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Mi., 09.09.2015

Ex-Armine Fatmir Vata (43) kickt beim Bezirksligisten FC Boffzen – die A2 rauf und runter Der Fußball lässt ihn nicht los

Bielefeld ist noch immer  sein Zuhause: Arminias Ex-Profi Fatmir Vata lässt seine aktive Karriere beim  niedersächsischen Bezirksligisten FC Boffzen ausklingen. Danach strebt der 43-Jährige, der  von  2001 bis  2007 140 Spiele für den DSC bestritt,  einen Trainerjob an.

Bielefeld ist noch immer sein Zuhause: Arminias Ex-Profi Fatmir Vata lässt seine aktive Karriere beim niedersächsischen Bezirksligisten FC Boffzen ausklingen. Danach strebt der 43-Jährige, der von 2001 bis 2007 140 Spiele für den DSC bestritt, einen Trainerjob an. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Daniel Keller

Bielefeld (WB). Als ehemaliger Bundesliga-Spieler hat Fatmir Vata mehr als 200 Profispiele absolviert. Mittlerweile ist der 43-Jährige für den niedersächsischen Bezirksligisten FC 08 Boffzen aktiv.

Mit dem Aufsteiger  aus der Kreisliga verlor der 17-malige albanische Nationalspieler am Wochenende mit 2:4  beim FC Stadtoldendorf. Eine Niederlage, die nicht nur mental Spuren hinterlassen hat: »Mein Knie schmerzt. Ich habe einiges auf die Socken bekommen«, erzählt Vata, der seit Oktober 2013 für den FC 08 Boffzen die Schuhe schnürt. Der Kontakt kam damals über den Boffzener Jürgen Holletzek und Trainer Andrej Weibert zustande. »Andrej hat mich jeden Tag angerufen und um Hilfe gebeten. Nach einiger Bedenkzeit habe ich dann zugesagt«, erzählt der Ex-Armine.

 
Nachdem Boffzen in Vatas Premierenjahr aus der Bezirksliga in die Kreisliga A abgestiegen war, glückte in der Folgesaison der direkte Wiederaufstieg. »Die Atmos­phäre rund um die Mannschaft ist klasse. Ich freue mich, dem Verein helfen zu können.« Auch in dieser Saison ist Vatas Hilfe dringend nötig. Nach fünf Spieltagen steht der FC Boffzen mit nur einem Punkt am Tabellenende. »Unserem Kader fehlt derzeit die nötige Breite und wir bekommen zu viele Gegentore«, erklärt Vata, der nur zu den Meisterschaftsspielen ins rund 100 Kilometer entfernte Boffzen fährt.

Keine Zeit: Vata ist vom Training freigestellt

Für den Trainingsbetrieb des Bezirksligisten hat Albaniens Fußballer des Jahres von 2004 keine Zeit: Als Trainer ist Vata für die Fußballschulen von Hannover 96 und VfL Bochum tätig. »Die Arbeit macht großen Spaß. Wir wollen die Kinder für das Fußballspielen begeistern, aber auch fußballspezifische Inhalte und Disziplin vermitteln«, sagt Vata. Nach Meinung des Ex-Arminen würden Fußballschulen in Deutschland derzeit »boomen. Real Madrid zum Beispiel veranstaltet im ganzen Land Fußballcamps. Bei solchen Clubs zieht schon das Logo auf dem Trikot.« Neben seiner Arbeit auf dem Fußballplatz unterhält Vata Immobilien in Bielefeld und Berlin. Auch die Politik interessiert den früheren Dribbelkünstler. »Ich lese viel und versuche, auf dem Laufenden zu bleiben. Nach meiner Karriere musste ich mich neu orientieren, doch jetzt bin ich fast jeden Tag auf der A2 zwischen Hannover, Bielefeld und dem Ruhrgebiet unterwegs.«

Im vergangenen  Jahr erwarb Vata in Albanien den Fußball-Lehrer-Schein. Besonders die italienischen Ausbilder haben es dem 43-Jährigen angetan. »Ich dachte, dass ich als ehemaliger Profi schon alles über Fußball weiß. Doch wir haben viel über Taktik gesprochen und es war gut, eine internationale Perspektive kennenzulernen«, sagt Vata, der sein Wissen demnächst gern im gehobenen Bereich weitergeben würde. Die vierte Liga soll es dabei schon sein. »Ich liebe Offensivfußball. Tiki-Taka ist mein Spiel, immer wieder passen und gehen«, sagt Vata und erklärt: »Wenn ein Verein kommt und mir eine Chance geben will, höre ich mir alles an.«

Dornberg sagte Vata ab

Als Dornbergs Manager Hans-Werner Freese zu Oberliga-Zeiten einen Trainer suchte, sagte Vata jedoch ab: »Ich möchte im professionellen Bereich arbeiten. Die Spieler sollen sich voll auf den Fußball konzentrieren können.« Seine Zeit als Profi soll sich für die angestrebte Trainerkarriere als hilfreich erweisen: »Mein Vorteil ist, dass ich jede Übung selbst vormachen kann  und als Spieler viele Trainer erlebt habe.« Besonders aus der Arminia-Zeit unter Uwe Rapolder konnte Vata einiges mitnehmen: »Wir haben damals taktisch sehr diszipliniert und mit hoher Laufbereitschaft gespielt. Diese Attribute sollte ein guter Trainer immer seiner Mannschaft vermitteln können.«

Die Geschehnisse bei den Schwarz-Weiß-Blauen verfolgt der in Dornberg wohnende Familienvater  natürlich weiterhin. »Ich identifiziere mich total mit dem Verein und bin dankbar, dass ich auf der Alm so tolle Jahre hatte.« Im Februar lud Vata seine Mitspieler aus Boffzen zum 4:2-Sieg der Arminia über den MSV Duisburg  ins Stadion ein.   »Die Stimmung in deutschen Stadien ist einfach klasse. Wenn die Hymne bei internationalen Spielen ertönt, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut.«

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