Mi., 27.12.2017

Hallen-Stadtmeisterschaft: Kuriose Auslosung – Türk Sport der Gejagte Favoriten bleiben vorzeitig auf der Strecke

Im Vorjahr kürte sich der FC Türk Sport zum ersten Mal zum Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeister. Im Finale besiegte der Bezirksligist den VfL Theesen mit 6:5.

Im Vorjahr kürte sich der FC Türk Sport zum ersten Mal zum Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeister. Im Finale besiegte der Bezirksligist den VfL Theesen mit 6:5. Foto: Thomas F. Starke

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Vorhang auf zur 21. Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft: 43 Mannschaften kämpfen von heute bis zum 30. Dezember um den begehrten Titel. Der Gejagte in diesem Jahr ist Bezirksligist FC Türk Sport, der im Vorjahresfinale den VfL Theesen entthronte. Vor dem ersten Anpfiff ist bereits klar, dass einige der Favoriten vorzeitig auf der Strecke bleiben.

Der aktuelle Landesliga-Spitzenreiter aus Theesen gilt erneut als einer der Topfavoriten. »Wir haben gute Hallenkicker und werden wieder einen starken Kader aufs Parkett schicken«, versichert VfL-Trainer Andreas Brandwein. Einige Stammkräfte wie Yatma Wade, Papis Mbengue, Yves Sander oder Toptorjäger Marvin Höner werden unterm Hallendach allerdings nicht dabei sein. Dafür hat Theesen Futsal-Nationalspieler Memos Sözer in seinen Reihen. »Von ihm wird sicherlich das ein oder andere Ding zu erwarten sein«, schmunzelt Brandwein.

In der Gruppenphase trifft Theesen am Donnerstag unter anderem auf die Bezirksligisten VfR Wellensiek und TuS Dornberg. Brandwein: »Wir wollen natürlich wieder in die Endrunde.« Dort ist Theesen Dauergast. Zuletzt stand der VfL viermal in Folge im Finale und wurde nach einem Titel-Hattrick im Vorjahr durch den FC Türk Sport (5:6 im Endspiel) abgelöst.

Die Endrunde findet in diesem Jahr wieder in der Seidensticker Halle statt, die bei der Stadtmeisterschaft bis zu 3500 Zuschauern Platz bietet. Der Eintritt für die Endrunde am 30. Dezember kostet 7 Euro. Im Vorjahr musste die Finalrunde wegen Renovierungsarbeiten in der Seidensticker Halle noch einmal nach Jöllenbeck ausweichen.

Das Ziel ist die Endrunde

»Der Einzug in die Endrunde ist in diesem Jahr keine Selbstverständlichkeit«, verweist Andreas Brandwein auf die kuriose Auslosung. Da auf eine Setzliste verzichtet wird, ergibt sich in diesem Jahr die Konstellation, dass sich in den Gruppen 5 bis 8 fast alle hochklassigen Vereine tummeln. Arminias U23 als Oberligist spielt in der Gruppe 5, Westfalenligist VfB Fichte in der Gruppe 7, Titelverteidiger FC Türk Sport sowie die Ligakonkurrenten TuS Jöllenbeck und SC Hicret in der Gruppe 7. Hinzu kommt Landesligist Theesen mit den Bezirksligisten Wellensiek und Dornberg in der Gruppe 6. Da diese Teams auch in der Zwischenrunde am 29. Dezember aufeinandertreffen, bleiben also einige der Favoriten vorzeitig auf der Strecke. Das bedeutet gleichzeitig, dass mindestens zwei Kreisliga-Mannschaften in die Endrunde einziehen werden.

Kritik am Modus

»Man sollte den Modus vielleicht mal überdenken. Ich finde es jedenfalls nicht in Ordnung, wenn vier Mannschaften, die nicht zum Favoritenkreis zählen, in der Endrunde dabei sein. Dort sollten eigentlich die stärksten acht Teams spielen«, meint Fichte-Trainer Mario Ermisch. Andreas Brandwein sieht das ähnlich: »Was bringt es uns, wenn wir im Viertelfinale gegen einen B-Ligisten spielen?«

Auch Marc Sawkill, der während der Stadtmeisterschaft Arminias U23 betreuen wird, hält den Modus in dieser Form nicht für gerecht. »Da sollte man sich wirklich mal Gedanken machen. In der Endrunde sollten die besten Mannschaften spielen, so schießen die sich bereits in der Zwischenrunde gegenseitig raus.« Das junge DSC-Team um Stürmer Almir Kasumovic, der im Vorjahr mit insgesamt 21 Treffern zum besten Torschützen ausgezeichnet wurde, trifft in der Vorrunde ausschließlich auf Kreisligisten, ehe es dann in der Zwischenrunde in die Vollen geht. Sawkill: »Wir wollen natürlich ins Endspiel, aber das wollen viele andere auch. Einen echten Favoriten gibt es in der Halle eigentlich nicht.«

Offen für Änderungen

Der Kreisvorsitzende Markus Baumann kann den Ärger der »Großen« verstehen, verteidigt aber zugleich den Modus: »So haben auch die kleineren Vereine eine große Chance, in die Endrunde zu kommen. Das ist auch für die Zuschauer interessant.« Grundsätzlich sei der Fußballkreis aber auch offen für Änderungen. Baumann: »Wir haben auch schon über eine Setzliste nachgedacht, uns dann aber dazu entschieden, es nicht zu machen. Das muss aber nicht heißen, dass es immer so bleiben wird.«

Vorjahressieger FC Türk Sport möchte auch wieder eine gute Rolle spielen. »Ob es erneut zum Finale oder sogar zur Titelverteidigung reicht, kann ich nicht sagen. Wir wollen aber natürlich in die Endrunde in die Seidensticker Halle. Das ist für jeden Spieler ein Highlight«, sagt FCT-Trainer Sezgin Baytar. Durch die Winterzugänge ist der Hallen-Kader des Bezirksligisten deutlich aufgewertet worden. So ist auch der vom SC Delbrück an den Kupferhammer zurückgekehrte Ersin Gül, 2016 zum besten Turnierspieler ausgezeichnet, bei der Hallen-Stadtmeisterschaft  am Ball.

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