Fr., 14.09.2018

Sechstes Remis und Rekordbesuch: Verl mit 1:1 vor 2580 Zuschauern »Gefühlt war mehr drin«

Die Verler Protagonisten von Freitagabend: Torhüter Robin Brüseke (links) wird 25 Jahre, muss beim 0:1 (31.) allerdings hinter sich greifen. Weil Julian Stöckner (2. von rechts) eine Ecke per Kopf verlängert, gelingt Ron Schallenberg (2. von links) aber noch das 1:1 (64.).

Die Verler Protagonisten von Freitagabend: Torhüter Robin Brüseke (links) wird 25 Jahre, muss beim 0:1 (31.) allerdings hinter sich greifen. Weil Julian Stöckner (2. von rechts) eine Ecke per Kopf verlängert, gelingt Ron Schallenberg (2. von links) aber noch das 1:1 (64.). Foto: Wolfgang Wotke

Von Christian Bröder

Verl (WB). Auswärtsspiel im eigenen Stadion: Vor der Heimspiel-Viertliga-Rekordkulisse von 2580 Besuchern, davon 1350 Gästen, hat der SC Verl Freitagabend seinen Nimbus gewahrt. Nach dem 1:1 (0:1) gegen Spitzenreiter Rot-Weiss Essen bleibt er der einzig unbesiegte Verein der Fußball-Regionalliga West.

»Schade, gefühlt war mehr drin, denn in der zweiten Halbzeit waren wir nach dem Ausgleich galliger und gieriger. Wichtig war, dass wir mutig agiert und früh attackiert haben. Ich habe bei meinen Jungs den Siegeswillen gesehen«, schildert SCV-Trainer Guerino Capretti, dessen Team durch das sechste Unentschieden der laufenden Saison zumindest für eine Nacht auf Tabellenplatz vier vorrückt. Der 36-Jährige bleibt als Verler Chefcoach ungeschlagen in der Sportclub-Arena, in der Seinen außerdem seit nunmehr 525 Tagen nicht mehr verloren haben.

Essener Busse stecken auf A2 fest – Anpfiff mit 15 Minuten Verspätung

Die Auftaktpartie des achten Spieltags wird mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen, da vier Essener Fanbusse durch die Vollsperrung auf der A2 feststecken. Nach dem Anpfiff haben die Verler gleich mit mehreren Dingen zu kämpfen: »Wir waren beeindruckt von der Kulisse und dem Lärm. Das kennt man nicht so«, erklärt Kapitän Julian Stöckner.

SCV-Geburtstagskind Robin Brüseke ist bei Baiers 0:1 (34.) chancenlos

Die offensivstarken Gäste um Trainer Karsten Neitzel (50) diktieren zunächst das Geschehen. SCV-Torhüter Robin Brüseke, der am Freitag 25 Jahre alt geworden ist und am Samstag mit dem Team feiert, ermöglicht Benjamin Baier per Fehlpass die erste Chance (5.). Der RWE-Kapitän verfehlt aber aus 25 Metern. Besser macht Baier es, als er ein Zuspiel von Lukas Scepanik zum 1:0 für die Rot-Weissen nutzt (34.) und kurz darauf per 16-Meter-Schlenzer nur knapp scheitert (36.).

Kurzen (26.) und Hammel (40.) – zweimal Aluminium-Pech

»Ärgerlich«, findet SCV-Coach Capretti, »du kannst ihre individuelle Klasse halt nie ganz ausschalten.« Mindestens ebenso misslich ist die eigene Chancenverwertung: Gleich zweimal steht Aluminium dem Torjubel im Weg. Zunächst trifft Patrick Kurzen aus spitzem Winkel und fünf Metern nur den rechten Pfosten (26.). Kurz vor der Pause jagt SCV-Stürmer Daniel Hammel einen tödlichen Pass von Matthias Haeder aus zehn Metern an die Latte (40.).

Einstudierte Ecken-Variante verhilft Ron Schallenberg zum 1:1 (64.)

Wieder Pech für die Hausherren! Die Verler starten in einem 4-1-4-1-System mit vielen Offensivkräften und vier Veränderungen gegenüber Herkenrath (2:1) und steigern sich im zweiten Durchgang der zunehmend kampfbetonten und sehr lebendigen Partie. Der eingewechselte Cinar Sansar belebt spürbar das Spiel über die linke Seite und hat per Vollspann-Kracher die erste Torannäherung (57.) gegen immer passiver werdende Essener. Groß gejubelt wird dann sieben Minuten später: Eine Ecke von Marko Stojanovic verlängert Stöckner per Kopf in die Mitte wo Ron Schallenberg das 1:1 erzielt (64.). »Das war eine einstudierte Variante. Auch schön, dass das mal klappt«, freut sich Julian Stöckner.

Es bleibt beim Standard-Ergebnis – Jetzt geht’s zum SV Lippstadt

Der Kapitän vergibt selbst noch eine Kopfballchance (75.) und stellt am Ende fest: »Aufgrund der zweiten Hälfte hätten wir auch gewinnen können.« So aber bleibt es beim Standard-Ergebnis gegen Essen, die letzten drei Male gab es ein 1:1, und dabei, dass RWE seit 2013 kein Sieg mehr an der Poststraße geglückt ist. Für den SC Verl geht es in der Regionalliga West am Samstag kommender Woche mit dem westfälischen Derby beim SV Lippstadt weiter.

Statistik: SC Verl - Rot-Weiss Essen 1:1 (0:1)

SC Verl: Brüseke - Schmik, Mikic, Stöckner, Stojanovic - Schallenberg (84. Liehr) - Kurzen, Maier, Haeder (76. Sewing), Langemann (49. Sansar) - Hammel. Rot-Weiss Essen: Raeder - Heber, Becker, Zeiger, Grund - Bichler, Brauer, Lucas (72. Urban), Scepanik - Wirtz (90.+2 Tomiak), Baier. Schiedsrichter: Philipp Hüwe (28), Coesfeld, Verein: DJK Eintracht Coesfeld Gelbe Karten: Viktor Maier (64.), Ron Schallenberg (81.), Patrick Kurzen (84.) – Robin Urban (87.), Enzo Wirtz (90.+1). Chancen: 4:3 (2:3). Ecken: 7:2 (2:2) .Zuschauer: 2580.

Tore • 0:1 Benjamin Baier (31.). Zack, zack! Plötzlich geht es ganz schnell: RWE-Linksaußen Lukas Scepanik legt von der Mittellinie aus einen gewaltigen Sololauf durch das Zentrum hin. Gut 17 Meter vor dem Verler Tor spielt er auf die linke Essener Angriffsseite, wo der freie Baier lauert. Zwar versucht Daniel Mikic noch per Fluggrätsche zu retten, doch der harte Vollspann-Schuss mit links des EssenerKapitäns zischt unhaltbar in die Maschen.• 1:1 Ron Schallenberg (64.). Den insgesamt vierten Verler Eckball schlägt Marko Stojanovic von rechts auf den kurzen Pfosten. Dort steigt Patrick Kurzen hoch und verlängert den Ball per Kopf auf den zweiten Pfosten. In der Mitte reagiert Schallenberg handlungsschnell und drückt den Ball im Fallen über die Linie.

 

 

 

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