Fr., 12.10.2018

Remis für Rinos Rasselbande – Haeder erzielt 1:1 (87.) gegen Aachen »Jugend forscht« wird belohnt

Kapitän Matthias Haeder ist mit 29 Jahren am Freitagabend der älteste Spieler in der blutjungen Verler Elf. Dem »Oldie« gelingt vor 1349 Zuschauern in der Sportclub-Arena mit dem vielumjubelten 1:1 (87.) der Lohn für eine engagierte Vorstellung gegen Alemannia Aachen.

Kapitän Matthias Haeder ist mit 29 Jahren am Freitagabend der älteste Spieler in der blutjungen Verler Elf. Dem »Oldie« gelingt vor 1349 Zuschauern in der Sportclub-Arena mit dem vielumjubelten 1:1 (87.) der Lohn für eine engagierte Vorstellung gegen Alemannia Aachen. Foto: Carsten Borgmeier

Von Christian Bröder

Verl (WB). Lehrer Guerino Capretti hat am Freitagabend beim SC Verl zwangsweise sein Projekt »Jugend forscht« auf die Spitze getrieben. Weil viele »alte Hasen« fehlen und sechs Akteure ausfallen, schickt der 36-Jährige gegen Alemannia Aachen eine blutjunge Startelf ins Rennen. »Oldie« Matthias Haeder belohnt schließlich einen engagierten Auftritt mit seinem Tor (87.) zum 1:1 (0:0).

Das neunte (!) Unentschieden im 13. Saisonspiel bringt die Schwarz-Weißen in der Tabelle (Platz 12, 15 Punkte, 14:14 Tore) zwar nicht so recht weiter, doch der Auftritt von »Rinos Rasselbande« macht Mut.

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Was die Mannschaft heute geleistet hat, war phänomenal und das Beste, was ich in dieser Saison gesehen habe.

Raimund Bertels

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»Was die Mannschaft heute geleistet hat, war phänomenal und das Beste, was ich in dieser Saison gesehen habe«, zeigt sich Präsident Raimund Bertels euphorisch.

Sechs U23-Spieler in der Startelf, doch keine Scheu vorm Favoriten

Frech, forsch, unbekümmert! Vor der stimmungsvollen Kulisse von 1400 Zuschauern in der Sportclub-Arena – davon 300 Gästefans – legen die Verler Youngster mit sechs U23-Spielern in der Startelf von Beginn an keine Scheu an den Tag. Im Gegenteil: Zwar haben die erfolgsverwöhnten und seit neun Partien ungeschlagenen Gäste von Trainer Fuat Kilic (45) die erste Chance, doch den Kopfball des Aachener Linksverteidigers Patrick Salata klärt Sergej Schmik auf der Linie (13.). Dann wird im Verler Angriff stürmisch experimentiert.

Heinz und Brosowski – zwei Verler »Teenie-Trümpfe«

Der 20-jährige Anton Heinz hebelt in seinem ersten Saisonspiel mit dem 19-jährigen Startelf-Debütanten Fabian Brosowski per Doppelpass die Aachener Kette aus und jagt einen 20-Meter-Schuss auf das Alemannen-Tor, den Keeper Jakusch erst im Nachfassen hat (18.). Damit nicht genug: Mit einer gefährlichen Flanke sorgt der ständige Unruheherd Heinz von der linken Seite erneut für Gefahr (19.), ehe er nach einem sehenswerten 30-Meter-Solo beim Schuss geblockt wird (24.). Ein echter Teenie-Trumpf!

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In der ersten Hälfte hatte Verl die klareren Möglichkeiten, doch danach machen wir es richtig gut.

