Fr., 11.01.2019

Handball-Oberliga: TSG A-H reist als Favorit zur TSG Harsewinkel »Keine Ruhepause gönnen«

Szene vom 34:22-Hinspielsieg: Nils Strathmeier überwindet Harsewinkels Torwart-Ikone Johnny Dähne per Gegenstoß.

Szene vom 34:22-Hinspielsieg: Nils Strathmeier überwindet Harsewinkels Torwart-Ikone Johnny Dähne per Gegenstoß. Foto: Jens Senftner

Bielefeld  (WB/jm). Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld steigt am Abend mit einem Auswärtsspiel in die zweite Halbserie ein. Erster Gegner ist die angezählte TSG Harsewinkel, die zum Meisterschaftsauftakt deutlich mit 34:22 bezwungen werden konnte. Anwurf ist um 20 Uhr.

Die Rollen in »Hasentown« sind klar verteilt: Beim Gastgeber leuchtet die Rote Laterne (4:22 Punkte), derweil sich die TSG als Tabellendritter keine weitere Blöße mehr geben darf, will sie LIT Tribe Germania – der Primus hat vier Punkte mehr auf dem Konto als die Bielefelder – weiter gefährden und die Aufstiegsmöglichkeit wahren. Doch Calle Wagner wäre nicht Calle Wagner, wenn er nicht gebetsmühlenartig mahnen würde.

»Wir sind doch gebrannte Kinder und wissen, was alles passieren kann. Wer meint, in dieser Oberliga könne auch nur ein Spiel im Vorbeigehen gewonnen werden, unterliegt einem fatalen Irrtum. Im Hinspiel hat Harsewinkel nicht sein komplettes Leistungsvermögen gezeigt.« Nach ausgiebigem Videostudium des Gegners orakelt er: »Harsewinkel ist in der Liga angekommen. Ich halte viel von denen. Die haben Gladbeck zu Hause geschlagen und werden auch uns vor Aufgaben stellen.«

Sundberg als belebendes Element

Gut, dass Richard Sundberg beim Kreispokal ein gelungenes Comeback feierte. Quirlig, druckvoll – der Finne sprühte vorne wie hinten vor Einsatzfreude und entpuppte sich für den Rückraum als belebendes Element. Wagner ist denn auch froh, dass er künftig eine Alternative mehr hat. »Ricke zu verteidigen, tut weh. Er ist körperlich präsent und robust«, wünscht Wagner dem Nationalspieler, der auch schon in der Vorbereitung verletzt pausieren musste, einen gelungenen Wiedereinstieg in die Meisterschaft.

Der Matchplan ist klar. Angefangen bei der soliden 6:0-Deckung, die einfach stabil arbeiten muss, sollen das Tempo und der Druck nach vorne hochgehalten, der Gegner überlaufen werden. Wagner: »Wir müssen uns einfach zwingen, Tempo zu gehen, und dürfen uns keine Ruhepause gönnen.« Personell sieht es besser aus als am Sonntag in Jöllenbeck. Die beiden Grippekranken Vincent Kroll und Luca Sewing kehren zurück. Mit Sewing kann der rechte Rückraum wieder mit einem Linkshänder bestückt werden. Ob Arne Kröger (Fußprobleme) einsatzfähig ist, soll sich kurzfristig entscheiden.

In der Abwehr anfällig

Harsewinkel stellt die mit Abstand löchrigste Deckung: 422 Gegentore in 13 Spielen. Den Jahresauftakt beim Kreispokal definierte der Gegner selbst als »ausbaufähig«. Als Gruppenzweiter – Niederlage gegen die TG Hörste – wurde der Sprung in die Endrunde verpasst. Allerdings musste Trainer Manuel Mühlbrandt mit Florian Öttking (Sewings WG-Genosse), Marius Pelkmann, Florian Bröskamp und Torhüter Johnny Dähne vier Stammkräfte ersetzen.

Dähne hat seine Mitspieler beim ersten Training im neuen Jahr darüber in Kenntnis gesetzt, dass er den Verein im Sommer nach acht Jahren und zwei Aufstiegen in Richtung TV Werther verlassen werde (wir berichteten). Und dabei klargestellt, dass er sich bis zum Ende voll reinhängen und mit dem Klassenverbleib verabschieden möchte. Dähne: »In meiner Laufbahn bin ich erst einmal abgestiegen, 2002/2003 mit der HSG 02 Bielefeld aus der 2. Liga. Das soll auch so bleiben.«

»Funke muss von der Truppe kommen«

Trainer Manuel Mühlbrandt wäre für dieses Ziel jede Überraschung recht. Er glaubt weiter an ein Happyend und will dafür den nächsten Schritt auf Charakterebene sehen. »Der Funke dafür muss von der Truppe kommen. Wenn der den Benzinkanister erreicht, können wir ein Feuerwerk entfachen.« Am besten schon heute Abend. Sein Wunsch: über mentale Stärke und über Teamgeist der »großen« TSG zuzusetzen – und bloß nicht frühzeitig den Anschluss verlieren. Mühlbrandt weiß um die Kräfteverhältnisse: »Wir sind haushoch unterlegen.«

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