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Mi., 03.09.2014

Handball-Oberliga: Verpflichtung von »Torwart-Dino« Lütt soll Jöllenbeck Sicherheit geben  Der »Helfer in der Not« 

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Für den Paukenschlag während einer ansonsten eher geräuschlosen Vorbereitung sorgte Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck eine Woche vor dem Serienstart: Der ehemalige Nationaltorwart Jörg-Uwe Lütt soll den Jürmkern Stabilität und Sicherheit verleihen.

 »Mit seiner Erfahrung wird er uns bestimmt weiterhelfen. Wenn da ein Lütt im Tor steht, macht das schon Eindruck auf die gegnerischen Schützen«, meint Walter Schubert. Der Jöllenbecker Trainer muss es wissen, schließlich spielte Schubert in den 80er-Jahren gemeinsam mit Lütt in der deutschen Nationalmannschaft und bei TuRU Düsseldorf. Das ist allerdings fast 30 Jahre her, und darum hat sich der mittlerweile 50-jährige »Torwart-Dino« Lütt schon etwas gewundert, als die Anfrage aus Bielefeld kam. »Erst hatte ich abgelehnt, aber da Walter Schubert ein alter Weggefährte von mir ist und Bielefeld dringend einen Torwart gesucht hat, habe ich schließlich zugesagt. Ich sehe mich als Helfer in der Not«, gibt Jörg-Uwe Lütt, der insgesamt 450 Bundesligaeinsätze vorweisen kann, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT bekannt.

Übergangslösung

Der Kontakt wurde über Jöllenbecks Sportlichen Leiter Achim Frensing (»Lütti ist ein echter Typ«) zu Jürgen Bätjer hergestellt. Bätjer trainiert den Drittligisten TS Großburgwedel, wo Lütt seit dieser Saison als Co- und Torwarttrainer beschäftigt ist. Bis zum Sommer wurde der 2,02-Meter-Hüne noch als Torwart im Kader von Großburgwedel geführt. Dann hatte er seine aktive Karriere eigentlich als beendet erklärt. Bis die Anfrage aus Jöllenbeck kam. »Ich freue mich, wenn ich meine Erfahrung weitergeben kann. Für mich ist das eine Hilfsaktion auf Zeit. Ich werde auch keine Ansprüche stellen«, versichert Lütt, der sich trotz seiner 50 Jahre körperlich fit fühlt.

Walter Schubert hofft, dass die Präsenz des gebürtigen Kielers seiner Mannschaft »Sicherheit gibt«. Zugleich ist auch Schubert bewusst, dass die Vereinbarung mit Lütt, die bis Weihnachten terminiert ist, nur eine »Aushilfe«, eine »Übergangslösung« sein kann. »Wir suchen weiter nach einem zweiten Torhüter, der uns dauerhaft zur Verfügung steht.« Der Rückzieher von Keeper Kai »Birne« Bierbaum, der sich künftig voll auf seinen Trainerjob bei den Drittligafrauen des TSV Hahlen konzentrieren will, sei für den TuS 97 völlig überraschend gekommen. »Eigentlich hatte Birne ja schon bei uns zugesagt.« Bierbaums Spielerpass bleibt auch erst noch in Jöllenbeck.

 Da »Nachfolger« Jörg-Uwe Lütt nur zu den Oberliga-Spielen anreist, wird er seine neuen Kollegen am Samstag beim ersten Meisterschaftsspiel in Gevelsberg zum ersten Mal treffen. »Ich freue mich auf die Jungs und die neue Aufgabe. Es macht immer noch Spaß.« Schubert sieht in Lütt, der in den 80er-Jahren insgesamt 18 Länderspiele bestritt und mit dem VfL Hameln 1994 deutscher Vizemeister wurde, in erster Linie einen »Backup« für den jungen David Weinholz. »Dass Lütti nicht mit uns trainieren kann, ist natürlich nicht optimal. David wird auch im Tor anfangen. Er soll in erster Linie von Lütts Erfahrung profitieren.«

Vorsichtige Saison-Prognose

 Mit einer Saison-Prognose halten sich die Jöllenbecker, die in der Vorsaison Platz fünf belegten, bewusst zurück. »Wir wollen versuchen, wieder unter die Top 5 zu kommen, aber das wird schwer genug«, unkt Walter Schubert. Die Vorbereitung sei »nicht optimal« verlaufen – drei Testspiele mussten ausfallen, weil die Gegner kurzfristig abgesagt hatten. »Unser Plus muss die Eingespieltheit sein«, sagt der Trainer, der allerdings auch mit einigen personellen Problemen zu kämpfen hat. Allrounder Christian Hoff fällt verletzungsbedingt noch einige Wochen aus. Thorben Schneider ist ebenfalls angeschlagen. Außerdem gilt es, den aus der zweiten Mannschaft aufgerückten Fabian Poppe als neuen Abwehrchef und Nachfolger von Tim Grothaus zu installieren. Schubert: »Das wird schon immer besser, braucht aber noch etwas Zeit.«

 Gespannt blickt der TuS 97-Coach auf das »schwierige Auftakt-Programm«, das mit Gevelsberg, Ahlen, Nordhemmern und Menden gleich einige Hochkaräter bereit hält. »Da wird sich schon zeigen, wo wir stehen. Der Start ist verdammt wichtig.« Als Ligafavoriten nennt Schubert Ahlen, Nordhemmern, Menden »und vielleicht auch Altenhagen«. Insgesamt sei die Liga noch stärker einzuschätzen als im Vorjahr.

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