So., 23.12.2018

TSG Harsewinkel verliert in Soest bei einer Bezirksliga-Truppe ohne Torwart mit 32:40 Vom Mentalitätsmonster aufgefressen

Einen Abend zum Vergessen erwischt Torhüter Johnny Dähne mit der TSG Harsewinkel beim Soester TV. Beim 23:23 spricht alles für den heimischen Handball-Oberligisten, der am Ende nach einer indiskutablen Vorstellung mit 32:40 untergeht.

Einen Abend zum Vergessen erwischt Torhüter Johnny Dähne mit der TSG Harsewinkel beim Soester TV. Beim 23:23 spricht alles für den heimischen Handball-Oberligisten, der am Ende nach einer indiskutablen Vorstellung mit 32:40 untergeht. Foto: Wolfgang Wotke

Von Dirk Heidemann

Soest (WB). Nackenschläge hat es für die TSG Harsewinkel in ihrer Premierensaison in der Handball-Oberliga schon reichlich gegeben. Aber ob sich der Aufsteiger von dieser schallenden Ohrfeige noch einmal erholen wird? Das Tabellenschlusslicht blamierte sich am Freitagabend bei der 32:40 (13:18)-Niederlage beim Soester TV bis auf die Knochen.

Der leidgeprüfte STV-Trainer Sören Hohelüchter (»Mir fehlt eine komplette Oberliga-Sieben«) musste verletzungsbedingt auf eine Auswahl zurückgreifen, die zur Hälfte aus Akteuren der in der Bezirksliga (!) spielenden U21 bestand. Nach einer schwachen ersten Hälfte, in der die TSG den neuen Tabellen-Vierten immer wieder zu Gegenstößen einlud und mit Abstrichen nur Nikola Krspogacin (sieben Tore) zu überzeugen vermochte, rissen sich die Gäste endlich am Riemen.

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Wir hatten in der ersten Halbzeit die Buchse voll, konnten den Ködel aber rausklopfen.

Manuel Mühlbrandt

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Trainer Manuel Mühlbrandt versuchte es im Angriff mit dem siebten Feldspieler und in der Deckung mit einer etwas offensiveren Ausrichtung, die Rechnung ging zunächst auf. »Wir hatten in der ersten Halbzeit die Buchse voll, konnten den Ködel aber rausklopfen«, so »Mühle«. Beim 21:22 (37.) war die TSG wieder dick im Geschäft und hatte das Momentum auf ihrer Seite. Die Soester, bei denen Torhüter Christian Ihssen bereits nach seiner ersten Aktion (2.) mit einer Knieverletzung ausgeschieden war, verloren jetzt auch ihren zweiten Keeper. Nach einem von Johnny Dähne mit einem langen Pass auf Malik St. Claire eingeleiteten Konter verließ Veit Lichtenegger seinen Kasten und sah nach einem Kontakt mit St. Claire regelkonform die Rote Karte. Nun musste mit Lasse Müller ein Feldspieler zwischen die Pfosten. Florian Öttking verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 22:22, St. Claire erzielte wenig später in Überzahl das 23:23 (39.).

Ekstatischer Hallensprecher stachelt Zuschauer an

Was sich dann abspielte, spottete jeder Beschreibung. Die TSG bekam weder im Angriff, noch in der Abwehr etwas auf die Kette. Hohelüchter ließ Krspogacin in Manndeckung nehmen und beraubte den Harsewinkelern somit ihrer einzig gefährlichen Waffe. Ohne den verletzten Florian Bröskamp enttäuschten alle weiteren Rückraumspieler einmal mehr auf ganzer Linie, selbst Kapitän Sven Bröskamp erwischte einen rabenschwarzen Abend. Feldspieler Müller parierte eine Vielzahl an unpräzisen Würfen oder die TSG verfing sich in den aufmerksamen Armen der Soester Deckung. Unter ungläubigem Staunen der auf der Tribüne in der Bördehalle tobenden Zuschauer, die immer wieder vom ekstatischen Hallensprecher angestachelt wurden, wuchs die STV-Reserve über sich hinaus und legte ein 29:23 (44.) vor. Mühlbrandt reagierte mit einer Auszeit, bekam seine wie gelähmt wirkende Mannschaft aber nicht wieder zurück in die Spur.

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Wir bekommen das Ding auf dem Silbertablett serviert und werfen dann die letzte Grütze.

Manuel Mühlbrandt

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»Wir bekommen das Ding auf dem Silbertablett serviert, werfen dann die letzte Grütze und fallen komplett auseinander, während bei Soest das Mentalitätsmonster erwacht«, konnte Manuel Mühlbrandt die Umstände der deftigen Pleite nicht fassen. »Wie kannst du dieses Spiel gewinnen?«, fragte sich hingegen Sören Hohelüchter und gab selbst die Antwort: »Wir wollten es uns einfach nicht nehmen lassen, denn es kann doch nicht sein, dass wir wegen solch widrigen Umständen gegen den Tabellenletzten verlieren.« Nach dieser peinlichen Vorstellung kreisten die Gedanken bei Mühlbrandt nur noch darum, ob es jetzt besser sei, sich erst einmal gar nicht zu sehen, oder über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr bis zum Kreispokal-Wochenende (5./6. Januar) durchzutrainieren.

TSG Harsewinkel: Dähne/Schröder (16. bis 30. und ab 49.) - S. Bröskamp (4), Öttking (2/2), Krspogacin (11), Doherty, Braun (6), Dreiszis, Kalter (1), Schmeckthal (2), St. Claire (3), Brown, P. Pelkmann (3), Kreismann.

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