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Fr., 07.10.2016

Golf: Timo Vahlenkamp (18) blickt auf seine Saison zurück – ab Januar lebt und trainiert er in Berlin Deutscher Meister geht neue Wege

Bei seiner Trainingseinheit beantwortet Timo Vahlenkamp pro Bahn eine Frage und spielt eine Par-Runde: »Am Ende waren einige gute Schläge dabei. Doch leider ist mir kein Birdie gelungen.« Ab Januar geht der 18-jährige Hesselner neue Wege, lebt und trainiert dann in Berlin.

Bei seiner Trainingseinheit beantwortet Timo Vahlenkamp pro Bahn eine Frage und spielt eine Par-Runde: »Am Ende waren einige gute Schläge dabei. Doch leider ist mir kein Birdie gelungen.« Ab Januar geht der 18-jährige Hesselner neue Wege, lebt und trainiert dann in Berlin. Foto: Arend

Von Stephan Arend

Halle (WB). Es ist eine der letzten Gelegenheiten, Timo Vahlenkamp auf einer Trainingsrunde in Halle zu begleiten. Den Ausnahme-Golfer aus Hesseln zieht es ab Januar nach Berlin. Im WB-Interview erklärt der 18-Jährige den Wechsel und blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück.

Mit dem deutschen Junioren-Team ist Vahlenkamp Vize-Weltmeister und Vize-Europameister geworden, mit der Militär-Auswahl WM-Dritter. Außerdem hat er jüngst die erfolgreiche Saison mit der Deutschen Meisterschaft in der Altersklasse 18 gekrönt.

 

Sie haben zuletzt eine kurze Pause eingelegt. Wie haben Sie die Freizeit genutzt?

Timo Vahlenkamp: Ich habe die meiste Zeit mit meiner Freundin verbracht, die in Oldenburg lebt. Lara spielt auch gut Golf und hat Handicap acht. Trotzdem haben wir nur einmal Minigolf gespielt. Ich habe sie kennengelernt, als wir vor einem Auswärtsspieltag der Deutschen Golf-Liga im Hotel übernachtet haben und dort in eine Abi-Feier hineingeraten sind.

 

Ein Saison-Höhepunkt war zuletzt der AK18-Titel bei der Deutschen Meisterschaft. Hat dieser eine größere Bedeutung als der erste nationale Titel in der Altersklasse 16?

Vahlenkamp: Der aktuelle Titel in der Altersklasse 18 hat einen größeren Stellenwert, weil ich zudem Deutscher Meister aller Jugendlichen bin. Es war auch schwieriger zu gewinnen, weil das Niveau höher war. Außerdem krönt der Titel eine insgesamt erfolgreiche Saison. Für mich ist es wichtig gewesen, mich zu empfehlen, um im nächsten Jahr in den Bundeskader der Herren aufgenommen zu werden.

 

Warum ist es wichtig, Mitglied des Herren-Nationalteams zu sein?

Vahlenkamp: Wenn ich bei den Turnieren im Deutschland-Trikot für mein Land spiele, ist das ein tolles Gefühl. Außerdem werden dann die Kosten für die Reisen in der ganzen Welt übernommen.

 

Wann wollen Sie Profi werden?

Vahlenkamp: Ich hoffe, dass ich in den Bundeskader der Herren komme. Dann verlängert sich auch meine Bundeswehrzeit. Als Sportsoldat kann ich mich voll aufs Golfspielen konzentrieren. Ich möchte noch zwei Jahre lang als Amateur Erfahrungen sammeln und an meiner Konstanz arbeiten. Dann bin ich hoffentlich fit und bereit für eine Profi-Karriere.

 

Stimmt es, dass Sie den Club wechseln?

Vahlenkamp: Ja, ich werde am 1. Januar nach Berlin ziehen und auch den Club wechseln. Ich habe dann eine Wohnung, die nur 300 Meter von der Golfanlage entfernt ist. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und zwei Monate hin und her überlegt. Ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich hier in Halle all die Jahre bekommen habe. Ohne diese Unterstützung wäre ich nicht der Golfer, der ich jetzt bin. Ich finde super, dass mir Clubpräsident Udo Hardieck gesagt hat, dass mir die Türen im Haller Golfclub immer offen stehen und ich Mitglied bleiben darf. Aber in Berlin sind die Trainingsbedingungen für mich besser. Dort spiele ich mit vier oder fünf Talenten in meinem Alter, die ähnliche Ziele verfolgen – und auch mit Spielern, die bereits Profis auf der Progolf-Tour sind. Außerdem tut es mir gut, selbstständiger zu werden.

 

Was sind Ihre Ziele?

Vahlenkamp: Man sagt, dass ein Golfer mit 28 Jahren seinen Leistungshöhepunkt erreicht. Ich habe also noch viel Zeit. Natürlich möchte ich mich für die European-Tour qualifizieren und dort erfolgreich sein. Ich weiß aber, dass dies ein langer Weg ist. Vielleicht kann ich als Bundeskader-Spieler schon eher erste Erfahrungen auf der European-Tour sammeln, weil es einige wenige Startplätze für Amateure gibt.

 

Hat auch Sie das Ryder-Cup-Fieber gepackt?

Vahlenkamp: Ja klar, die besten Golfer der Welt erreichen ein unglaubliches Niveau. 60000 Fans flippen teilweise völlig aus. Da bekommt man richtig Bock, eines Tages mitzumachen. Das ist allerdings derzeit nur ein Traum. Aber auch als Zuschauer würde ich gerne mal dabei sein.

 

Ihr Vater ist Fahrlehrer, und Sie haben mit 18 noch keinen Führerschein?

Vahlenkamp: Ich hatte wirklich noch keine Zeit. Naja, vielleicht war ich auch ein wenig faul. Doch wenn ich am 1. Januar nach Berlin ziehe, muss ich mobil sein.

 

Wo haben Sie 2016 überall Golf gespielt und was war Ihr persönlicher Höhepunkt?

Vahlenkamp: In Kapstadt habe ich mit dem deutschen Junioren-Team eine tolle Zeit verbracht, auch außerhalb des Golfplatzes. Ich war außerdem in den USA, Japan und ganz Europa. Im Dezember trainiere ich in Florida. Die Reise habe ich bei einem Turnier in Berlin gewonnen.

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