Sa., 10.11.2018

Fußball-Landesliga: VfB-Kapitän Orkun Tosun vor Heimspiel gegen Vlotho im Interview Nur der Aufstieg zählt

Orkun Tosun (rechts) kam im Sommer vom FC Gütersloh zum VfB Fichte – und wurde prompt Kapitän.

Orkun Tosun (rechts) kam im Sommer vom FC Gütersloh zum VfB Fichte – und wurde prompt Kapitän. Foto: Henrik Wittenborn

Bielefeld(WB). Mit seinem Wechsel vom FC Gütersloh zum Fußball-Landesligisten VfB Fichte Bielefeld hat Orkun Tosun im Sommer gleich zwei Schritte zurück gemacht. Mit etwas Verzögerung scheint sich das für den 25-Jährigen auszuzahlen. Ins Spiel gegen den SC Vlotho (So., 14.30 Uhr, Rußheide) gehen Tosun und die »Hüpker« als Tabellenführer. Vorher stellt sich der VfB-Kapitän noch den Fragen von Henrik Wittenborn.

Orkun Tosun, gerade einmal zwei Monate ist es her, dass beim VfB Fichte nach zwei Niederlagen in den ersten drei Spielen vieles in Frage gestellt wurde. Seit dem vergangenen Wochenende ist Fichte zum ersten Mal Tabellenführer. Überrascht Sie das?

Orkun Tosun: Schon ein wenig. Nach der Niederlage gegen Espelkamp hätte ich nicht gedacht, dass wir so zurückkommen. Aber dann gab es ein paar Umstellungen im Team. Jetzt funktioniert es einfach.

Was ist nach dem 0:2 gegen Preußen Espelkamp am dritten Spieltag mit und in der Mannschaft passiert?

Tosun: Mitgezogen haben alle von Anfang an – daran hat sich nichts geändert. Aber wir sind jetzt eine Mannschaft geworden. Wir hatten viele Neuzugänge im Sommer, ich zähle ja selbst dazu. Das hat ein bisschen Zeit gebraucht.

Gliniars stimmt Tosun um

Nach Ihrem Wechsel bekamen Sie von Trainer Mario Ermisch gleich die Kapitänsbinde überreicht. Für einen Neuzugang eher ungewöhnlich…

Tosun: Mich hat das auch ein bisschen überrascht. Fichte ist mein Jugendverein. Als A-Jugendlicher habe ich hier den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Eigentlich wollte ich da schon in die Kreisliga gehen, weil ich keine Lust mehr auf Fußball hatte. Aber unser Trainer Christopher Gliniars hat mich damals überzeugt, ein Jahr bei ihm mitzumachen. ›Mach ein gutes Jahr bei mir und dann wirst du sehen, wo es für dich hingeht.‹ Dann habe ich in der Innenverteidigung neben Ivica Ivicevic 34 Spiele gemacht und Fußball spielen gelernt.

Der Aufschwung hängt nicht zuletzt auch mit Ihrem Schritt zurück zusammen: Seit einigen Wochen spielen Sie nicht mehr im offensiven Mittelfeld, sondern als Innenverteidiger. Wie gefällt Ihnen diese Rolle?

Tosun: Mittlerweile fühle ich mich pudelwohl da. Und es tut der Mannschaft auch gut. Seit ich mit Mohammet-Ali Özel da hinten spiele, brennt kaum noch etwas an. Das passt einfach und ist für die Mannschaft das Richtige.

Apropos Rückschritt: Im Sommer ging’s für Sie vom FC Gütersloh zwei Ligen tiefer zum VfB. Warum?

Tosun: Nicht der einzige, aber der Hauptgrund war, dass ich bei meiner Familie sein wollte. Ich bin vor zwei Monaten Vater geworden. Ich wollte kurze Wege haben.

Verändert so ein Ereignis auch den Blick auf den Fußball?

Tosun: Auf den Fußball nicht unbedingt. Aber das Drumherum hat sich komplett verändert. Man denkt wirklich 24 Stunden nur an sein Kind.

Fokussiert gegen Vlotho

Seit Sonntag ist der VfB Fichte als Tabellenführer der Gejagte. Liegt der Mannschaft diese Rolle?

Tosun: Das kann man noch gar nicht sagen, wir sind ja zum ersten Mal an der Spitze. Arroganz ist im Training jedenfalls nicht zu sehen. Natürlich reden wir darüber, dass wir jetzt nicht abheben dürfen. Der Sieg in Tengern war stark, aber gegen den Spitzenreiter ist ja jeder heiß. Jetzt müssen wir das gleiche Gesicht gegen Vlotho zeigen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir Charakter bewiesen.

Nach den Topspielen auswärts geht es zu Hause wieder gegen einen Abstiegskandidaten. Wie schafft man diesen Spagat?

Tosun: Indem man voll konzentriert arbeitet und das Spiel genau so angeht wie gegen Tengern. Das müssen die älteren den jüngeren Spielern dann auch ein bisschen vermitteln. Hier darf sich niemand Gedanken darüber machen, dass wir gegen den Letzten spielen.

Ist die Übernahme der Tabellenführung der richtige Moment, um den Aufstieg ins Visier zu nehmen?

Tosun: Definitiv. Da müssen wir nicht drumherum reden. Für mich wäre alles andere als der Aufstieg eine Enttäuschung. Das ist auch in der Mannschaft so besprochen. Wir wollen aufsteigen und werden das auch schaffen. Nur wir entscheiden das.

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