3. Tischtennis-Bundesliga: SV Brackwede erwartet den Topfavoriten TTC Ober-Erlenbach 
Ein Duell für Feinschmecker 

Bielefeld (WB). Beim TTC Ober-Erlenbach sprechen sie von einem »hochbrisanten Auswärtsspiel«. Das Vokabular ist wohl deshalb so drastisch gewählt, weil der Top-Meisterschaftsapirant in der Vorsaison zu gemeinsamen Zweitligazeiten bei der SV Brackwede mit 4:2 geführt hatte – um noch mit 4:6 zu verlieren. Was am Ende in den Abstieg gifelte.

Freitag, 31.10.2014, 04:11 Uhr aktualisiert: 31.10.2014, 10:10 Uhr
3. Tischtennis-Bundesliga: SV Brackwede erwartet den Topfavoriten TTC Ober-Erlenbach  : Ein Duell für Feinschmecker 
Die Brackweder Stefan Höppner (links) und Frantisek Placek schafften es schon in der Vorsaison, Ober-Erlenbach zu bezwingen. Das für Sonntag angestrebte Unentschieden gegen den stark besetzten Primus wäre eine kleine Sensation. Foto: Thomas F. Starke

 »Das spielt für uns überhaupt keine Rolle mehr«, beteuert SVB-Kapitän Stefan Höppner. Brackwede und Ober-Erlenbach: Die beiden einzigen noch ungeschlagenen Teams der 3. Liga treffen am Sonntag um 14 Uhr in der Sporthalle des Gymnasiums Brackwede aufeinander. »Das wird ein super Spiel für die Zuschauer. Qualitativ hochwertig. Für Feinschmecker«, schnalzt SVB-Abteilungsleiter Thorsten List mit der Zunge. »Wer sich für Tischtennis interessiert, ist an dem Tag bei uns richtig.«

 Die Hessen reisen auf der Überholspur an. Ziel: punkten! Doppelt. Ein Sieg würde als »gar nicht so kleiner Schritt« in Richtung Meisterschaft und Aufstieg in die eingleisige 2. Bundesliga gewertet. Stefan Höppner, der Dominik Scheja damals im letzten Einzel mit 3:1 bezwang, bescheiden: »Die sind so gut besetzt; das wird ganz schwer für uns. Wir brauchen oben mindestens drei Punkte.« Um schelmisch nachzuschicken. »Aber an einem guten Tag ist alles möglich.« Thorsten Lists Hoffnungen: »Mit einem Unentschieden wären wir schon zufrieden. Und dafür baue ich auch auf unsere Kräfte im unteren Paarkreuz.«

 Das Brackweder Quartett bekommt es mit einem Nationalspieler und drei Jung-Profis zu tun. Der Deutsch-Slowake Thomas Keinath, der an den Olympischen Spielen 2016 in Rio teilnehmen möchtel, wird unter den Top 140 in der Welt geführt und ist wohl der beste Spieler der Liga. Das Trio Jens Schabacker (42), Hessenmeister Julian Mohr (46) und der Deutsche Jugendmeister im Doppel Dominik Scheja (97) gehört zum elitären Kreis der besten 100 in Deutschland. Keinath, Mohr und Schabacker sind bislang noch ungeschlagen. Nach zwei absolvierten Spielen steht der Zuschauerkrösus da, wo er sich am Ende gerne sehen möchte. An der Tabellenspitze. Die Mannschaft aus Bad Homburg am nördlichen Stadtrand Frankfurt am Mains hat sich mit einem Fanbus angekündigt.

 Brackwede und Ober-Erlenbach: beides »nur« Stadtteile, aber mit gänzlich anderem TT-Hintergrund. Bundesliga-Tischtennis in Gönnern und in Hanau – das war einmal. Der TTC Ober-Erlenbach schickt sich an, Hessen wieder ins Oberhaus zu hieven. 1992 spielte der Gegner noch in der Kreisklasse. Heute ist der Haupt-Trainingsstandort des Bundesligateams der Bundesstützpunkt in Frankfurt. Basis des steten Aufstiegs ist das Jugendkonzept des Hessischen Tischtennis-Verbandes in Verbindung mit Profi-Mannschaftstischtennis. Zudem profitiert der TTC vom Erfahrungsschatz des Cheftrainers des hessischen TT-Verbandes Helmut Hampl. Der hat schon Weltstars wie Jörg Roßkopf und Timo Boll geformt.

 »In der Liga spüren wir großen Respekt gegenüber unserem Team, auch wegen der professionellen Präsentation unserer Bundesligaspiele«, sagt Klubsprecher Wieland Speer stolz. Der ist ehemaliger Trainer und Funktionär der früheren hessischen Bundesligisten TTC Fulda-Maberzell und TTV Gönnern. Weiterer Motor ist der umtriebige Teammanager Johannes Herrmann. Auch er arbeitete beim TTV Gönnern mit und stieg nach der Bundesliga-Lizenzübernahme der TG Hanau dort zum Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH auf. Längst haben sie am Rande der Wetterau eine Unternehmensgesellschaft für den Spielbetrieb rund ums Bundesliga-Projekt gegründet. Professionell halt. Ein Fototermin wird nicht, wie in Brackwede, in die Sporthalle oder die »Hütte« verlegt. Der TTC Ober-Erlenbach hat ein öffentliches Team-Fotoshooting mit der Stadt Bad Homburg in Person des Oberbürgermeisters und des Bürgermeisters im Kurpark Bad Homburg zelebriert. Klotzen, nicht kleckern. »In Ober-Erlenbach sind im positiven Sinne Tischtennis-Verrückte am Werke«, sagt Thorsten List. Bei der SV Brackwede sind sie gewillt, dem Primus aus der Wingertsporthalle Sonntag zu zeigen, dass auch in Provinz der Tischtennis mit Herz und Leidenschaft betrieben wird. Stefan Höppner, der am Wochenende beim Besuch des Tischtennis-Worldcups in Düsseldorf die ganze Faszination dieses Sports inhalierte: »Was Ober-Erlenbach macht, ist schon sehr professionell. Ich gönne denen auch den Aufstieg. Aber am Sonntag mögen sie die Punkte bitte bei uns lassen.«

Kommentare

Michael Euler  wrote: 01.11.2014 10:41
DANKE
Hallo aus Ober Erlenbach und vielen Dank für den netten Artikel. Immer schön zu sehen wenn in der Lokalpresse etwas für unseren Sport getan wird. Wir Ober Erlenbacher freuen uns auf das Spiel und hoffen auf spannende hochklassige Ballwechsel. Die mitgereisten Fans bringen ordentlich Hunger und Durst mit; hoffentlich wird entsprechend vor Ort angboten.
Bis dann

Sportliche Grüße aus dem Hessenland

Michael Euler
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