Fr., 11.01.2019

Handball-Oberliga: Mit der Brechstange zum 21:20 TSG quält sich zum Sieg in Harsewinkel

Kaum Tempo, keine Durchschlagskraft aus dem Rückraum: Richard Sundberg und die TSG A-H Bielefeld kamen beim 21:20 in Harsewinkel mit zwei blauen Augen davon.

Kaum Tempo, keine Durchschlagskraft aus dem Rückraum: Richard Sundberg und die TSG A-H Bielefeld kamen beim 21:20 in Harsewinkel mit zwei blauen Augen davon. Foto: Wolfgang Wotke

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Pflicht erfüllt, Blamage nur ganz knapp abgewendet: Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld ist am Abend mit einem mehr als glücklichen 21:20 (10:9)-Sieg bei Schlusslicht TSG Harsewinkel in die Rückrunde gestartet und hat damit vorerst den zweiten Tabellenplatz erobert.

Die Vorgabe von Neu-Trainer Carl Moritz Wagner, von Beginn an aufs Tempo zu drücken, ging nur in den ersten Minuten auf. Die Flügelzange Nils Strathmeier und Julius Hinz sorgte für eine 2:1-Führung, aber erst als Harsewinkels Kreisläufer Nico Schmeckthal in der 6. Minute bereits seine zweite Zeitstrafe kassierte, konnte sich der Favorit etwas absetzen. Drei weitere Hinz-Treffer sorgten für das 5:1 (13.). Da die Bielefelder 6:0-Abwehr kompakt stand, blieb es bis zur 15. Minute bei nur zwei Gegentoren.

Als Johannes Krause dann für zwei Minuten auf die Bank musste, konnte der Tabellenletzte auf 3:6 verkürzen – Harsewinkels Coach Manuel Mühlbrandt nahm eine Auszeit (17.). In dieser wirkte auch Calle Wagner bereits alles andere als zufrieden, was sich vor allem auf die Angriffsleistung seines Rückraums bezog. Bergen und Fröbel erhöhten über den Kreis zwar auf 8:3 (19.), doch die Bielefelder Distanzschützen Sundberg, Schüttemeyer und Krause blieben gegen die gegnerische 3:2:1-Abwehr weiter ohne jede Durchschlagskraft.

Aufsteiger wittert Hoffnung

Als Johnny Dähne zudem einige Bälle parieren konnte, durfte der Aufsteiger plötzlich Hoffnung schöpfen. Mit drei Toren in Folge verkürzte Harsewinkel auf 6:8, nun nahm Wagner eine Auszeit (25.). Doch nach einem Ballverlust von Schüttemeyer verwandelte Sven Bröskamp per Gegenstoß zum 7:8 (26.), ehe Johannes Krause in Überzahl tatsächlich der erste Treffer aus dem Rückraum gelang – 9:7 (28.).  Wenig später konnte Felix Hendrich mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Öttking noch den Ausgleich verhindern, den dann aber Krspogacin besorgte. Sekunden vor der Pausensirene gelang Sundberg mit seinem einzigen Tor die 10:9-Pausenführung.

Mit Beginn der zweiten Hälfte übernahm Linkshänder Luca Sewing den Part im rechten Rückraum, Calle Wagner wechselte sich selbst in der Abwehr ein, und Arne Kröger kam auf Halblinks für Sundberg. Doch auch diese Umstellungen blieben zunächst ohne Wirkung. Die Gäste gerieten sogar erstmals in Rückstand – 10:12 und 12:14 (36.). Doch Sewing brachte seine Mannschaft zurück ins Spiel: In doppelter Unterzahl glich der Linkshänder zum 14:14 aus und holte mit zwei weiteren Treffern die Führung zurück – 16:14 (42.).

Das Nervenspiel geht weiter

Das Nervenspiel sollte weitergehen. Harsewinkels Kevin Brown musste nach seiner dritten Zeitstrafe vom Feld (46.), doch die »große TSG« scheiterte immer wieder an sich selbst oder an Johnny Dähne zwischen den Pfosten. Julius Hinz beendete mit dem 17:15 eine mehr als achtminütige Torflaute (50.). Beim Spielstand von 18:16 sah Kröger nach einem Foul an Braun die Rote Karte (54.), in Überzahl glich Harsewinkel zum 18:18 aus (55.). Dann holte die TSG die Brechstange heraus: Die ersten beiden Tore von Schüttemeyer zum 21:19 (58.) brachten die Bielefelder schließlich auf die Siegerstraße. Es musste aber bis zur letzten Sekunde gezittert werden, ehe der 21:20-Erfolg feststand.

»Wir sind einfach eine Wundertüte. Heute sind wir mit zwei blauen Augen davongekommen. In der ersten Halbzeit war unser Rückraum nicht existent«, urteilte Calle Wagner.

TSG A-H Bielefeld: M. Kroll/Hendrich – V. Kroll, Zwaka, Kröger (1), Wagner, Fröbel (2), Krause (1), Schüttemeyer (2), Strathmeier (2), Sundberg (1), Bergen (2), Hinz (6/2), Sewing (4).

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