Mo., 20.08.2018

Europameister Schiewer/Gessler gewinnen Steher-Cup in der Bielefelder Radrennbahn – mit Video Lokalmatadoren auf dem Treppchen

Spannung in der Radrennbahn: Am Ende setzten sich Europameister Franz Schiewer (Cottbus) und der Bielefelder Schrittmacher Gerd Gessler (links) vor Christoph Schweizer/André Dippel (rechts) und Moritz Kaase/Matthias Acker (Mitte) durch.

Spannung in der Radrennbahn: Am Ende setzten sich Europameister Franz Schiewer (Cottbus) und der Bielefelder Schrittmacher Gerd Gessler (links) vor Christoph Schweizer/André Dippel (rechts) und Moritz Kaase/Matthias Acker (Mitte) durch. Foto: Peter Unger

Von Peter Unger

Bielefeld (WB). Der amtierende Europameister und frisch gekürte Deutsche Meister Franz Schiewer aus Cottbus hat mit seinem Bielefelder Schrittmacher Gerd Gessler den 10. Steher-Cup in der Radrennbahn gewonnen. Für einen bis zum Schluss spannenden internationalen Renntag sorgten zwei weitere Gespanne mit Bielefelder Beteiligung: die beiden Zugvogel-Schrittmacher André Dippel mit Christoph Schweizer (Aachen) sowie Matthias Acker mit Lokalmatador Moritz Kaase.

Im ersten von drei Läufen über insgesamt 220 Runden (75 Kilometer) hielt sich Franz Schiewer noch zurück. Sechs Runden vor dem Schluss zeichnete sich ein enges und spannendes Finale ab. Nachdem die internationalen Gespanne aus den Niederlanden und Tschechien die Anfangsrunden dominiert hatten, entwickelte sich der erste Lauf zum erwarteten Dreikampf zwischen den favorisierten Gespannen Schiewer/Gessler, Schweizer/Dippel und Kaase/Acker.

»Das ist die Ruhe vor dem Sturm«, ahnte der Osnabrücker Moderator Peter Krause, der gewohnt routiniert den Rennverlauf kommentierte. Für die Europameister Schiewer/Gessler war der Abstand letztlich zu groß, um den klug agierenden André Dippel mit Christoph Schweizer auf den letzten zwölf Runden noch zu gefährden. Dritter wurde im ersten Lauf das klug fahrende Gespann Kaase/Acker.

Feld im dritten Lauf durchgewirbelt

Ebenso taktisch klug agierten Kaase/Acker im zweiten Lauf, als sie sich aus dem Zweikampf zwischen Schiewer/Gessler und Schweizer/Dippel heraushielten. Von hinten kommend, attackierten und überholten Kaase/Acker dann ohne Schwierigkeiten die bis dahin Führenden und hielten das Tempo bis zum Schluss hoch. »Das war eine taktische Meisterleistung«, urteilte Peter Krause. Das bestätigte Moritz Kaase, der lange gewartet hatte, um Kräfte für den Endspurt zu mobilisieren. »Wir hatten gepokert, dass man uns quasi auf Position drei übersieht.« Das gelang perfekt; die Attacke saß zum richtigen Zeitpunkt.

Wie erwartet, wurde das Feld im dritten Lauf nochmal kräftig durcheinandergewirbelt. Nach einem Drittel der Renndistanz über 90 Runden (30 Kilometer) ergriff Franz Schiewer erstmals die Initiative. Bis dahin hatte der Vierte im Favoritenbunde, Daniel Harnisch mit Schrittmacher Lutz Weiß, das Renngeschehen bestimmt. Kaase/Acker hielten sich zu diesem Zeitpunkt ebenso wie Schiewer/Gessler und Schweizer/Dippel aus den Positionskämpfen heraus. So lagen die Spitzen-Gespanne relativ lange dicht zusammen. Daniel Harnisch konnte lange alle Attacken abwehren. Am Ende war er aber machtlos gegen den unwiderstehlichen Siegeswillen und Schlussspurt der Führenden.

Kaase hofft noch auf die EM in Erfurt

Erst zogen Kaase/Acker vorbei, die drei Runden vor Schluss auf Augenhöhe mit Schiewer/Gessler und Schweizer/Dippel fahrend für ein furioses Finale sorgten. »Am Ende hat uns ein bisschen die Kraft gefehlt«, kommentierte Christoph Schweizer das Herzschlagfinale, das er mit André Dippel zusammen als Zweiter beendete. Schweizers nächstes Event wird die Polizei-Europameisterschaft sein, bei der er für das Straßenrennen und das Zeitfahren nominiert ist. Der Grund, warum er auf einen Start bei der Steher-EM verzichtet.

Für die EM in Erfurt sicher nominiert ist Franz Schiewer, der mit Schrittmacher Gerd Gessler am 7./8. September seinen Titel verteidigen möchte. Für Moritz Kaase, der auf eine EM-Nominierung hofft, war der dritte Lauf einfach fünf Runden zu lang. Er bedankte sich für die lautstarke Unterstützung. »Obwohl die Schrittmacher-Maschinen ziemlich laut sind, habe ich trotzdem gehört, wie der Jubel aufbrandete, als wir vorne im Zweikampf waren. Das hat mir noch mal einen Kick gegeben und mich ganz weit nach vorne gebracht.«

Die Ergebnisse

1. Franz Schiewer/Gerd Gessler (Cottbus/Bielefeld, 5 Punkte), 2. Christoph Schweizer/André Dippel (Aachen/Bielefeld, 6 Punkte), 3. Moritz Kaase/Matthias Acker (Gütersloh/Bielefeld, 7 Punkte), 4. Daniel Harnisch/Lutz Weiß (Leipzig, 12 Punkte), 5. Luuk Jansen/Leo Adegeest (Holland, 16 Punkte), 6. Martin Gründer/René Gierth (Cottbus/Forst, 20 Punkte), 7. Jakub Fila/Sven Lohse (Tschechien/Chemnitz, 20 Punkte), 8. Ocko Geserick/Willem Fack (Holland, 24 Punkte).

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