Di., 09.10.2018

Handball-Oberliga: Die TSG ist wieder zurück im Geschäft – TuS 97 tritt als Team auf »Darauf können wir aufbauen«

Maximilian Schüttemeyer wusste seine 2,03 Meter gegen Spitzenreiter ASV Hamm II diesmal im rechten Rückraum effektiv einzusetzen. Hinten links Johannes Krause.

Maximilian Schüttemeyer wusste seine 2,03 Meter gegen Spitzenreiter ASV Hamm II diesmal im rechten Rückraum effektiv einzusetzen. Hinten links Johannes Krause. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Die Rolle des Jägers liegt der TSG A-H Bielefeld augenscheinlich mehr. Die Art und Weise, wie Oberligaprimus ASV Hamm-Westfalen II beim 27:21-Streich handballerisch in die Schranken gewiesen werden konnte , war schlicht imponierend. Felix Hendrich gab die Marschroute für die kommenden Monate aus: »Genau so weitermachen!«

»Wir waren total heiß. Das muss Standard werden«, merkt Dr. Carl-Moritz Wagner vergnügt an. »Gradlinig vorne, kompakt hinten, eine gute Torwartleistung«; ganz ohne Münchhausen-Mogeleien hat sich die TSG am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen und zurück ins Meisterschaftsrennen manövriert. Die Druckverhältnisse sind wieder im grünen Bereich.

Womöglich wird auch eine selbst verordnete Gesprächstherapie ihr Scherflein dazu beigetragen haben. »Wir haben uns zusammengesetzt und unsere bisherige Leistung kritisch reflektiert. Das war aber kein Krisengespräch«, erzählt Linksaußen Julius Hinz. »Das, was uns bislang gefehlt hat, haben wir da rausgezogen!« Und direkt als Tugenden auf die Platte gebracht. »Von Anfang an da sein, Spaß haben, Leidenschaft ausstrahlen«, zählt Hinz auf. Auch wurde Bielefelds überlegene physische Präsenz endlich gewinnbringend eingebracht. Maximilian Schüttemeyer und Richard Sundberg etwa gingen schonungslos in die Nahtstellen. »Wenn wir jetzt immer so spielen, ist das super für uns. Darauf können wir aufbauen.« Nein, die Geburtsstunde einer neuen TSG sei’s am Sonntag nicht gewesen. »Das wäre zu hoch gegriffen«, sagt Julius Hinz. »Aber wenn wir auch im Training weiter mit diesem Spaß zu Werke gehen, wird sich der Erfolg von ganz allein einstellen.« Die Frage bleibt: Warum erst jetzt und nicht von Beginn an so? Trainer Stephan Just zuckt die Achseln. »Das frage ich mich auch.«

Pokalrunde in Heepen

Ehe es am 27. Oktober in Hemer wieder um Meisterschaftspunkte geht, steht an diesem Sonntag im Heeper Dom eine von vier westfälischen Pokal-Vorrunden an. Die TSG bekommt es von 15 Uhr an mit dem Oberliga-Zweiten LIT Tribe Germania und der HSG Altenbeken-Buke (Verbandsliga) zu tun. Nur der Sieger qualifiziert sich für die Pokal-Endrunde am 24. November.

Linke Angriffsseite sticht

Jöllenbecks Trainer Eric Husemann gab nach dem 27:26-Kraftakt gegen den HTV Hemer zu, »dass das zwar noch nicht der Handball ist, den wir spielen wollen«, aber das spielte an diesem Samstag nur eine untergeordnete Rolle. »Wichtig sind die zwei Punkte, die uns richtig gut tun werden«, sagte Husemann. Garant für den ersten Saisonsieg war neben einer über weite Strecken aufmerksamen 5:1-Abwehr vor allem die linke Angriffsseite, wo Nils Grothaus im Rückraum (6 Tore) und Daniel Meyer auf Außen (10/3) zu überzeugen wussten.

»Wir haben zwar auch noch einige Chancen liegen lassen, aber wir sind als Mannschaft aufgetreten, haben bis zum Schluss gekämpft und an uns geglaubt. So muss das sein«, freute sich Meyer. Torwart »Buddha« Trittin sprach von einem »dreckigen Sieg«, der gut fürs Nervenkostüm ist: »Man merkt den Jungs nach dem Fehlstart in die Saison schon die Verunsicherung an. Da gehen die Köpfe schnell nach unten, wenn zwei, drei Sachen mal nicht so klappen.« Steigerungspotenzial gibt es noch reichlich, das wurde auch am Samstag in einigen Phasen offensichtlich. Daniel Meyer: »Für uns wird es kein Spiel geben, das wir mal eben so gewinnen. Wir müssen immer voll da sein.«

Reinsch vor Einstand

Die dreiwöchige Herbstpause wollen die Jürmker (3:9 Punkte, Tabellenplatz zwölf) nun nutzen, »um neue Kräfte zu sammeln« (Husemann). Auch personell ist Besserung in Sicht. Neuzugang Sebastian Reinsch will am 27. Oktober beim TuS Ferndorf II endlich seinen Einstand im TuS 97-Trikot feiern. Bis dahin sollte auch Justin Mühlbeier seine Bauchmuskelzerrung auskuriert haben. Wichtige Alternativen, die bislang gefehlt haben. Gegen Hemer setzte Eric Husemann nur zehn Spieler ein, die schließlich das Happyend herbeiführten.

Brake kann mithalten

Verbandsliga-Aufsteiger TuS Brake geht nach dem 30:27-Auswärtsstreich bei der Ahlener SG II mit 5:3 Punkten in die Herbstpause; und das nach drei Auswärtsspielen und erst einem Heimauftritt. »So bleiben wir in der Liga. Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können«, freut sich Trainer »Max« Rittersberger über den erfolgreichen Start.

Und dabei konnte Brake noch kein Mal in Bestbesetzung antreten. Rückraum-Shooter Luis Merschieve wird nach der Herbstpause zurückerwartet. Dafür müssen sich die Braker nun um Kreisläufer Patrick Welge Sorgen machen, der sich am Samstag eine Rippenverletzung zugezogen hat. Außerdem verletzte sich Keeper Robin Kirstein, der tags zuvor noch ein starkes Spiel in der Reserve abgeliefert hatte, beim Aufwärmen. Ihm sprang die Kniescheibe heraus.

Senne fehlt die Lockerheit

Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Der Saisonstart des Frauen-Verbandsligisten HT SF Senne ist gründlich daneben gegangen. »Wir müssen jetzt Ruhe bewahren und die Herbstpause nutzen, um uns weiter einzuspielen und die Kräfte zu bündeln«, erklärt der neue HT-Trainer Michael Brennemann. Beim 15:23 in Oberlübbe habe man dem jungen Team, das mehr als 20 Minuten ohne Torerfolg blieb, die Nervosität deutlich angemerkt. Brennemann: »Die Lockerheit fehlt. Die Mädels machen sich zu viele Gedanken.« Zudem sei in der Woche vor dem Spiel alles zusammengekommen. Erst der plötzliche Abschied von Linkshänderin Laura Koch, die zum Ligakonkurrenten TuS Brockhagen wechselt, und dann fielen auch noch beide Kreisläuferinnen kurzfristig aus. An diesem Sonntag treten die Senner Damen im Westfalenpokal an. Dann geht es gegen Gastgeber TSV Hillentrup (Landesliga) und Oberligist HSG EURo. Brennemann: »Da können wir frei von Druck aufspielen.«

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