Leichtathletik: Halbmarathon-Debütant läuft in Verona deutsche Jahresbestzeit
Nur zwei Kenianer sind schneller als Petros

Bielefeld (WB). Die Grundlage ist gelegt – und zwar vielversprechend: Amanal Petros hat mit Platz drei bei seiner Halbmarathon-Premiere im italienischen Verona bewiesen, dass er auch auf den längeren Distanzen das Zeug zur internationalen Spitze hat.

Donnerstag, 21.02.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 13:48 Uhr
Amanal Petros im legendären Iten, Home of Champions: In Verona hat der Bielefelder erste Früchte von dem geerntet, was er im Januar in der dünnen Luft des kenianischen Höhentrainingslager gesät hat. Foto:
Amanal Petros im legendären Iten, Home of Champions: In Verona hat der Bielefelder erste Früchte von dem geerntet, was er im Januar in der dünnen Luft des kenianischen Höhentrainingslager gesät hat.

Der 23-Jährige, seit Jahresbeginn im blauen Dress des TV Wattenscheid unterwegs, genoss die Atmosphäre beim Romeo & Julia-Halbmarathon. »Es hat super viel Spaß gemacht, aber es war auch sehr kurvig«, sagte Petros. Die letzten 6,7 Kilometer musste der Bielefelder allein auf weiter Flur laufen – die Kenianer Peter Ndorobo (60:43 min) und Melly Joelle Kipkenei (62:37 min) waren ihm längst enteilt.

Zwei Wochen nach seiner Rückkehr aus dem Höhentrainingslager in Iten, dem Home of Champions in Kenia, wies Petros wie erhofft Topform auf. 2018 waren in Deutschland nur Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt/61:20 min) und Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg/63:14 min) schneller als der in Bielefeld lebende Debütant.

Ein schwieriger, eckiger Kurs

Amanal Petros ging das Rennen in Verona offensiv an. Die Zwischenzeiten von 29:41 Minuten bei 10 Kilometern und 44:51 Minuten bei 15 Kilometern ließen sogar eine 62er-Zeit in Reichweite rücken. Doch am Ende konnte der Sportsoldat die Pace von unter 3:00 Minuten pro Kilometer nicht ganz halten. »Das war eine sehr gute Leistung von Amanal. Es war ein schwieriger Kurs, sehr eckig und zwischendurch wirklich einsam. Amanal ist schnell und mutig angegangen und eine gute Zeit gelaufen für den ersten Halbmarathon. Auch wenn dann am Schluss ein wenig fehlte«, bewertete der Wattenscheider Chefcoach Tono Kirschbaum die Premiere seines neuen Schützlings.

Ein zweiter Halbmarathon-Start könnte für Amanal Petros Ende April im Rahmen des Paderborner Osterlaufs in Frage kommen, ehe sich der Sportsoldat im Sommer wieder auf die Bahn konzentriert. Dann wird er sich wieder den Bahn-Distanzen widmen und die anspruchsvollen Weltmeisterschaftsnormen von 13:22,50 Minuten (5000 Meter) und 27:40,00 Minuten (10.000 Meter) für Doha (Katar; 28. September bis 6. Oktober) ins Visier nehmen. Dass seine sportliche Zukunft auf der Straße liegen dürfte, hat Amanal Petros mit seiner Performance in Verona eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sein Fernziel heißt bekanntlich Marathon. »Wann es so weit ist, kann ich noch nicht sagen«, sagt Petros. Kirschbaum kann dessen Denken gut nachvollziehen. »Eigentlich liebäugelt jeder 10.000 Meter-Läufer irgendwann mit dem Marathon.«

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