Di., 26.02.2019

Handball: Hamm-Westfalen II findet keinen Gefallen an der »Wundertüte« TSG »Diese Stimmung hochhalten«

Jubelnde TSG-er nach dem 23:22-Husarenstreich bei der Hammer Bundesligareserve, von links: Mario Bergen, Jannik Wortmann, Julius Hinz, Dr. Carl Moritz Wagner, Tobias Fröbel, Fabian Ullrich (hinten), Richard Sundberg und Tim Schuwerack.

Jubelnde TSG-er nach dem 23:22-Husarenstreich bei der Hammer Bundesligareserve, von links: Mario Bergen, Jannik Wortmann, Julius Hinz, Dr. Carl Moritz Wagner, Tobias Fröbel, Fabian Ullrich (hinten), Richard Sundberg und Tim Schuwerack.

Bielefeld (WB/jm). »Wir sind eine Wundertüte«, hatte Dr. Carl Moritz Wagner vor dem Gastspiel der TSG A-H Bielefeld beim ASV Hamm-Westfalen II orakelt. Die Überraschungen sind in diesem Prinzip Tüte nicht zu sehen – und Hamm wird nach 10:0 Oberligapunkten in Folge nicht besonders amüsiert gewesen zu sein, ausgerechnet in diesem Schlüsselspiel sowas auszupacken und die erste Heimniederlage der Saison überhaupt kassiert zu haben.

Sternstunden waren bei der TSG A-H Bielefeld zuletzt rar gesät. Umso intensiver genossen sie das Gefühl des 23:22-Sieges in der Halle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums , das zumal »gegen verstärkte Widerstände« glückte. Damit spielte Wagner auf manche Pfiffe der Unparteiischen De Stefano/Rosenkranz an. »Die Fehlentscheidungen haben es doppelt schwer gemacht. Doch wir sind als Einheit aufgetreten. Das war ein Gemeinschaftserlebnis mit Happyend.«

Was für ein irrer Verlauf: Gegen die 4:2-Deckung des punktgleichen Rivalen erspielte sich die TSG flott einen 7:1-Vorsprung (Wagner: »Wir haben die Ruhe bewahrt und sie auseinandergespielt«), um dann viele falsche Entscheidungen zu treffen; 7:7, 17:20, 18:21, Mit welcher Energie und Leidenschaft diese Hypothek noch gewuppt werden konnte – die sieben Schlussminuten gingen mit 5:2 an die TSG – begeisterte den Trainer. »Ich ziehe den Hut vor den Jungs, wie sie die Situation annehmen«, so Wagner. Dass den Spielern nur wenig Pausen vergönnt sind, zehrt. Auch Maximilian Schüttemeyer (fiebrige Grippe) muss jetzt eine Pause einlegen. Dafür hofft Johannes Krause auf ein baldiges Comeback.

Sprdlik hat Spaß

»Es macht zurzeit wahnsinnig Spaß! Diese Stimmung müssen wir hochhalten, dabei aber aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr lobhudeln«, sagt Geschäftsführer Christian Sprdlik. »Wenn wir gegen Hemer oder Schalke patzen, war dieser schöne Sieg nichts wert.« Die schwere Aufgabe bleibe, »nur von Spiel zu Spiel zu denken.« Calle Wagner macht es vor. »Ich habe Hamm schon abgehakt. Ab sofort liegt der Fokus auf Hemer. Wir haben einen Flow aufgebaut und sind drin.« Und die führenden LIT-Germanen müssen Samstag nach Gladbeck. Auch so eine Wundertüte, die einen Stolperdraht spannen kann.

Berufliche Perspektive

Alter Schwede: Gustav Rydergård ist in seine Heimat zurückgekehrt. Wegen hartnäckiger Probleme im Rücken- und Schulterbereich war er in dieser Saison noch ohne Einsatz für das Oberligateam. Da Besserung nicht in Sicht ist, haben TSG-Vorstand und Geschäftsführer Christian Sprdlik dem Wunsch des Schweden entsprochen. Der ursprünglich bis 2020 laufende Vertrag ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. »Es ist sehr schade, dass Gustav uns verlässt.

Gustav Rydergård ist nicht mehr Jugendkoordinator und A-Jugendtrainer.

Aber natürlich nehmen wir Rücksicht auf seine persönliche Situation und die gute berufliche Perspektive, die sich ihm in seiner Heimat Schweden bietet«, wünscht Sprdlik ihm eine erfolgreiche Genesung und einen guten Start. Auch Gustav Rydergård verlässt die TSG schweren Herzens. »Die Zeit in Bielefeld war eine der schönsten in meiner langen Karriere. HANDBOWL ist ein tolles Projekt, und ich bin sehr stolz darauf, was wir schon erreicht haben.« Rydergårds Posten als A-Jugendtrainer werden bis zum Saisonende B-Jugendtrainer Enno Legner und Jugendwart Martin Räber gemeinsam übernehmen. Für die Neubesetzung der Position des Trainers/Jugendkoordinators für die neue Spielzeit sind die Verantwortlichen der TSG bereits in Gesprächen mit potenziellen Kandidaten.

Zu viele Gegentore

Eigentlich ist nichts passiert. Der Jöllenbecker 29:36-Wermutstropfen beim HTV Hemer fiel optisch nicht weiter ins Gewicht, da auch die vier unter dem TuS 97 platzierten Mannschaften allesamt verloren und der Fünf-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegszone bestehen bleibt. Was Trainer Eric Husemann freilich Kopfzerbrechen macht, ist die ungebrochen hohe Anzahl an Gegentreffern, zuletzt 36, 30 und 32. Dann besonders schmerzhaft, wenn im Umkehrschluss 30 erzielte Auswärtstore (bei der TSG) oder eben 29 (wie in Hemer) nicht für etwas Zählbares reichen.

Für Linksaußen Daniel Meyer ist dieses Problem hausgemacht. »Ich habe das Gefühl, wir ruhen uns ein bisschen ­auf den Lorbeeren aus, die wir uns im Dezember und Januar hart erarbeitet haben. Wir müssen wieder an unserer kämpferischen Einstellung arbeiten.« Das gelte insbesondere für das Deckungsverhalten. »Wir kassieren viele einfache Dinger.« Sein Lösungsansatz: »Wir müssen uns einfach mit allem reinwerfen, was wir haben, um uns so Sicherheit zurückzuholen.« Der kommende Gegner TuS Ferndorf II sei wieder einer auf Augenhöhe. »Die können wir schlagen. Dafür müssen wir von der ersten Minute an supermotiviert sein. Das geht nicht von allein.«

Verträge gekündigt

Drittligist TuS Spenge hat die Verträge dreier Spieler seines aktuellen Kaders fristgerecht gekündigt. Davon betroffen sind die Linkshänder Marcel Ortjohann und Nils Prüßner sowie Luca Werner. Die Kündigung bedeute nicht zwingend, dass das Trio den Verein auch verlassen muss, war am Rande des 25:25 bei GWD Minden II zu vernehmen. Bei Rückraumspieler Ortjohann bleibt abzuwarten, welche Form er nach seiner Verletzung wieder erreichen kann. Nils Prüßner, erst Anfang September als dritter Linkshänder verpflichtet, wird in der kommender Serie beruflich sehr eingespannt sein. Luca Werner, vor der Serie vom Klassenkonkurrenten Ahlener SG geholt, würde trotz geringer Spielanteile nach eigener Aussage gerne bleiben. »Ich fühle mich hier wohl«, sagte Luca Werner.

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