Mo., 24.12.2018

Die Hallen-Stadtmeisterschaft ist ein Zuschauermagnet – Umzug in die Seidensticker-Halle zahlt sich aus »Ein Turnier für alle Bielefelder«

Im Jahr 2014 fand die Endrunde der Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft zum ersten Mal in der schmucken Seidensticker Halle statt. Im Jahr danach kamen 3300 Besucher zu den Finalspielen – Rekord! In den Jahren zuvor wurde der Bielefelder Hallen-Stadtmeister in der Sporthalle Jöllenbeck ermittelt.

Im Jahr 2014 fand die Endrunde der Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft zum ersten Mal in der schmucken Seidensticker Halle statt. Im Jahr danach kamen 3300 Besucher zu den Finalspielen – Rekord! In den Jahren zuvor wurde der Bielefelder Hallen-Stadtmeister in der Sporthalle Jöllenbeck ermittelt. Foto: Thomas F. Starke

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Als der Fußballkreis Bielefeld unter seinem damaligen Vorsitzenden Egon Senf im Jahr 1997 die Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft aus der Taufe hob, konnte keiner ahnen, dass aus dieser Idee eine echte Erfolgsgeschichte werden würde.

»Es ging eigentlich darum, den Bielefelder Amateur-Mannschaften in der Winterpause eine Möglichkeit zu geben, am Ball zu bleiben, und einen Turniersieger auszuspielen«, erinnert sich Lutz-Peter Oberschelp. Der heutige Kreiskassierer war wie auch Egon Senf und der spätere Kreisvorsitzende Horst-Dieter Knüppel ein Mann der ersten Stunde und hat die Entwicklung, die die Veranstaltung seit der Premiere vor 21 Jahren genommen hat, hautnah miterlebt. »Damals konnte natürlich keiner wissen, dass das Turnier zu einem solchen Selbstläufer werden würde«, erklärt Oberschelp. Das Motto »Fußball für alle« wurde aber schon bei der Premiere gut angenommen. »Die Hallen waren immer voll.«

VfB 03 Bielefeld gewinnt die Premiere

Sieger der ersten Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft im Jahr 1997 wurde der VfB 03 Bielefeld unter Trainer Mario Ermisch. Im Vorjahr schloss sich dieser Kreis, als der VfB Fichte nach 17 Jahren endlich mal wieder den Siegerpokal in die Höhe stemmen durfte – erneut unter Trainer Mario Ermisch, der insgesamt fünf Mal die Trophäe gewann. »Für die Spieler ist dieses Turnier zwischen Weihnachten und Silvester zu einem Highlight geworden, für mich als Trainer hat das mittlerweile keinen so großen Stellenwert mehr. Früher ging es in der Halle auch mehr zur Sache als heute«, stellt Ermisch fest.

Gleichauf mit dem 60-jährigen Coach des VfB Fichte liegt Theesens Trainer Andreas Brandwein mit ebenfalls fünf Titeln, darunter der Hattrick in den Jahren 2013, 2014 und 2015. »Als Trainer war ich insgesamt 18 Mal dabei und immer in der Endrunde. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz«, schmunzelt Brandwein, der bei der Premiere im Jahr 1997 zudem noch als VfB-Spieler unter Mario Ermisch den Hallenpokal gewann. »Wir hatten damals eine Riesen-Hallentruppe, die alles abgeräumt hat. Der Respekt untereinander war zu dieser Zeit größer als heute, wo es leider auch immer wieder Anfeindungen gibt.«

Kritik am Modus

Brandwein betrachtet die Entwicklung der Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft durchaus mit kritischen Augen: »Ich finde, die Veranstaltung ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß und seit zehn Jahren stehen geblieben.« Der 44-Jährige kritisiert vor allem den Auslosungsmodus ohne Setzliste: »Meiner Meinung nach sollten die besten Mannschaften auch in der Endrunde spielen.«

Norbert Schlingmann von der Sparkasse Bielefeld, Turniersponsor seit der ersten Stunde, entwickelte den Modus im Jahr 2000. »Und daran hat sich seitdem fast nichts geändert«, erklärt Lutz-Peter Oberschelp. Es gab in den vergangenen Jahren zwar immer wieder kritische Stimmen und Rufe nach einer Setzliste, aber davon hat der Kreisvorstand bewusst Abstand genommen. Oberschelp: »Die Stadtmeisterschaften sollen weiter ein Turnier für alle Bielefelder Mannschaften sein, in dem die Kleinen auch die Chance haben, mit etwas Losglück in die Endrunde einzuziehen. Das ist doch schöner und interessanter, als wenn jedes Jahr die gleichen Mannschaften bei der Endrunde spielen würden.«

Das sieht der Kreisvorsitzende Markus Baumann, der 2007 die Nachfolge von Horst-Dieter Knüppel angetreten hat, ähnlich: »Wir haben auch über eine Änderung nachgedacht, sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass wir im Amateursport sind und hier alle Vereine die Chance haben sollen, sich vor einer größeren Kulisse präsentieren zu können.«

2014: Umzug in die Seidensticker-Halle

Mit dem Umzug am Finaltag in die Bielefelder Seidensticker-Halle ist der Ausrichter im Jahr 2014 neue Wege gegangen. Erstmals seit 2000 – in den ersten drei Jahren fand die Endrunde noch in Schildesche und der Carl-Severing-Halle statt – wurde das Finale nicht mehr in der Jöllenbecker Realschulsporthalle (Fassungsvermögen: 1200 Zuschauer) ausgetragen. 2800 Besucher gaben den Veranstaltern bei der Premiere Recht, im Jahr danach wurde sogar die 3000-Zuschauer-Marke geknackt. »Es war die richtige Entscheidung, in die Seidensticker-Halle umzuziehen. Hier können einfach mehr Zuschauer dabei sein und die Sicherheit ist auch gewährleistet«, erklärt Lutz-Peter Oberschelp.

Die Kehrseite: Die Ausrichtung eines Endspieltages in Bielefelds größter Sportarena kostet zwischen 35.000 und 40.000 Euro. »Darum müssen wir auch Eintritt nehmen, um die steigenden Kosten decken zu können.« Waren es 2014 noch 5 Euro Eintrittsgeld, so sind es mittlerweile 7 Euro, die man als Zuschauer für die Finalrunde berappen muss. Stabil geblieben ist unterdessen das Preisgeld. Insgesamt schüttet der Fußballkreis Bielefeld 4950 Euro an die Teams aus.

»Fehlende Fan-Kultur«

Trotz des hohen Zuschauerzuspruchs wollte im weiten Rund der Seidensticker-Halle bislang aber keine richtige Stimmung aufkommen, was Markus Baumann auch auf »fehlende Fan-Kultur« im Bielefelder Amateurfußball zurückführt: »Hier gibt’s viele neutrale Zuschauer. Das ist im Altkreis Halle zum Beispiel ganz anders. Da ist es deutlich lauter, obwohl viel weniger Zuschauer da sind.« Etwas modifiziert worden ist das Reglement. Gespielt wird seit 2014 nach den DFB-Hallenregeln, die sich am Futsal mit dem sprungreduzierten Ball orientieren.

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