Mo., 07.01.2019

Handball-Kreispokal: TSG muss sich TuS Spenge im Endspiel mit 8:10 beugen Westfalenticket trotz Finalniederlage

Der TuS Spenge bezahlte seinen Kreispokalsieg mit einer Knieverletzung von Oliver Tesch (Zweiter von links).

Der TuS Spenge bezahlte seinen Kreispokalsieg mit einer Knieverletzung von Oliver Tesch (Zweiter von links). Foto: Thomas F. Starke

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld hat seinen Vorjahrestitel als Kreispokalsieger nicht verteidigen können. Das Endspiel gegen den TuS Spenge ging nach 6:5-Führung noch mit 8:10 verloren. Das Trostpflaster: Weil Spenge als Drittligist nicht am Westfalenpokal teilnehmen darf, wird der Handballkreis Bielefeld-Herford hier 2019/20 von der TSG vertreten.

Eine Spenger Abwehrumstellung von 6:0 auf 3:2:1 war beim Stand von 6:4 für die Bielefelder der Knackpunkt. »Diese taktische Maßnahme hat uns recht gegeben«, meinte TuS-Trainer Heiko Holtmann, der das Endspiel freiwillig als Zuschauer verfolgte und »Co« Sebastian Cuhlmann die Regie überließ. Die Erklärung: Im entscheidenden Gruppenspiel gegen den TuS 97 hatte sich Holtmann mit Referee Mustafa Ayhan ein hitziges Wortgefecht geliefert und seine Mannschaft mit einer Zeitstrafe geschwächt. Letztlich behielten die Spenger wohl mit 12:11 die Oberhand; auf ein erneutes emotionales Wiedersehen im Endspiel wollte es Holtmann aber wohl nicht ankommen lassen.

Wagner sieht einen »kleinen Schritt« nach vorn

TSG-Trainer Carl Moritz Wagner ließ sich trotz der Niederlage die Laune nicht verderben. »Das war ein guter Auftritt von uns. Spenge hatte uns einiges voraus, die spielen nicht umsonst eine Ligahöher. Ich will, dass wir als Mannschaft vorankommen. Auch, wenn uns zwei, drei Angriffe gegen die 3:2:1-Deckung nichts eingefallen ist – das trainieren wir gerade und haben wir nicht gut gelöst – war das ein weiterer kleiner Schritt.«

Die Spenger, die die Vertragsverlängerung mit Phil Holland (ein Jahr) und Fabian Breuer (drei Jahre) vermeldeten, zahlten womöglich einen teuren Preis: Abwehrstratege Oliver Tesch schied mit einer Innenbandverletzung im Knie aus. Auch Nils van Zütphen, der im hitzigen Duell mit dem TuS 97 nach einem Schubser von Lukas Heins (Rote Karte) mit dem Hinterkopf aufs Parkett knallte, musste im Finale passen.

Vorrunde

In der Fünfergruppe I dominierte Oberligist TuS 97 nach Belieben und feierte mit 8:0 Punkten den Gruppensieg. Hatte die TSG-Reserve anfangs mit einem 12:11 über Mennighüffen für Aufsehen gesorgt – Bjarne Franz bog mit zwei Treffern einen 10:11-Rückstand um – so konnte der Landesligist in der Folge nur noch ein 10:10-Remis gegen das HT Senne einfahren. Franz, der wegen eines Pferdekusses fortan im halbrechten Rückraum fehlte, wurde vermisst. Mennighüffen machte als Zweiter das Rennen.

In Brackwede sorgten die »Dritte« und »Vierte« der TSG für Furore. Beide trafen in der Überkreuzrunde aufeinander. Das torreiche Vereinsduell Alt gegen Jung ging mit 16:14 an Jens Tegtmeyers couragiert auftretende Buben; die Kappelts, Grunows, Rethmeiers oder Geukes’ konnten ihre Routine diesmal nicht verzinsen.

Derweil im harzfreien Herford Verbandsligist TuS Brake das im Vorfeld von Trainer Max Rittersberger verschenkte »Null-Bock-Alibi« dankend annahm und 12:13 gegen die eigene Zwote unterlag, scheiterte die zu dem Zeitpunkt noch von Spielertrainer Maximilian Schüttemeyer angeführte TSG wegen einer zu hohen Fehlerquote mit 8:13 am TuS Spenge. »Dann sehen wir uns halt im Finale wieder. Da sieht’s wieder anders aus«, merkte Geschäftsführer Christian Sprdlik an – sah es dann aber doch nicht.

Im Überkreuzspiel gegen Verbandsligaprimus CVJM Rödinghausen konnte die TSG einen 5:6-Rückstand (14.) mit vier Toren in Folge drehen und das Polster bis zum 12:9-Endstand verteidigen. »Ein Krampfspiel«, urteilte Wagner. »Wenig Tempo, wenig Zweikampfstärke. Aber Ziel erreicht!«

Endrunde

In der Endrunde duellierten sich zwei Teams der TSG und des TuS 97 mit den Oberligisten TuS Spenge und VfL Mennighüffen. Stephan Neitzels TuS 97-Reserve trotzte Spenge dank Jane Heidemann, der ein 6:8 mit zwei Treffrern egalisierte, immerhin ein überraschendes 8:8 ab. »Das waren zwei Bonusspiele für uns«, freute sich der Trainer über »gut erledigte Hausaufgaben. So habe ich mir das gewünscht.«

TuS 97-Coach Sven-Eric Husemann war letztlich ebenfalls zufrieden mit dem »Training unter Wettkampfbedingungen«, wusste aber auch, dass das 10:6 gegen die eigene Zwote »keine Glanzleistung« war.

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