Mo., 05.11.2018

Handball-Oberliga: 29:30 gegen Schalke – TuS 97 gibt Sieben-Tore-Führung aus der Hand Jöllenbeck verschenkt »Big Points«

Auch sieben Tore von Sebastian Reinsch können die 29:30-Pleite des TuS 97 gegen Schalke 04 nicht abwenden.

Auch sieben Tore von Sebastian Reinsch können die 29:30-Pleite des TuS 97 gegen Schalke 04 nicht abwenden. Foto: Peter Unger

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Das tut richtig weh: Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat im »Vier-Punkte-Spiel« gegen Aufsteiger FC Schalke 04 einen schon sicher geglaubten Sieg noch leichtfertig aus der Hand gegeben und kassiert in letzter Sekunde den Knock-Out zum 29:30 (18:14).

Eine Niederlage mit Nachwehen: Das ist den Jürmkern bewusst. »Jetzt hängen wir ganz weit unten drin. Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen«, muss ein frustrierter Sebastian Kopschek feststellen, nachdem seine Mannschaft eine Sieben-Tore-Führung verspielt hat. Auch Sebastian Reinsch muss das Geschehene erst einmal verarbeiten. »Uns fehlt einfach die Cleverness. Ich habe keine Erklärung dafür, wie wir dieses Spiel noch verlieren können. Wenn wir gegen diesen Gegner zu Hause nicht gewinnen, weiß ich nicht, gegen wen wir noch gewinnen wollen.«

Linkshänder Kopschek (10/4 Tore) und Außenspieler Reinsch (7) in seinem ersten Saison-Heimspiel sind am Samstag die Jöllenbecker Aktivposten, doch am Ende sinken auch sie fassungslos zu Boden.

Schalke nimmt Kopschek in Manndeckung

Dabei fängt alles so gut an: Jöllenbeck scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und drückt von Beginn an mächtig aufs Gas. Die aggressive 6:0-Abwehr erkämpft Bälle, die in schnelle Tore umgemünzt werden. Über 6:3 (Reinsch; 9.) prescht der TuS 97 auf 9:4 (14.) davon und zwingt Schalke zu einer ersten Auszeit. Bis zum 17:11 (25.) haben die Jürmker Spiel und Gegner im Griff. Einziger Wermutstropfen bis dahin ist die Verletzung von Jakob Röttger, der in seiner ersten Angriffsaktion umknickt und mit Verdacht auf Bänderriss gleich wieder runter muss.

Dann nimmt Schalke Sebastian Kopschek für den Rest des Spiels in Manndeckung, was zunächst aber noch keine Auswirkungen haben soll. Zwar schmilzt der Vorsprung bis zur Pause auf 18:14, doch dank einer erneuten Tempoverschärfung mit Beginn der zweiten Halbzeit erspielt sich der Gastgeber ein 21:14 (34.) und 23:16-Plus (38.).

Dann aber reißt der Faden. »Uns sind gegen die 5:1-Abwehr die Ideen ausgegangen. Plötzlich spielen wir auch kein Tempo mehr und werden unruhig. Warum, weiß ich auch nicht«, sagt ein konsternierter Trainer Eric Husemann. Der Aufsteiger aus Schalke macht eigentlich nichts anders als vorher, spielt weiter konsequent seinen zum Teil unorthodoxen Streifen mit viel Tempo und schnellen Abschlüssen im Angriff weiter – und wittert plötzlich seine Chance.

Ludwigs’ fataler Fehlpass

Die Gäste holen Tor um Tor auf, beim 23:18 (42.) sieht Husemann bereits das Spiel kippen und nimmt eine Auszeit. Doch jetzt macht sich auch die Verunsicherung im Jöllenbecker Spiel breit. »Vorne war das nur noch Stückwerk, was wir gespielt haben«, moniert der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier. Doch auch in der Abwehr wird nicht mehr richtig zugepackt, was dem Gegner viele leichte Tore ermöglicht.

Beim 26:25 (53.) ist Schalke dran. Als Thorben Kirsch wenig später mit einem »Kullerball«, der dem insgesamt unglücklich agierenden TuS 97-Keeper Christian Trittin durchrutscht, zum 28:28 ausgleicht (58.), ist die Führung endgültig futsch. Kopschek gelingt im zweiten Versuch zwar noch das 29:28, doch Kirsch gleicht postwendend wieder aus.

Als Leon Ludwigs im letzten Angriff dann ein fataler Fehlpass unterläuft, nutzt Schalke die Gunst der Stunde und Kirsch trifft in letzter Sekunde mit seinem achten Treffer zum kaum für möglich gehaltenen 29:30. Schockstarre in Jöllenbeck, mit 3:13 Punkten (Platz zwölf) stecken die Jürmker im Abstiegskampf fest. Und nächsten Sonntag geht’s zum Tabellenführer LIT Tribe Germania. Auch erste »Husemann raus«-Rufe sind am Samstag von der Tribüne zu vernehmen. Dem TuS 97 drohen ungemütliche Zeiten.

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