Die volle Konzentration der TSG und des TuS 97 gilt anstehenden Aufgaben in der Meisterschaft
Bonus bleibt aus

Bielefeld (WB). Das betrübliche Ausscheiden im Deutschen Amateurpokal beinhaltet für die TSG A-H Bielefeld auch ein Ende der Doppelbelastung. Gerade rechtzeitig vor dem Gastspiel beim punktgleichen Oberligadritten ASV Hamm-Westfalen II (beide 30:6) kann sich die TSG wieder ganz auf die Meisterschaft konzentrieren.

Dienstag, 19.02.2019, 10:57 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 08:44 Uhr
Allein auf weiter Flur: Maximilian Schüttemeyer ist bei seinem Durchbruch-Versuch von vier Habenhausenern umringt. Foto: Jens Senftner
Allein auf weiter Flur: Maximilian Schüttemeyer ist bei seinem Durchbruch-Versuch von vier Habenhausenern umringt. Foto: Jens Senftner

Der »Bonus Hamburg« futsch – Mario Bergen tröstete sich mit dem Gedanken, dass die Punktehatz fortan Priorität hat. »Wir wollen aufsteigen«, sagte er am Sonntagabend nach dem 31:36 gegen den ATSV Habenhausen entschlossen – obwohl die Bielefelder Leistung vom Prädikat meisterlich erheblich entfernt war. Vor allem das eigentliche »Prunkstück«, die stabile Deckung, wurde von Habenhausen kunstvoll filetiert. »Der Gegner war deutlich frischer als wir«, erkannte TSG-Trainer Dr. Carl Moritz Wagner.

TSG-Flow soll anhalten

Sonntag soll es wieder besser laufen. »Seit Calle unser Trainer ist, haben wir in der Meisterschaft einen Flow«, sagt TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik angesichts eindrucksvoller 15:1 Punkte in Folge. Damit in Hamm keine böse Überraschung passiert, mahnt Wagner Geduld im Angriff an. »Wir müssen nicht gleich die erste oder zweite Chance nehmen.«

48 Stunden zuvor hatte Calle Wagner in der Pause gefrustet die Augen verdreht. »Wie immer gegen Mennighüffen«, seufzte er angesichts des tristen 12:16-Halbzeitrückstands. Das lag nicht nur am ermüdend aufspielenden Gegner, dessen Angriffe laut Wagner »ewig und drei Tage« währten. Und am Ende fanden Schumann und Co. immer noch irgendwie eine Lücke oder quälten einen Siebenmeter heraus. »Wir waren nicht richtig wach, haben unheimlich fahrlässig gespielt. Was wir eigentlich wollten, hat Mennighüffen uns vorgemacht: leichte Tore zu erzielen«, registrierte Wagner »großes Verbesserungspotenzial.«

Trotz einer erheblichen Fehlerquote, etwa haarsträubende Pässe, gab’s phasenweise Lichtblicke. So die körperliche Präsenz Richard Sundbergs. Der Finne wartete als dreifacher Torschütze mit einer lange nicht gesehenen Konsequenz auf. »Ricke hat wunderbare Zweikämpfe geführt und Zeitstrafen gezogen«, lobte Wagner. »Das hat Mennighüffen richtig weh getan. Er hat eine unglaubliche Kraft. Das muss er noch viel mehr nutzen.«

Maximilian Schüttemeyer brachte seine 2,03 Meter ebenfalls mit extremer Wucht ein – das reichte, um die VfL-Deckung zu brechen. Auch Luca Sewing ging in die Tiefe, und Mario Bergens Comeback war am Kreis wie hinten ein Gewinn. »Wir haben’s als Team mit einem starken Abwehrverbund gedreht und sind wieder mal einer Niederlage von der Schippe gesprungen. Weil wir Vertrauen in unsere Stärke hatten und einfach eine gallige Truppe waren«, erklärte Wagner, der Henrik Ortmann für dessen Mithilfe dankte. »Ötti ist immer noch einer der besten Halblinken des Vereins und wird auch mit 45 Jahren immer noch aushelfen können«, grinste Wagner. »Ich habe ihn schon gebucht, wenn’s jetzt Sonntag nach Hamm geht. Eine Antwort steht noch aus.« Der Wunsch für das Topspiel beim punktgleichen Dritten: »Ich möchte, dass wir dahin kommen, wach zu beginnen und uns keine längeren Schwächeperioden gönnen. Das wäre für den Blutdruck aller besser.«

Neue Siegesserie im Sinn

Erst 30:32 gegen die TSG, dann 27:30 gegen Hamm II: Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat sich gegen die beiden Oberliga-Topteams wohl achtbar aus der Affäre gezogen, punktemäßig brachte das den Jürmkern aber nichts ein. »Man sieht ja, was da unten passiert. Wir müssen jetzt auch wieder Punkte holen«, meinte Nils Grothaus mit Blick auf die Konkurrenz. Der Vorsprung auf das Schlussduo aus Möllbergen und Oberaden beträgt zwar weiterhin fünf Zähler, aber Aufsteiger TSG Harsewinkel zum Beispiel hat sich mit drei Siegen in Folge bis auf drei Zähler an den Tabellenzehnten aus Jöllenbeck herangepirscht.

Warnsignale, die von den Jürmkern durchaus wahrgenommen werden. »Wir hatten jetzt zwei Bonusspiele, die wir schnell abhaken müssen.  Jetzt kommen die Gegner auf Augenhöhe, und da stehen wir auch wieder in der Pflicht«, erklärt Trainer Eric Husemann. Hemer, Ferndorf II und Schalke heißen die nächsten drei Kontrahenten. Gelingt es dem TuS 97, in diesen Spielen eine neue Siegesserie zu starten, wäre das ein Riesenschritt in Richtung Ligaverbleib.

An diesem zweifelt im Jöllenbecker Lager niemand wirklich, denn die positive Entwicklung der Mannschaft ist nach wie vor unverkennbar. »Die beiden Niederlagen gegen TSG und Hamm sind kein Grund, dass wir uns hinterfragen müssten«, betont Eric Husemann. In beiden Spielen waren es Schwächephasen in der zweiten Halbzeit, die einer möglichen Überraschung im Weg standen. Gegen die Zweitligareserve aus Hamm ging mit Beginn der zweiten Halbzeit die Struktur im Angriff verloren. Einfache Ballverluste wurden fette Beute des Gegners, der ohne glänzen zu müssen, den Sieg nach Hause brachte.

Jöllenbecks größte Baustelle liegt aber in der Abwehr. Das wurde auch am Samstag deutlich. Trotz 15 Paraden von David Weinholz musste dieser 30 Mal hinter sich greifen. Insgesamt kassierte der TuS 97 in 18 Spielen 513 Gegentreffer. Nur Harsewinkel und Oberaden kassierten noch mehr...

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