Mo., 18.02.2019

Handball-Pokal: TSG verliert Viertelfinale gegen Habenhausen 31:36 Das Ende eines Traumes

Nur selten kam die TSG vom Kreis so frei zum Wurf wie hier Tobias Fröbel (zwei Treffer). Die 6:0-Deckung des ATSV Habenhausen war auch für die Bielefelder Distanzschützen eine zu hohe Hürde. Die Konsequenz zu vieler Fehler: das Aus im Pokal!

Nur selten kam die TSG vom Kreis so frei zum Wurf wie hier Tobias Fröbel (zwei Treffer). Die 6:0-Deckung des ATSV Habenhausen war auch für die Bielefelder Distanzschützen eine zu hohe Hürde. Die Konsequenz zu vieler Fehler: das Aus im Pokal! Foto: Jens Senftner

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat sich mit einer mangelbehafteten Vorstellung aus dem Deutschen Amateurpokal verabschiedet. Der Handball-Oberligist verlor sein Viertelfinalspiel auf eigenem Terrain gegen den Nordseeligisten ATSV Habenhausen klar mit 31:36 (16:18). Nun reisen stattdessen die Bremer am 1. März zum Halbfinale nach Thüringen zum HSV Apolda 1990.

Üppige 36 Gegentore: Ein Hauptübel, warum die TSG vor 220 Besuchern in der Seidensticker Halle, darunter der künftige TSG-Cheftrainer Leif Anton, nur in der ersten Viertelstunde bis zum 9:8 in Führung lag. »Ich hatte das Gefühl, dass wir in der Deckung über das ganze Spiel nicht die Sicherheit vom Freitag hatten«, registrierte Mario Bergen viele kleine Abstimmungsschwierigkeiten. Dass die TSG ihr Punktspiel gegen Mennighüffen ausgetragen und Habenhausen seines wegen des Pokals lieber verlegt hatte, sollte sich mit zunehmender Spielzeit immer deutlicher bemerkbar machen. Zu den insgesamt 19 Fehlwürfen gesellten sich etliche Konzentrationsfehler, was sich unter anderem in Passungenauigkeit ausdrückte. Darüberhinaus konnten Felix Hendrich und Fabian Ullrich tauschen, wie sie wollten: die Bestnote auf dem Pfosten-Posten ging an Habenhausens Daniel Sommerfeld.

TSG ist hinten nicht ganz dicht

Dass Mario Bergen einen Vier-Tore-Rückstand per Gegenstoß noch auf 16:18 minimierte, ließ in der Halbzeit die Hoffnungen auf ein neuerliches »gedrehtes« Spiel leben. Doch die TSG, mehrfach in Unterzahl, war einfach nicht ganz dicht. Stellschrauben zur Besserung konnte auch eine Auszeit in der 40. Minute (20:24) nicht ermitteln. Beim 22:29 (47.) war die Entscheidung gefallen, obgleich die TSG dem ATSV mit einer beweglichen 4:2- und 3:3-Deckung noch mehrfach Bälle klauen konnte.

Ausgerechnet dem elffachen Torschützen Julius Hinz fehlte nach dem 28:32 (53.) in Überzahl zweimal das nötige Fortune im Abschluss, und der grippegeschwächte Nils Strathmeier zielte an die Latte. Das hätte auch das 31:32 sein können. Und die technischen Fehler sollten nicht abreißen, kopflose Pässe sausten ins Leere. Die »blauen Jungs« aus Habenhausen führten den abbauenden Gastgeber am Ende vor, kamen zu leichten Torerfolgen und schickten ein feierndes Selfie aus der Halle in den Äther.

»Die Art und Weise hat mir nicht gefallen«

Enttäuscht nahm Geschäftsführer Christian Sprdlik das Pokal-Aus (»Wir brauchen jetzt nicht mehr zu träumen«) zur Kenntnis. »Das hatten wir uns anders vorgestellt. Die Art und Weise hat mir nicht gefallen. Die Konzentration war nicht gut, das Tempo hat gefehlt, und den letzten Willen habe ich auch nicht gesehen. Jeder hatte einen gebrauchten Tag.«

Trainer Carl Moritz Wagner wollte der beträchtlichen Fehlerquote auch eine positive Seite abgewinnen. »Eine gute Lehre für uns. Das hilft mir, den Jungs die Schwächen glaubhaft vor Augen zu führen. Siege kaschieren sowas leicht.« Luca Sewing könnte sich anhören müssen, dass Geduld im Handball eine Tugend sein kann. Der Linkshänder nahm sich oft überhastet Halbchancen. Und Habenhausen hatte am Sonntag die Cleverness und Klasse, die auf dem Silbertablett servierten Geschenke anzunehmen.

Viele Kleinigkeiten summieren sich

Apotheker Wagner diagnostizierte, dass sich viele Kleinigkeiten zu einem unheilvollen »Konglomerat« (Gemisch) summiert hätten. »Wir sind an einen Punkt gekommen, an dem die Kraft gefehlt hat. Das müssen wir so akzeptieren. Wir bereiten uns in dieser Woche ganz konzentriert auf das Endspiel in Hamm vor. Sonntag entscheidet sich, wer Nordhemmerns Herausforderer im Aufstiegskampf sein wird.«

TSG A-H Bielefeld: Hendrich/Ullrich – Kroll, Fröbel (2), Wagner, Schüttemeyer (4/1), Strathmeier (1), Sundberg (4), Wortmann, Bergen (2), Hinz (11/3), Sewing (7).

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