Fr., 08.02.2019

Vor dem Handball-Oberligaderby: Felix Hendrich lobt TSG-Trainer Dr. Carl Moritz Wagner »Ich brauche Emotionen«

TSG-Torhüter Felix Hendrich (rechts) und Derby-Novize Fabian Ullrich freuen sich auf heute Abend und hoffen auf eine stattliche Kulisse. »In einem Hexenkessel zu spielen, macht dreimal mehr Spaß«, sagt Hendrich.

TSG-Torhüter Felix Hendrich (rechts) und Derby-Novize Fabian Ullrich freuen sich auf heute Abend und hoffen auf eine stattliche Kulisse. »In einem Hexenkessel zu spielen, macht dreimal mehr Spaß«, sagt Hendrich. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Für Torhüter Felix Hendrich (24) hat der momentane Erfolg einen Namen: Dr. Carl Moritz Wagner. Seit der beim Handball-Oberligisten TSG A-H Bielefeld die Richtung vorgibt, keimt neues Leben in der Mannschaft. »Calle setzt auf Emotionen. Das ist in der Oberliga absolut nötig. Und ich bin generell ein Typ, der solche Emotionen braucht.«

Seine Körpersprache, seine Gestik und Mimik setze er vielleicht auch deshalb so wild und extrovertiert ein, um den Gegner einzuschüchtern. »Das gibt mir einen Push!« Vor der »Mutter aller Derbys« am Freitagabend (20 Uhr, Seidensticker Halle) gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck doziert Hendrich: »Nicht nur das Sportliche ist ausschlaggebend. Der, der mehr kämpft, härter in der Abwehr agiert, mehr Leidenschaft und Emotionen investiert, hat bessere Chancen zu gewinnen. Diese Werte vermittelt Calle einfach richtig gut.«

Weil das Team zuhören und umsetzen könne, habe sich der Erfolg eingenistet. »Auch für die Zuschauer ist es so doch deutlich angenehmer, wie wir uns jetzt präsentieren. Das hat vorher einfach gefehlt.«

Duelle versprechen Unterhaltungswert

Dass die TSG seit geraumer Zeit mit Karacho aus der Pause kommt und in dieser Phase stets eine Vorentscheidung markieren konnte zeigt, »dass Calle in der Kabine die richtigen Worte findet.« Klar sei dieses Stadtduell etwas Besonderes, doch, so Hendrich: »In dieser Oberliga ist jedes Spiel ein Derby, dass du mit voller Kraft annehmen musst – als Kollektiv! Wenn du dich auf individuelle Klasse verlässt, kann es leicht negative Überraschungen geben, wie wir zu Beginn der Saison gemerkt haben.«

Duelle wie Hinz gegen Reinsch, Strathmeier gegen Meyer oder Sundberg gegen Kopschek versprechen Unterhaltungswert. »Die Papierform ist in diesem Spiel außer Kraft gesetzt. Kleinigkeiten werden den Ausschlag geben.« Felix Hendrich ist guter Dinge, dass die TSG ihre Stärken abruft. »Es wird bis zur 50. Minute auf des Messers Schneide stehen«, orakelt er. »Am Ende werden wir uns dann mit drei, vier Toren durchsetzen.«

Bei Wagner kribbelt es

Calle Wagner ist längst im Derbymodus. »Es kribbelt bei mir seit Montag. Das muss in alle Köpfe!« Dass es ein Heimspiel sei, »muss ein anderes Gefühl in uns wecken, ein Selbstbewusstsein. Die Leute kommen, weil sie uns sehen wollen. Diesen Druck gilt es in positive Energie umzumünzen.«

Um solch ein Happyend zu erzwingen, preist der Coach die »Grundtugenden des Handballs« an und fordert von seiner Mannschaft »eine hohe Bewegungsbereitschaft, vor allem seitlich. Wir dürfen uns für keinen Meter zu schade sein.« Besonders seinem Ex-Gefährten Daniel Meyer auf Linksaußen attestierte er einen Lauf. »Er hat eine Topquote auch aus schlechten Winkeln.«

Wurfquote bedarf Verbesserung

Auf seinen Angriff sieht Wagner eine TuS 97-Deckung auf sich zukommen, die auf Bälleklau aus sein wird, um die Waffen erste und zweite Phase über ihre schnellen Außen einsetzen zu können. »Die besitzen die Qualität, jede temporäre Nachlässigkeit von uns zu bestrafen. Wir müssen ganz diszipliniert, klug und taktisch sauber spielen, brauchen eine hohe Passqualität und eine ordentliche Geschwindigkeit. Unsere Angriffseffektivität muss stimmen.« Die Wurfquote kann immer noch Besserung vertragen.

Arne Krögers Test am Dienstag ist negativ ausgefallen. Er wird genauso fehlen wie weiterhin Johannes Krause. Mario Bergen fühle sich noch nicht sicher.

Carl Moritz Wagner ist erfolgreichster Derby-Schütze

Auch wenn das gestutzte Personal im Training kaum Neues erarbeiten konnte; Calle Wagner vertraut seinen Jungs voll. »Wir haben neun Feldspieler, die durchs Feuer gehen. Die Jungs machen das super.« Einen Favoriten sieht er nicht.

Wagner (»Ich gucke nicht auf unsere Siege davor«) spricht von einem Duell mit »offenen Ausgang. Bei meinem Videostudium habe ich zuletzt keine großen Schwächen gesehen. Jöllenbeck hat sich entwickelt, ist eine Einheit geworden. Das wird ein richtiger Kampf über 60 Minuten. Die werden uns zeigen, wie nachhaltig unsere eigene Entwicklung ist.«

Die Derbyhistorie seit 2006 – neun Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen – spricht klar für die TSG, deren erfolgreichster Derby-Schütze mit 25 Treffern Carl Moritz Wagner ist.

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