Handball-Oberliga: Nils Strathmeier glückt das Siegtor – Hinz wechselt nach Burgwedel
23:22 – TSG bleibt im Aufstiegsrennen

Bielefeld (jm). »Jaaaaaaaa! Sieg! Wir haben gewonnen!« Christian Sprdliks Stimme überschlug sich, als der Geschäftsführer Sekunden nach dem Schlusspfiff telefonisch den 23:22 (11:9)-Erfolg der TSG A-H Bielefeld beim ASV Hamm-Westfalen II vermeldete.

Montag, 25.02.2019, 06:00 Uhr
Die TSG verliert ihren besten Torschützen: Linksaußen Julius Hinz schließt sich dem Drittligisten HH Burgwedel an. Foto: Oliver Schwabe
Die TSG verliert ihren besten Torschützen: Linksaußen Julius Hinz schließt sich dem Drittligisten HH Burgwedel an. Foto: Oliver Schwabe

Mit dem Schlusspfiff riss Nils Strathmeier all jene Fans, die es mit dem Gast hielten, aus den Sitzen: In Überzahl verwandelte er von Rechtsaußen. So ein wichtiger Treffer. Die TSG bleibt im Meisterschaftsrennen der Handball-Oberliga dick im Geschäft und hält als erster Jäger von LIT Tribe Germania alle Trümpfe selbst in der Hand!

Der Wermutstropfen nach einem »sensationellen Spiel der Gefühle«, wie sich Sprdlik ausdrückte: Der beste Torschütze geht weg! Nach Informationen dieser Zeitung minimiert der Hannoveraner Julius Hinz seinen Fahrtaufwand und schließt sich zur neuen Saison dem Drittligisten HH Burgwedel an. Dort trifft er seinen Kumpel wieder, den früheren TSG-Mittelmann Marius Kastening.

Altmeister Henrik Ortmann und Matthias Geukes helfen aus

»Ein unglaubliches Spiel, am Ende spitz auf Knopf«, sprach ein freudetrunkener Spielertrainer Dr. Carl Moritz Wagner von einem »tollen Erlebnis. Wir standen personell mit dem Rücken zur Wand und haben es trotzdem gemeistert.« Angesichts der Verletztenmisere leisteten die Altmeister Henrik Ortmann und Matthias Geukes aus der »Vierten« Entwicklungshilfe. Ortmann aktiv, Geukes konstruktiv von der Bank. Wagner: »Ich bin ihnen extrem dankbar.« Und die TSG überraschte Hamm II mit einem unfassbar leidenschaftlichen Beginn. Was für ein Bombenstart – 7:1 nach elf Minuten! Die Deckung ackerte fantastisch.

»Vorne haben wir geduldig gespielt, gradlinig, diszipliniert, auf den Punkt«, lobte Christian Sprdlik. Es folgte eine Phase, in der die TSG – vielleicht war’s Angst vor der eigenen Courage – Bälle leichtfertig vertändelte. Hamm II nutzte dies, um auf 7:7 zu egalisieren (19.). Julius Hinz vom Siebenmeterpunkt (8:7, 19.) und Nils Strathmeier (9:8, 23.) stellten sicher, dass die TSG die Führung behielt. In der Folge stand Fabian Ullrich im Blickpunkt: Er parierte zwei Siebenmeter von Pretzewofsky (25.) und Krieg (26.).

Bergen hat nach dritter Zeitstrafe vorzeitig Feierabend

»Wir müssen es über die Abwehr gewuppt kriegen«, meinte Sprdlik in der Pause. Der zweite Durchgang begann beim Stand von 11:9 mit einem verworfenen Hinz-Siebenmeter (31.). Der Spannungsbogen gewann an Fahrt. Tobias Fröbels 13:12 (38.) drehte Hamm-Westfalen II mit drei Toren in Folge – 13:15 (41.). Nun war Schluss für Mario Bergen – Disqualifikation nach seiner dritten Zeitstrafe. Doch die TSG wehrte sich gegen das drohende Aus in der Meisterschaft. In Unterzahl – Zeitstrafe für Sundberg – schafften Schüttemeyer und Hinz den 16:16-Ausgleich (47.).

Nach zwei verwandelten Sorg-Siebenmetern ging es mit der Hypothek eines 17:20-Rückstands (51.), dafür beseelt mit einem ex-tremen Willen, in die Crunchtime.

Jetzt war es an Julius Hinz, zwei Strafwürfe einzunetzen und den 20:21-Anschluss herzustellen. Nils Strathmeier egalisierte zum 21:21 (56.). Richard Sundberg holte mit seinem ersten Treffer erstmals wieder die Führung zurück (22:21, 57.) – Auszeit Hamm, noch 90 Sekunden. Julian Krieg warf zum 22:22 ein – Auszeit TSG, 34 Sekunden vor dem Abpfiff. Die wurde perfekt genutzt und von Strathmeier veredelt. »Die Mannschaft hat niemals aufgegeben und sich selber ins Spiel zurückgeholt. Wir haben eine schwere Auswärtshürde gemeistert«, sagte ein geschaffter Sprdlik.

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