeift. Foto: privat

Er ist einer der dienstältesten Fußballtrainer im Altkreis Halle und verschwendet ans Aufhören überhaupt keinen Gedanken: Guido Nowak vom BV Werther. Der 51-jährige Erzieher hat mit 15 Jahren zum ersten Mal eine Jugendmannschaft trainiert und ist bis heute dabei geblieben.

„Helmut Wessel hat mich 1984 gebeten, ihn als Co-Trainer bei den Mini-Kickern zu unterstützen. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich bis heute jedes Jahr mindestens eine Mannschaft trainiere“, sagt Guido Nowak. Derzeit hat er die Verantwortung für gleich drei Teams: die Bambini, die Mini-Kicker und die F-Junioren. Bei letzteren hilft ihm Co-Trainer Max Glockner.

„Ich habe im Laufe der Zeit alle Altersklassen trainiert und bin ab und an auch eingesprungen, wenn eine Mannschaft mit einem Coach nicht zurecht gekommen ist oder jemand kurzfristig keine Zeit mehr hatte. Nur die A-Junioren habe ich noch nie betreut. Das hat sich bislang noch nicht ergeben“, erzählt Nowak. Denn auch bei den Senioren hat er alle Teams durch – von der dritten über die zweite bis zur ersten Herrentruppe sowie der zweiten Damenmannschaft.

Ein Jahr vierte Mannschaft

Daneben blieb sogar noch Zeit eine vierte Mannschaft ins Leben zu rufen. „Das muss um die Jahrtausendwende gewesen sein. Mit einigen Freunden, die noch nicht in der Altliga kicken wollten oder durften, haben wir die Truppe gegründet. Zum Saisonende haben einige von uns geholfen, unsere Zweite vor dem Abstieg zu bewahren und so haben wir uns nach einem Jahr leider wieder aufgelöst. Aber das hat allen viel Spaß gemacht“, sagt Guido Nowak.

Der 51-Jährige hat selbst mit acht Jahren angefangen zu kicken. Sein Leben lang ausschließlich beim BV Werther. „Es hat zwischendurch auch Anfragen von höher spielenden Vereinen gegeben, aber ich bin eher der Kumpeltyp und so beim BV hängen geblieben. Es wäre vielleicht eine schöne Erfahrung gewesen, auch mal woanders zu spielen, aber ich bereue nichts“, sagt Nowak. Und so ging es als Spieler für ihn nie über die Kreisliga A hinaus. „Unter Trainer Dieter Strothenke haben wir den Aufstieg in die Bezirksliga vor zig Jahren hinter dem TuS Jöllenbeck knapp verpasst“, erinnert sich Nowak, dessen Herz in der Fußball-Bundesliga für den 1. FC Köln schlägt.

„Wenn ich bei Partien unserer ersten Herrenmannschaft zusehe, geht mir das Herz auf, weil ich viele von ihnen bereits in jungen Jahren betreut habe. Es freut mich, dass sie den Spaß beibehalten haben und sich mit dem Verein identifizieren. Und so werde ich auch weiterhin versuchen, für entsprechenden Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu sorgen“, sagt Nowak. Der Zulauf sei vor der Corona-Pause gut gewesen. Das wird bei den Jüngsten nicht nur daran liegen, dass Nowak nach jedem Training Gummibärchen verteilt. “Das ist zu einem Ritual geworden, auf das sich die Kinder immer sehr freuen.“

Nowaks Fußball-Begeisterung macht auch vor seinem beruflichen Umfeld nicht halt. Seit einigen Jahren arbeitet Nowak als Erzieher in der Heilige-Familie-Kita im Gütersloher Ortsteil Blankenhagen. „Ich fand es sehr schade, dass es dort einen Sportplatz gibt, aber keinen Fußballverein“, sagt Nowak. Und so hat er vor drei Jahren ein Fußball-Projekt ins Leben gerufen. „Ich habe mich um Zeiten auf dem Sportplatz bemüht, Bälle vom BV mitgebracht und nach der Arbeit mit einigen Kindern aus der Kita dort gespielt. Das hat sich herum gesprochen, sodass nach kurzer Zeit auch andere Kinder dazu kamen. Da war ich dann Erzieher und Trainer in einem“, so Nowak.

„Ich spiele zwar selbst nicht mehr, aber die Trainertätigkeit hält mich fit und jung. Wenn ich bei den Bambini und Minikickern mitmache, um schon mal die Richtung vorzugeben oder bei den F-Junioren als Anspielstation fungiere, reicht das völlig aus“, sagt Nowak. Werthers Trainer fügt an: „So lange ich laufen kann, werde ich trainieren. Die Kinder- und Jugendarbeit ist für mich einfach eine Herzensangelegenheit. Jedes Training ist wie eine kleine Wundertüte. Da lassen mich Aktionen auf dem Weg nach Hause häufig noch lachen.“

„Die Corona-Pause ist bitter. Die Kleinsten toben ja trotzdem gerne von selbst draußen herum. Von Zeit zu Zeit bekomme ich sogar Videos davon zugeschickt. Aber bei den älteren Jugendlichen befürchte ich, dass die Motivation nicht so groß ist, selbst laufen zu gehen. Da wird wohl mancher mit Übergewicht wieder einsteigen“, sagt Nowak.

„Mein Patenkind und Neffe macht mich stolz“, sagt Guido Nowak. Nico Bartling (25) ist Sohn des Wertheraner Fußballabteilungsleiter der Männer, Andreas Bartling, und spielt beim Oberliga-Tabellenführer FC Gütersloh im Mittelfeld. „Der hat unter mir mit zweieinhalb Jahren das erste Mal an die Kugel getreten“, erinnert sich Nowak und drückt bei den Heimspielen im Gütersloher Heidewaldstadion auf der Tribüne die Daumen.

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