Sa., 06.10.2018

Handball-Oberliga: TSG und TuS 97 vor richtungsweisenden Heimspielen Es soll »Klick« machen

Dicke Backen: Vor Arne Kröger und der TSG A-H Bielefeld liegt ein Kraftakt.

Dicke Backen: Vor Arne Kröger und der TSG A-H Bielefeld liegt ein Kraftakt. Foto: Jens Senftner

Bielefeld (WB/jm/wie). Unzufriedenheit ob der eigenen Leistung: Dieses Gefühl eint die Handball-Oberligisten TSG A-H Bielefeld und TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. Beide sehnen an diesem Wochenende ein Erfolgserlebnis herbei. Der TuS 97 hat am Samstag den HTV Hemer zu Gast, die TSG misst sich am Sonntag mit Tabellenführer ASV Hamm II. Es soll »Klick« machen.

Gesprächsbedarf bei der TSG

Beim kümmerlichen 24:24 gegen den VfL Mennighüffen ist die TSG wiederholt den Beleg einer Spitzenmannschaft schuldig geblieben. Es herrscht Gesprächsbedarf. »Die augenscheinlichen Sachen werden definitiv deutlich angesprochen. Aber ich halte nichts davon, in einer englischen Woche den großen Zampano zu machen. Das wäre kontraproduktiv«, sagte Trainer Stephan »Apollo« Just am Tage nach dem bereits dritten Punktverlust in der noch jungen Saison.

TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik, stets emsig bemüht, das Positive in den Vordergrund zu rücken, wähnte sich am Mittwoch »zwischen den Gefühlen. Das muss uns eine Lehre sein. Wir haben nur 20 Minuten so gespielt, wie ich mir das vorstelle.« Freude und Lockerheit möchte Sprdlik sehen, Spaß am Handball. Doch davon ist diese TSG bislang arg weit entfernt.

Das Hamm-Spiel – es wird auch irgendwie zu einer »Frage der Ehre. Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir die schlagen«, erklärt Sprdlik. »Das ist doch jetzt eine wunderbare Situation, zu zeigen, wozu wir wirklich imstande sind.« So steht ein richtungsweisendes Gipfeltreffen an. Sollte die TSG A-H Bielefeld erneut ihr Potenzial schonen, wäre sie bereits fünf Zähler hinter Hamm II und damit meilenweit hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Trainer Stephan Just hat zu seiner Zeit beim ASV Hamm-Westfalen die A-Jugend trainiert und bekommt es am Sonntag (17 Uhr) mit einigen seiner damaligen Schützlinge zu tun. »Die Spieler haben eine gute Qualität und spielen einen schnellen, ansehnlichen Ball. Die machen Ballett, vorne wie hinten. Gegen die aggressive, kompromisslose Abwehr dürfen wir keine Angst haben, uns auch mal weh zu tun.« Hamm sei zwar ungeschlagener Tabellenführer, »hat bei uns aber trotzdem nichts zu verlieren. Die sind mehr als im Soll. Wir müssen bereit sein!«

Der Rückraumrechte Julian Krieg, Bundesliga-erfahren (HBW Balingen-Weilstetten), war in der Saison 2013/14 im Dress von Pfadi Winterthur mit 212 Toren in 34 Spielen Torschützenkönig der Schweizer Nationalliga A. Michael Sorg, Strippenzieher des neuformierten Gegners, agiere äußerst variantenreich. »Es scheint, als ob der Gummibeine hat, wie er links und rechts Schlenker macht.«

TuS 97-Coach Sven-Eric Husemann weiß, wovon er spricht, wenn er unkt: »Da kommt was auf die TSG zu.«

In einem ist Christian Sprdlik sich ganz sicher. »Es stellt sich bei uns nicht die Qualitätsfrage. Das Ganze ist eine Kopfsache. Vielleicht blockiert uns die Drucksituation. Wir sind nun mal in der Rolle des absolut Gejagten. Deshalb müssen wir uns immer wieder aufs Neue fokussieren und konzentrieren.«

»Den Bock umstoßen«

Für den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck ist das Heimspiel gegen den HTV Hemer am Samstag (17.45 Uhr) bereits ein »Muss-Spiel«. Der 1:9-Punkte-Start mit vier Niederlagen in Folge setzt die Jürmker, Tabellenvorletzter, gehörig unter Erfolgsdruck. Trainer Eric Husemann weiß, was die Stunde geschlagen hat: »Uns allen ist bewusst, dass wir Punkte brauchen und dieses Spiel gewinnen sollten. Wir müssen am Samstag den Bock umstoßen.«

Bei der 26:35-Abfuhr am Tag der Deutschen Einheit in Hamm sei zwar nicht alles schlecht gewesen, aber unterm Strich blieb der TuS 97 erneut chancenlos. Das soll und muss gegen Hemer anders werden. Dazu müsse sich seine Mannschaft in Abwehr und Angriff stabilisieren. Husemann: »Wir müssen von Anfang an mit Tempo, Kampf und Leidenschaft spielen, und uns am Ende dafür belohnen.«

Die Sauerländer kommen aber ganz sicher nicht nach Jöllenbeck, um Aufbauhilfe leisten zu wollen. »Das ist eine eingespielte, gestandene Oberligamannschaft mit einem guten Rückraum«, verweist Husemann auf die Stärken des Gegners. Am Mittwoch fertigte Hemer den SuS Oberaden in eigener Halle mit 34:26 ab – der dritte Sieg im dritten Heimspiel. Auswärts ist der HTV dagegen bislang leer ausgegangen. Das soll nach Vorstellung der Jöllenbecker auch so bleiben. Verzichten muss der TuS 97 erneut auf Sebastian Reinsch und Justin Mühlbeier.

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