Sa., 15.09.2018

Handball: TSG selbstbewusst nach Gladbeck – TuS 97 in Oberaden Präsenz in der Fremde gefordert

Mario Bergen wird in Gladbeck nicht nur als Kreisläufer benötigt. Der 1,93-Meter-Mann bestückt auch den Innenblock der 6:0-Deckung, die VfL-Shooter Max Krönung nicht allzuviel Lücken schenken darf. Der Polizist weiß sie nämlich zu nutzen.

Mario Bergen wird in Gladbeck nicht nur als Kreisläufer benötigt. Der 1,93-Meter-Mann bestückt auch den Innenblock der 6:0-Deckung, die VfL-Shooter Max Krönung nicht allzuviel Lücken schenken darf. Der Polizist weiß sie nämlich zu nutzen. Foto: Jens Senftner

Bielefeld (WB/jm/wie). Am zweiten Spieltag der Handball-Oberliga zieht es die Bielefelder Vertreter in die Fremde. Primus TSG A-H Bielefeld tritt am Samstagabend um 19.30 Uhr beim VfL Gladbeck an, der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck reist zum Aufsteiger SuS Oberaden (Samstag, 19.45 Uhr).

Just will 100 Prozent

Es könnte knifflig werden. Gladbeck und die TSG haben sich in der Vergangenheit oft richtig heiße Duelle geliefert. Und VfL-Coach Sven Deffte (»Wenn wir in einen Lauf kommen, können wir jede Mannschaft schlagen«) möchte mit seiner Mannschaft in der nochmals stärker gewordenen Oberliga wieder »eine gute Rolle spielen«. Stephan Just, unaufgeregt, ficht das nicht weiter an. »Weder schließe ich vom Jöllenbeck-Spiel auf uns, noch interessiert mich die letzte oder vorletzte Saison. Es geht um das Jetzt. Und da bekommen wir es mit einem normalen Oberligisten zu tun, der schon etwas länger eingespielt ist und in den eigenen Wänden vermeintlich ein Stück weit mehr Qualität hat«, meint der TSG-Coach. Justs Mantra: Er möchte in der Riesener Sporthalle von seinem Team »100 Prozent« sehen.

Eine personelle Änderung gibt es: Anstelle von Dr. Carl-Moritz Wagner, privat verhindert, rückt Tim Schuwerack ins Team.

Der Vorjahresachte VfL Gladbeck startete mit einem 25:25 beim TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck; nach 22:24-Rückstand (55.). Insofern fand Ex-Bundesligaspieler Max Krönung auch, dass sich diese Punkteteilung »nicht so schlecht« anfühlte. »Eher gut«! Schließlich musste Gladbeck auch über weite Strecken ohne Kreisläufer agieren. Sebastian Janus hatte »Rot« gesehen (19.), der kranke Hans Müller war gar nicht erst mitgereist. »Krönung ist der prägende Mann in Gladbecks Spiel. Er übernimmt Verantwortung. Von ihm geht die meiste Gefahr aus«, sagt Just über den zwölffachen Torschützen aus Jöllenbeck. »Er ist sehr dynamisch, mit gutem Druck aufs Tor.«

Die TSG , zwischendurch wegen Krankheit etwas dezimiert, hat sich gezielt auf die Stärken und auch die Schwächen der Hausherren vorbereitet. Justs Marschroute: »Wir wollen aus unserem System heraus den VfL Gladbeck seiner Stärke berauben. Mit allem, was wir haben.« Dieses System mit Umschaltspiel und Tempo weiter zu stabilisieren und zu einer Konstante zu machen, ist laut Just die Schwerpunktarbeit im Training. Der Coach lässt sich überraschen, wie Gladbeck es anstellen will, sein Team ins Positionsspiel zu zwingen. Neben der 6:0-Deckung hat der VfL auch eine 3:2:1 in petto. Just: »Wir sind auf alle Varianten vorbereitet.«

TuS 97: Quote verbessern

Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck tritt am Samstagabend auch eine kleine Reise ins Ungewisse an. »Für Oberaden ist es das erste Oberliga-Heimspiel seit vielen Jahren. Uns erwartet dort ein heißer Gegner und vermutlich auch eine volle Halle«, erklärt Eric Husemann. Der TuS 97-Coach will die 18:30-Auftaktklatsche des Aufsteigers in Mennighüffen nicht überbewerten: »Die haben da eine Halbzeit mitgehalten, sind dann aber eingebrochen.« Oberadens erfahrener Spielertrainer Alexandro Katsigiannis (37) zeigte sich entsprechend enttäuscht: »Wir sind nicht an unsere Leistungsgrenze gegangen. Das war in der zweiten Halbzeit viel zu wenig.«

Eric Husemann fordert von seinem Team eine konzentrierte Vorstellung: »Wir müssen von Anfang an präsent sein und dürfen gegen deren unangenehme 5:1-Abwehr nicht in offene Fänge laufen. Wir wollen Oberaden unser Spiel aufdrängen.« Husemann sieht bei seiner Mannschaft, die mit Ausnahme von Sebastian Reinsch (Aufbautraining) in Bestbesetzung antreten kann, noch reichlich Steigerungspotenzial: »Wir müssen die technischen Fehler und die Fehlversuche im Angriff minimieren. Gegen Gladbeck hatten wir eine Quote von unter 50 Prozent.«

Die neue Jöllenbecker Qualität sollte aber ausreichen, um in der Römerberg-Sporthalle in Bergkamen-Oberaden der durchaus vorhandenen Favoritenrolle gerecht zu werden. »Ich denke, wir werden in dieser Saison noch viel Freude an der Mannschaft haben. Platz fünf oder sechs sollte durchaus möglich sein«, sagt TuS 97-Geschäftsführer Ralf Klusmann.

Der Vereinschef zeigt sich zudem erleichtert, dass nach dem »Werbe-Eklat« um den Nachtclub »Moonlight«, der als Sponsor wieder von der Trikot-Brust verschwunden ist (wir berichteten) , nun wieder der Sport in den Vordergrund rückt. Gleiches gilt für die Mannschaft. Eric Husemann: »Wir alle sind froh, dass das Thema schnell erledigt worden ist und wir uns wieder auf das Sportliche konzentrieren können.«

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