Fr., 09.11.2018

Ex-Armine Charalampos Chantzopoulos findet in Finnland sein Glück Aufstieg in die 1. Liga

Eine Champagnerdusche auf den Aufstieg: Der Ex-Armine Charalampos Chantzopoulos ist mit Kokkolan PV in die erste finnische Liga aufgestiegen. Erst nach zwei spannenden Relegationsspielen durfte gefeiert werden.

Eine Champagnerdusche auf den Aufstieg: Der Ex-Armine Charalampos Chantzopoulos ist mit Kokkolan PV in die erste finnische Liga aufgestiegen. Erst nach zwei spannenden Relegationsspielen durfte gefeiert werden.

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Charalampos Chantzopoulos hat sich seinen Traum vom Fußballprofi erfüllt. Vor wenigen Tagen erlebte der 24-Jährige die vorläufige Krönung seiner Karriere. Mit Kokkolan PV feierte der Deutsch-Grieche, der bis 2016 für Arminias U23 am Ball gewesen ist, den Aufstieg in die erste finnische Liga.

»Das war natürlich ein super Erlebnis«, berichtet Chantzopoulos. Und spannender hätte es kaum zugehen können. Nachdem der Innenverteidiger mit Kokkolan Palloveikot (KPV), dem finnischen Meister von 1969, den zweiten Platz in der zweiten Liga (Ykkönen) hinter IFK Helsinki belegt hatte, ging es in der Aufstiegsrelegation gegen TPS Turku, den Vorletzten der ersten Liga (Veikkausliiga).

Nach einem 0:0 im Hinspiel musste die Entscheidung im Rückspiel fallen. Vor 3.524 Zuschauern in Turku erkämpfte sich Kokkolan PV ein 1:1, was aufgrund des Auswärtstreffers zum Aufstieg reichte. »Als wir nachts um 1 Uhr in Kokkola angekommen sind, wurden wir von vielen begeisterten Fans empfangen. Dann wurde kräftig gefeiert, denn der Verein hat zuletzt vor fast 30 Jahren in der 1. Liga gespielt«, erklärt der Ex-Armine.

Zwangsabstieg mit RW Erfurt

Die letzten Monate waren sowieso sehr ereignisreich für den 24-Jährigen. Anfang dieses Jahres wechselte Chantzopoulos nach einer Saison beim finnischen Zweitligisten FF Jaro, in der er zum besten Spieler des Jahres gekürt wurde, zum Drittligisten RW Erfurt. Dort lernte er auch die Schattenseiten des Profidaseins kennen – Insolvenz und sportlicher Abstieg. »Im Nachhinein war die Zeit in Erfurt auch eine wichtige Erfahrung für mich.«

Als dann das Angebot aus Kokkola, einer 47.000-Einwohner-Stadt an der Westküste Finnlands, kam, brauchte der Abwehrspieler nicht lange überlegen. »Der Verein wollte unbedingt aufsteigen, ein cooles Projekt.«

Und Charalampos Chantzopoulos kam, sah und siegte: Nach seinem Wechsel absolvierte er alle 15 noch ausstehenden Spiele plus die beiden Relegationspartien. »Ich habe keine Sekunde verpasst.« Und so ganz nebenbei erzielte der Innenverteidiger, der sofort zum Leistungsträger avancierte, noch vier Tore; drei davon beim 6:0 im Heimspiel gegen Klubi-04. Da staunte der Spieler über sich selbst: »Ein Hattrick war mir vorher noch nie gelungen.«

Jetzt kann Charalampos Chantzopoulos erst einmal durchschnaufen. Heute geht’s mit seiner finnischen Freundin, mit der er in der Nähe von Kokkola lebt, ab in den Urlaub in die USA. Ende des Monats steht dann ein Besuch in Bielefeld auf dem Plan. »Vielleicht bleibe ich auch über Weihnachten bei meiner Familie.« Die Teuto­stadt sei schließlich immer noch die Heimat des Deutsch-Griechen, der bereits als Baby nach Bielefeld gekommen ist. »Darum verfolge ich immer noch ganz genau, was in der Stadt passiert – vor allem in Sachen Fußball und Arminia.«

Verlängerung in Finnland möglich

Für die mittlerweile aufgelöste Bielefelder U23 war der 1,94-Meter-Mann von 2014 bis 2016 in der Oberliga am Ball. Nach sechs Monaten beim FC Gütersloh zog es ihn dann erstmals nach Finnland (FF Jaro). Vor seinem Wechsel zum DSC kickte er in der Landesliga für den VfR Wellensiek.

Bis Ende des Jahres muss sich Charalampos Chantzopoulos nun entscheiden, wie es sportlich weitergehen soll. »Zunächst einmal stehen die Gespräche mit Kokkola an. Ich denke, dass es von beiden Seiten aus gut aussieht.« Soll heißen: Der Bielefelder würde gerne bei seinem jetzigen Verein verlängern und die erste finnische Liga hautnah kennenlernen. »Das ist sehr reizvoll, zumal das Niveau in Finnland immer besser wird, auch wenn Fußball nicht die Sportart Nummer eins ist.« Frühzeitig festlegen will sich Chantzopoulos aber nicht: »Wer weiß, was noch kommt.«

Die neue Saison in Finnland beginnt im Januar mit der Pokalrunde. Die Veikkausliiga spielt von Anfang April bis Ende Oktober. Zwölf Teams treten an und spielen jeweils dreimal gegeneinander.

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