Fr., 15.02.2019

Handball-Oberliga: TSG A-H Bielefeld gewinnt Krimi gegen Mennighüffen mit 29:27 Das nächste Derby gedreht

Unverwüstliche »Aushilfe«: Der 39-jährige Henrik Ortmann erzielte bei seinem Kurzeinsatz das Tor zum 11:14.

Unverwüstliche »Aushilfe«: Der 39-jährige Henrik Ortmann erzielte bei seinem Kurzeinsatz das Tor zum 11:14. Foto: Oliver Schwabe

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). Der Mennighüffen-Fluch ist gebannt: Nach fünf Spielen ohne Sieg gegen diesen Gegner seit 2016 hat Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld am Abend einen 29:27 (12:16)-Erfolg über den VfL Mennighüffen erkämpft und so den zweiten Tabellenplatz gefestigt.

Danach hatte es lange nicht ausgesehen. Vor 500 Zuschauern in der Seidensticker Halle lag die TSG, die auf Johannes Krause, Jonas Zwaka, Arne Kröger und Maximilian Kroll verzichten musste, angesichts teils mit fünf Toren im Hintertreffen (8:13, 9:14). »Am Anfang war’s ein bisschen komisch. Wir sind ein bisschen sparsam ins Spiel gegangen und wollten es in dem Wissen, Sonntag wieder spielen zu müssen, mit 50 Prozent lösen. Das hat nicht geklappt«, kommentierte der achtfache Torschütze Maximilian Schüttemeyer den fehlerbehafteten Beginn. Das 0:2 (3.) – bereits Mennighüffens erster Angriff wurde von den Referees mit einem Zeitspiel bedacht – konnte die TSG mit einem 4:0-Lauf zwar drehen, aber die überhasteten, unpräzisen oder auch ideenlosen Aktionen im Angriff sollten nicht abreißen.

Mennighüffen wusste dies und auch Überzahlspiele zu nutzen, schnappte sich dazu Abpraller und setzte sich kontinuierlich ab. Drei Minuten nach dem 7:8 (Strathmeier, 16.) hieß es schon 7:11; Tluczynski traf ins leere Tor.

Von 12:16 auf 20:12

In der 26. Minute kam der unverwüstliche Hendrik Ortmann ins Spiel. Die 39-jährige Aushilfe aus der »Vierten« traf bei der Saisonpremiere tatsächlich zum 11:14 (27.). Bis zum Seitenwechsel (12:16) standen bloß neun Feldtore auf Bielefelds Habenseite. Der Hallensprecher sah die TSG »wie einen alten Diesel« und schwor die Kulisse schonmal hellseherisch auf ein Drama ein. Nach dem 13:17 (36.) wechselte Felix Hendrich ins Tor und schenkte der Truppe mit zwei Paraden gleich Rückhalt. Von 12:16 ging es bis auf 20:12.

Mit dem ersten TSG-Gegenstoßtor markierte Mario Bergen den 19:19-Ausgleich (46.), Hinz per Knick-Strafwurf die 20:19-Führung. Maximilian Schüttemeyer kramte die Brechstange raus und übernahm Verantwortung – 24:21 (54.), 25:23 (56.), 26:24 (57.). Mit dem 28:24 sorgte Julius Hinz für Ruhe. Schüttemeyers neuntem Treffer zum 29:26 blieb 20 Sekunden vor Schluss die Anerkennung versagt; Schuld war in der Hektik Wagners Wunsch nach einer Auszeit. Dafür machte kurz darauf Tobias Fröbel den Deckel drauf; ein TSG-Wechselfehler wurde vorher nicht gesehen.

»In der ersten Hälfte ist vieles gegen uns gelaufen. In der Kabine haben wir uns geschworen, nicht nochmal so eine Halbzeit zu spielen«, erklärte Spielertrainer Calle Wagner das Happyend auch mit einer spürbaren Steigerung der Deckung. »Da haben wir ordentlich Beton angerührt und bis zur 52. Minute nur vier Gegentore zugelassen.« Erschöpft resümierte er das achte nicht verlorene Spiel in Folge seiner Serientäter, das die Punkte 29 und 30 aufs Konto spülte: »Wir haben wieder ein Derby gedreht. Wahnsinn! Aber ich würde mir mal wieder was Ruhigeres für die Nerven wünschen.«

Sonntag im Pokal gegen Habenhausen

Die Aufholjagd hat Körner gekostet. Für die Mannschaft heißt es nun rasch zu regenerieren, um morgen, Sonntag (17 Uhr, Seidensticker Halle), im DHB-Amateurpokal-Viertelfinale gegen HVN-Pokalsieger ATSV Habenhausen bestmöglich »frisch« den vorletzten Schritt Richtung Endspiel in Hamburg zu gehen.

TSG A-H Bielefeld: Ullrich/Hendrich (ab 36.) – Ortmann (1), V. Kroll, Schuwerack, Wagner, Fröbel (1), Schüttemeyer (8), Strathmeier (2), Sundberg (3), Wortmann, Bergen (3), Hinz (8/5), Sewing (3).

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