Mo., 08.10.2018

Handball-Oberliga: TSG dominiert Spitzenreiter ASV Hamm II 27:21– der Spaß ist zurück

Ein Matchwinner: Torhüter Max Kroll gab seinen stark deckenden Vorderleuten mit 18 gehaltenen Bällen Sicherheit.

Ein Matchwinner: Torhüter Max Kroll gab seinen stark deckenden Vorderleuten mit 18 gehaltenen Bällen Sicherheit. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat mit einem eindrucksvollen 27:21 (18:12)- Heimsieg über den ASV Hamm-Westfalen II, der trotzdem Tabellenführer der Handball-Oberliga bleibt, ein wichtiges Signal an die Liga und an sich selbst geschickt. Das Lächeln ist zurück, der Spaß, die Körpersprache. Diese TSG kann also doch Spitzenqualität abliefern!

»Das war ein hartes Stück Arbeit. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Jungs«, gefiel TSG-Trainer Stephan Just vor allem das kompromisslose Ackern im Abwehrverbund. »Wir haben als Mannschaft zusammen verteidigt. Jeder war heiß, jeder war emotional. Taktisch-technisch haben wir es nicht großartig anders gemacht. Aber die Grundeinstellung mit Körpersprache, mit Leidenschaft war dafür heute so, wie ich das immer erwarte.«

Ohne Linkshänder im Rückraum

Vor 950 Besuchern in der Seidensticker Halle lagen die dynamischen Hausherren, die auf den erkrankten Linkshänder Luca Sewing verzichten und folglich mit drei Rechtshändern im Rückraum agieren mussten, nur ein Mal im Rückstand; beim 0:1. Angeführt von Maximilian Schüttemeyers Wucht, der als Sewing-Vertreter bis zur neunten Minute viermal wie John Wayne aus der Hüfte flach abzog, wurde daraus ein 5:3.

»Rote Wand« stoppt Hamms Tempospiel

In einem intensiv geführten Topspiel auf hohem Niveau schaffte es die »rote Wand«, Hamm seiner stärksten Waffe zu berauben. Das berüchtigte Tempospiel des Primus’ wollte nicht ins Rollen kommen, und gegen die hingebungsvoll attackierende 6:0-Abwehr der TSG wurden aus dem gebundenen Spiel heraus nur wenig gute Lösungen kreiert.

Sundberg setzt Akzente

Der Finne Richard Sundberg etwa setzte vorne wie hinten wichtige Akzente. Er schaffte es, Hamms Shooter Julian Krieg (Rote Karte in der 60. Minute nach drei Zeitstrafen) an die Kette zu legen. Krieg musste sich mit zwei Feldtoren begnügen.

Max Kroll ist der Turm in der Schlacht

Beim 10:8 versuchte Hamms Coach Christian Feldmann mit einer Auszeit, den TSG-Fluss zu stoppen; ohne Ertrag. Torhüter Max Kroll blieb der Turm in der Schlacht und glänzte zusammen mit dem Verbund, der geduldige Bielefelder Angriff traf druckvoll weiter zum 13:8 und 16:10. Die inzwischen unangenehme, weil offensivere Hammer Deckung schaffte es nun mehrfach, TSG-Fehler zu provozieren. »Da haben wir es endlich geschafft, Stress ins Spiel zu bringen«, sollte Feldmann später sagen. Aber vergebens. Denn die TSG blieb geduldig, ließ den Gegner nach der 18:12-Pausenführung nie mehr dichter als vier Tore heran (19:15, 21:17).

»Hier regiert die TSG«

Als Nils Strathmeier in Überzahl zum 24:17 einwarf, öffnete Hamm II seine Abwehr noch mehr. Schüttemeyer sah sich einer Manndeckung ausgesetzt, dazu tänzelte der bewegliche Sorg vor der Kette. Das Duell wurde hektischer. Beim Stand von 25:20 legte Just die Grüne Karte auf den Tisch. Zweimal Julius Hinz, und es hieß wieder 27:20 (58.). »Hier regiert die TSG«, spornte Hallensprecher Sascha Quisbrock die Kulisse zu Gefühlsausbrüchen an.

»Richtig geile Mannschaftsleistung«

Nach der Fratze von Mittwoch gegen Mennighüffen zeigte die TSG A-H Bielefeld nun ihr Sonntagsgesicht. So soll es möglichst weitergehen. »Wir waren von Anfang an konsequent auf der Platte und haben unseren Stiefel souverän runtergespielt. Das war eine richtig geile Mannschaftsleistung«, strahlte Max Kroll, der seiner nicht minder starken Abwehr mit 18 gehaltenen Bällen Sicherheit schenkte. »Das war so wichtig für uns. Wir haben uns gezeigt, dass wir es besser können als zuletzt. Mit uns ist zu rechnen.« Derweil sah Christian Feldmann bei der ersten Saisonniederlage ein Hammer Team, dass mitunter gewirkt habe »wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir sind für unsere Fehler gnadenlos bestraft worden. Die zweite Halbzeit haben wir Unentschieden gespielt. Damit kann ich leben.«

TSG: Kroll/Hendrich – V. Kroll (1), Wagner (1), Krause (2), Schüttemeyer (6), Strathmeier (4), Sundberg (4), Wortmann, Bergen (4), Hinz (5/1).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6107545?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2350436%2F2514639%2F