Fr., 05.10.2018

Handball-Oberliga: Mangelnde Dynamik beim glücklichen 24:24 gegen Mennighüffen TSG fehlt es an Überzeugung

Maximilian Schüttemeyer war am Mittwoch noch der druckvollste Rückraumspieler der TSG. Der Bielefelder Positionsanpgriff präsentierte sich gegen Mennighüffens leidenschaftliche Abwehr einfach zu bieder, zu statisch, ohne Dynamik.

Maximilian Schüttemeyer war am Mittwoch noch der druckvollste Rückraumspieler der TSG. Der Bielefelder Positionsanpgriff präsentierte sich gegen Mennighüffens leidenschaftliche Abwehr einfach zu bieder, zu statisch, ohne Dynamik. Foto: Jens Senftner

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Keine echte Einheit am Tag der Deutschen Einheit: Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld hat sich nach einer über weite Phasen wenig erquickenden Vorstellung noch ein glückliches 24:24 (12:17)-Remis beim VfL Mennighüffen erkämpft. Die TSG lag nicht ein Mal in Führung.

»Keine Disziplin, keine Dynamik, kein Zug zum Tor, keine Überzeugung in den Aktionen«, grollte Trainer Stephan »Apollo« Just. »Mit dem Punkt können wir äußerst zufrieden sein.« Geschäftsführer Christian Sprdlik rätselte: »Die Moral stimmt, aber wir stehen uns selbst im Weg. Unter dem Strich können wir mit unseren Ambitionen und unserem Weg mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein. Aber die haben uns echt in Schach gehalten.«

VfL bleibt der »Angstgegner«

Neue Saison, alter Angstgegner. Der wirklich gut eingestellte VfL Mennighüffen bereitete dem Favoriten vor 600 Zuschauern mit einer intensiv arbeitenden, ja penetranten Abwehr ziemlich unlösbare Kopfaufgaben.

Überhastete und unpräzise Würfe

Unbeholfene, pomadige Aktionen, überhastete und unpräzise Würfe ohne Wucht aus der Distanz waren eine fette Beute von VfL-Keeper Frank Habbe, der sein Pendant Felix Hendrich klar ausstach. Über 0:2 (2.) geriet der Gast mit 2:6 (10.) ins Hintertreffen. Der unzufriedene Stephan Just nahm eine Auszeit. Bis zu dem Zeitpunkt wies die Statistik bereits sieben Fahrkarten aus dem Rückraum und einen verworfenen Hinz-Siebenmeter auf.

12:17-Rückstand zur Halbzeit

Die TSG, die nach acht Minuten schon drei Siebenmeter gegen sich hatte, allesamt verwandelt von Tomek Tluczynski, wirkte vorne nervös, fahrig, verkrampft, die auch im Zentrum anfällige Deckung zu passiv. »In der ersten Halbzeit konnte ich mit keiner Position zufrieden sein. Wir haben viel zu statisch gespielt und nichts von dem umgesetzt, was wir umsetzen wollten«, kritisierte Just, für den der 12:17-Rückstand zur Pause in Ordnung ging. Was die Hausherren bis zu dem Zeitpunkt spielten, war beileibe kein Hexenwerk. Dafür wohl am oberen Limit ihrer Möglichkeiten; fast jeder Angriff war ein Treffer. »Wir haben die erste Hälfte total verpennt«, monierte Kapitän Carl-Moritz Wagner »leichte Ballverluste« und »zu leichte Gegentore«.

Aus 15:21 wird 21:21

Nach dem 15:21 (42.), im Angesicht der sich anbahnenden Niederlage, wachte die TSG für eine Weile auf. Nun wurde leidenschaftlicher verteidigt, Felix Hendrich streute gehaltene Bälle ein, und dieser frische »Geist« wehte mit nach vorne. Luca Sewing mit einem Gewaltwurf aus elf Metern, Julius Hinz mit dem einzigen TSG-Gegenstoß, Arne Kröger mit seinem ersten Tor gegen seinen Ex-Klub – es hieß nur noch 18:21 (51.). VfL-Coach Jedrzej versuchte nun mit einer Auszeit, der TSG den neu entdeckten Elan zu nehmen. Doch wiederum Kröger, Hinz vom Siebenmeterpunkt und Richard Sundberg in Überzahl stellten bis zur 54. Minute den 21:21-Gleichstand her. Zwölf Minuten lang blieb die TSG ohne Gegentor!

Schüttemeyer vergibt Siegtor

Als der Ex-TSGer Pascal Schumann die Lücke zum 24:22 (57.) fand, drohte das Just-Team wieder leer auszugehen. Doch Maximilian Schüttemeyer wusste seine 2,03 Meter in Löhne effektiv einzusetzen. 24:23, und mit einem Wurf unter der Deckung durch zum 24:24. Die Bielefelder hätten am Ende sogar noch einen dreckigen Sieg ergaunern können. Nach dem finalen Ballgewinn verblieben noch 16 Sekunden, um eine 100-Prozent-Chance zu kreieren. Doch auch dafür war die TSG nicht clever genug. Es wäre freilich auch des Guten zuviel gewesen, hätte Schüttemeyer den letzten Wurf an Habbe vorbeigebracht. Just: »Das wäre uns aber egal gewesen.«

Das nächste »blaue Auge«

Calle Wagner wertete das 24:24 als »blaues Auge« – und den nächsten Minuspunkt! Ihm missfiel die anfängliche Einstellung. Kein Biss, keine Emotionen. »Wir müssen in jedem Oberligaspiel über den Kampf ins Spiel kommen!« Derweil Zygfryd Jedrzej seinem VfL eine »fantastische Leistung« bescheinigte, regt Just eine kritische Selbstreflexion seiner Schützlinge an. »Wir haben vor dem Spiel klar angesprochen, worauf wir achten wollen und müssen. Davon war gerade in den ersten Minuten nichts zu sehen.«

TSG Altenhagen-Heepen: Hendrich/M. Kroll – V. Kroll (1), Zwaka, Kröger (2), Wagner (1), Krause, Schüttemeyer (6), Strathmeier (1), Sundberg (2), Wortmann, Bergen (1), Hinz (6/3), Sewing (4).

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