Di., 12.02.2019

Lemgoer Lehrer coachte zuletzt TBV-Jugend – TuS 97 jetzt gegen »Brocken« Hamm II Leif Anton soll die TSG trainieren

Der tanzende rote Siegerkreis nach dem 32:30-Derbysieg. Die TSG A-H Bielefeld hat ihre Siegesserie damit auf 13:1 Punkte ausgebaut. Am kommenden Wochenende geht’s mit einer Doppelbelastung weiter: Meisterschaft und DHB-Pokal.

Der tanzende rote Siegerkreis nach dem 32:30-Derbysieg. Die TSG A-H Bielefeld hat ihre Siegesserie damit auf 13:1 Punkte ausgebaut. Am kommenden Wochenende geht’s mit einer Doppelbelastung weiter: Meisterschaft und DHB-Pokal. Foto: Oliver Schwabe

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker

Bielefeld  (WB). Die TSG A-H Bielefeld soll in der kommenden Saison offenbar von Leif Anton trainiert werden. Nach WB-Informationen will der Handball-Oberligist den 36-jährigen Lemgoer in dieser Woche offiziell vorstellen.

Leif Anton war 2004 mit der Mannschaft der Universität Bielefeld Deutscher Hochschulmeister. Seine Vita mit den Stationen TuS Spenge (2006/07 erfolgreichster Torschütze des Zweitligisten) und Eintracht Hildesheim (2011 Aufstieg in die 1. Liga) stellt dem Lemgoer, Sport- und Deutschlehrer am Marianne-Weber-Gymnasium, ein ordentliches Zeugnis aus. Von 2015 bis 2017 betreute er die A-Jugend des TBV Lemgo. Geschäftsführer Christian Sprdlik wollte die Personalie nicht kommentieren. Mit der Bekanntgabe des Trainers geht die Architektur des neuen TSG-Jahrgangs in die heiße Phase. Viele Gesprächsrunden stehen an. Einzig Maximilian Schüttemeyer, Luca Sewing, Nils Strathmeier, Jonas Zwaka und Vincent Kroll besitzen einen Vertrag über die Saison hinaus. Das fette Problem beim Planen für 2019/20: die ungewisse Ligazugehörigkeit.

Seit dem 1. Dezember ist die TSG ungeschlagen. »Unsere Galligkeit zeichnet uns aus. Wir spielen effektiv. Trotz unserer Verletzten fliegen wir nicht auseinander«, fand Sprdlik nach dem »verrückten« 32:30-Derbysieg über den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck würdigende Worte. »Derby muss nicht immer schön sein«, meinte Jonas Zwaka trotz schmerzender rechter Hand grinsend. »Fabian Ullrich hat in der Prime Time einen guten Job gemacht, und Luca Sewing hat am Ende alles getroffen.« Die Moral bei der TSG unter Bedrängnis habe gestimmt. »Wir standen beim 12:17 mit dem Rücken zur Wand, haben uns als Mannschaft aber nicht in unser Schicksal ergeben«, lobte Carl Moritz Wagner. »Die Weichen waren in eine komplett falsche Richtung gestellt, doch wir sind wieder in die Spur gekommen.« Der TSG-Trainer erkannte bei seiner Mannschaft am Freitagabend eine neue Tugend. »Jeder Einzelne hatte durch sein Zutun einen Anteil am Derbysieg. Wir haben ein hitziges Duell noch rumgerissen! Das bringt uns als Team nach vorne.«

Kröger setzt zwei Akzente

Eigentlich sollte Arne Kröger Freitag gar nicht spielen, nachdem ein Stresstest im Training negativ ausgefallen war. Weil Richard Sundberg aber ein Totalausfall war, musste der Halblinke ab Minute 38 ran und setzte zwei wertvolle Akzente. Seine Balleroberung in der Abwehr verzinste Julius Hinz per Gegenstoß zum 21:21, dazu erzielte Kröger das wichtige 23:22 (49). »Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, als ob die Köpfe hängen. Da hatte ich echt Bedenken. Gut, dass wir immer gnadenlos Tempo gemacht haben. Beim 12:17 ist ein Ruck durchs Team gegangen. Wir haben Zugriff in der Abwehr gefunden und vorne bessere Chancen kreiert«, sagte Hinz, trotz 14 Toren mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden. »In der zweiten Hälfte habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt.«

Keine Zeit zum Verschnaufen

Zum Verschnaufen bleibt keine Zeit. Der Spielplan meint es nicht sonderlich gut mit der TSG. Freitagabend (20 Uhr) wird der VfL Mennighüffen in der Seidensticker Halle erwartet, Sonntag (17 Uhr) an gleicher Stelle das Viertelfinale im Deutschen Amateurpokal ausgetragen: ATSV Habenhausen kommt. Gegen die Bremer hatte die TSG, die zu jenen Regionalligatagen als HSG 02 Bielefeld firmierte, zuletzt 2004 gespielt. Vierfacher Torschütze beim 30:23-Sieg damals: Carl Moritz Wagner.

»Einen Punkt verdient«

Der Jöllenbecker Lauf von zuvor sechs Spielen ohne Niederlage wurde im Derby zwar gestoppt, aber dennoch nahmen auch die Jürmker Positives aus der Seidensticker Halle mit. »Spielerisch haben wir das phasenweise sehr gut gemacht und über die gesamten 60 Minuten gesehen hätten wir in meinen Augen auch einen Punkt verdient gehabt«, sagte Eric Husemann. Über den Ausgang zeigte sich der TuS 97-Trainer auch mit etwas Abstand »enttäuscht, denn wir hatten eine große Chance, das Derby zu gewinnen. Am Ende hat uns aber die Kraft und auch der klare Kopf gefehlt.«

Der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier hatte bereits vor dem TSG-Spiel auch aufs kommende Duell mit dem Tabellendritten ASV Hamm-Westfalen II verwiesen: »Das sind zwei echte Brocken, in denen wir nicht unbedingt punkten müssen.« Müssen nicht, aber können. Den Beweis dafür will der TuS 97 nun am Samstag im Heimspiel gegen Hamm antreten. Eric Husemann: »Unterm Strich ist die Derbyniederlage gegen die TSG kein Beinbruch gewesen. Jetzt geht es darum, dass wir uns weiter stabilisieren.« Tabellarisch befinden sich die Jöllenbecker in einer stressfreien Zone. Der Vorsprung des Tabellenneunten auf das Schlusstrio aus Möllbergen, Oberaden und Harsewinkel beträgt fünf Punkte.

Brake: Automatismen greifen

Verbandsligist TuS Brake hat das 27:31 gegen Spitzenreiter CVJM Rödinghausen schnell zu den Akten gelegt. »Die Leistung hat bis auf die ersten zehn Minuten gepasst. Die Automatismen greifen immer besser. Darum sehe ich den kommenden Aufgaben auch zuversichtlich entgegen«, meinte Lucas Tiemann, ehe er sich für eine Woche aus Bielefeld (erst Job, dann Skitrip) verabschiedete. Die Vorbereitung aufs Auswärtsspiel bei der HSG Spradow übernimmt Trainerkollege Joachim »Atze« Lippert. »Jetzt kommen die Spiele, in denen wir die Punkte zum Klassenerhalt holen müssen«, betont Tiemann. Bei diesem Vorhaben setzt der Aufsteiger (Platz elf) auf seine Bestbesetzung. Luis Merschieve und Maik Braunheim sollen in Spradow wieder dabei sein.

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