Do., 10.01.2019

Umfrage zur Handball-WM: Bielefelder trauen Deutschland den Halbfinaleinzug zu Die Heim-Atmosphäre soll’s richten

Die EM ist nicht vergessen: Bundestrainer Christian Prokop hat in Bielefeld seine Kritiker. Rechts Torhüter Andreas Wolff.

Die EM ist nicht vergessen: Bundestrainer Christian Prokop hat in Bielefeld seine Kritiker. Rechts Torhüter Andreas Wolff. Foto: Sören Voss

Bielefeld (WB/jm/fra). Erstmals wird eine Handball-Weltmeisterschaft von zwei Verbänden ausgetragen: Deutschland und Dänemark sind Ausrichter. Am Donnerstag bestreitet Deutschland das Eröffnungsspiel (18.15 Uhr, live im ZDF). Gegner in der Berliner Mercedes-Benz Arena ist Korea.

Weitere Gegner in der Gruppe A sind Brasilien (12. Januar), Russland (14. Januar), Frankreich (15. Januar) und Serbien (17. Januar). Sollte sich die DHB-Auswahl für die Hauptrunde qualifizieren, ginge es am 19., 21. und 23. Januar weiter. Am Rande des Kreispokals haben wir eine Umfrage durchgeführt: Was erwarten Bielefelder Handballer von dieser WM? Wie weit kommt Deutschland? Ein bisschen Skepsis strahlte dabei durch. Nach der enttäuschenden Leistung der Nationalmannschaft bei der EM mit dem verdienten Ausscheiden im Viertelfinale hat vor allem Bundestrainer Christian Prokop immer noch seine Zweifler.

»Dem Handball neues Feuer geben«

Christian Sprdlik, TSG-Geschäftsführer: »Ich würde mich freuen,

TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik. Foto: Peter Unger

wenn Deutschland es ins Halbfinale schafft. Ich wünsche mir ein Team, das unbekümmert und leidenschaftlich aufspielt und dem Handball in Deutschland neues Feuer gibt. Wir wären doch alle Gewinner, wenn es den Bad Boys gelingt, die Öffentlichkeit zu begeistern. Wenn Sponsoren spüren, dass es sich lohnt, in den Handball zu investieren.«

»Heim-WM kann Leistungsreserven freisetzen«

Dr. Carl Moritz Wagner, TSG-Trainer: »Handball lebt von Emotionen und Zuschauerunterstützung. Deshalb kann diese Heim-WM Leistungsreserven freisetzen. Auf diesem Niveau entscheiden Nuancen. Eine deutsche Mannschaft in Topform kann weit kommen. Andreas Wolff im Tor wird ein Faktor sein, auch haben wir mit Wiencek, Pekeler und Kohlbacher unglaublich gute Kreisläufer. Ich bin kein Prokop-Fan, traue uns aber das Halbfinale zu.«

»Viel hängt vom Turnierstart ab«

Sven-Eric Husemann, TuS 97-Trainer: »Zu Hause ist alles möglich. Entscheidend wird sein, wie unsere Mannschaft in das WM-Turnier reinfindet. Ein bisschen Druck ist durchaus da. Über die Vorrunde sollten wir hinauskommen. Ob unsere Jungs in der Lage sein werden, sich kontinuierlich zu steigern? Ich weiß es nicht. Viel hängt vom Turnierstart ab. Meiner Meinung nach hat diese Truppe aber nicht den Status der deutschen Mannschaft von 2007.«

»In der Hauptunde ist Schluss«

Stephan Neitzel, TuS 97 II-Trainer: »Die Vorrunde werden

Stephan Neitzel, Trainer TuS 97 II. Foto: Peter Unger

wir wohl überstehen, in der Hauptrunde ist dann Schluss. Mehr ist nicht drin, mehr traue ich der Truppe in dieser Konstellation nicht zu. Ich glaube nicht, dass Christian Prokop in der Lage ist, den Hebel umzulegen. Es passt einfach nicht, sagt mein Bauchgefühl. Prokop ist zu verkopft, zu analytisch, zu wenig emotional, zu hochtrabend, zu clean. Vielleicht tue ich ihm aber auch Unrecht.«

»Haben eine richtig gute Mannschaft«

Julius Hinz (TSG), Kreispokal-Torschützenkönig: »Wir haben eine richtig gute Mannschaft. Da kann was gehen. Dass es eine Heim-WM ist, ist ein Vorteil. Es kann sich eine große Euphorie im Land entwickeln. Mindestens das Halbfinale in Hamburg traue ich unserer Mannschaft zu. Im Finale ist alles drin.«

»Wünsche Prokop ein besseres Händchen als bei der EM«

Simon Dreier, TSG-Frauentrainer: »Ich erwarte von der deutschen Mannschaft, dass sie bei der WM eine gute Rolle spielt, weil sie einen starken und ausgeglichenen Kader hat. Außerdem wünsche ich Christian Prokop ein besseres Händchen als bei beim letzten Turnier. Ich denke, dass in der Weltspitze vieles möglich ist.«

»Die Tagesform entscheidet«

Frank Brennecke, Frauen-Verantwortlicher TuS 97: »Ich hoffe natürlich auf ein gutes Abschneiden des deutschen Teams. Bei so einem Turnier ist das aber immer schwer vorherzusagen. Da entscheidet oft die Tagesform. Machst du ein bis zwei gute Spiele, kannst du weit kommen. Bei ein, zwei schlecht Spielen kannst du aber auch früh raus sein.«

»Das Halbfinale sollte Pflicht sein«

Thomas Boerscheper, Kreisvorsitzender : »Das Halbfinale bei der Heim-WM sollte Pflicht sein. Wie gefestigt das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer ist, wird sich zeigen, wenn es mal nicht so laufen sollte. Für den Handball in Deutschland wäre ein erfolgreiches WM-Abschneiden enorm wichtig, um Werbung in eigener Sache zu betreiben.«

Verlegungen bei WM-Finale

Sollte Deutschland das WM-Finale am 27. Januar im dänischen Herning erreichen, soll es problemlos möglich sein, die für diesen Tag angesetzten Ligaspiele zu verlegen, heißt es.

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