Fuat Kilic

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»Unser Plan ist aufgegangen. Wir haben diszipliniert verteidigt und sind oft über außen gekommen«, erklärt Capretti. Seine Aachener Kollege Kilic stimmt zu: »In der ersten Hälfte hatte Verl die klareren Möglichkeiten, doch danach machen wir es richtig gut.«

Robin Brüseke ist beim 0:1 durch Ex-Wiedenbrücker Stipe Batarilo machtlos

Stimmt auch! Direkt nach der Pause vergibt Mahmut Temür aus vier die größte Aachener Chance, Robin Brüseke pariert per Fußabwehr (49.). Drei Minuten später ist der SCV-Torwart beim 0:1 durch Ex-Wiedenbrücker Stipe Batarilo aber machtlos. In der Folge spielt Aachen abgeklärter, doch der Verler »Kindergarten« legt Leidenschaft an den Tag – wenn auch manchmal zuviel des Guten. Jannik Schröder hat beim Nachtreten gegen Bösing Glück, dass er ohne Platzverweis davon kommt (78.).

Gelb-Rote Karte für Salata und Buh-Rufe gegen Aachener Trainer

Dass der Aachener Patrick Salata hingegen für sein zweites Foul mit Gelb-Rot runter muss, findet sein Coach dann unverhältnismäßig: »Ich habe heute leider nicht das Empfinden gehabt, dass es eine faire Partieleitung war«, sagt Fuat Kilic und erntet dafür auf der Pressekonferenz Buh-Rufe.

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Auch wenn der Punkt in unserer Situation nicht hilft. Man sieht: In den Jungs steckt viel Feuer und Potenzial.

Guerino Capretti

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Zuvor wird jedoch auf Verler Seite geradezu ekstatisch gejubelt: »Matze« Haeder trifft für die »Verler U23« per Winkelkracher zum 1:1 (87.) und verhindert den fünften Aachener Sieg in Serie. »Insgesamt bin ich zufrieden, auch wenn der Punkt in unserer Situation nicht hilft. Aber man sieht: In den Jungs steckt viel Feuer und Potenzial«, bilanziert Guerino Capretti. Für die Seinen geht es am nächsten Samstag ins Stadion Rote Erde zu Borussia Dortmunds U23.

Statistik: SC Verl - Alemannia Aachen 1:1 (0:0)

SC Verl: Brüseke - Schmik, Steringer, Schröder, Stojanovic - Kurzen (63. Hecker), Schöppner, Liehr (81. Müller), Heinz - Haeder, Brosowski (76. Maier). Alemannia Aachen: Jakusch - Rakk, Heinze, Hackenberg, Salata - Pütz - Glowacz (77. Schmitt), Bösing (87. Boesen), Batarilo, Garnier - Temür (84. Redjeb). Schiedsrichter: Marco Goldmann (29), Warendorf, Warendorfer Sportunion. Gelbe Karten: Schröder (79.) – Temür (76.), Salata (8.), Bösing (79.). Gelb-Rote Karte: Patrick Salata (83.), wiederholtes Foulspiel. Ecken: 4:4 (2:2). Chancen: 5:5 (3:4). Zuschauer: 1349.

Tore

• 0:1 Stipe Batarilo (52.). Nach einen Abstoß des Verler Keepers Robin Brüseke gelingt Robin Garnier im Luftkampf der Ballgewinn für die Schwarz-Gelben. Über deren rechte Angriffsseite gelangt das Leder ins Zentrum zu Mahmut Temür. Der frühere türkische U20-Nationalspieler zieht Janik Steringer auf sich und spielt im passenden Moment Batarilo in die Gasse. Der Ex-Wiedenbrücker löst sich im Rücken von Jan Schöppner und überwindet Brüseke aus 15 Metern per Linksschuss.

• 1:1 Matthias Haeder (87.). Über die rechte Verler Angriffsseite gelangt der Ball zu Viktor Maier. Der Ex-Aachener täuscht eine Flanke an, zieht an seinem Gegenspieler vorbei und passt flach herein. Haeder lässt den Ball durch, der Schuss von Jan Schöppner wird geblockt, den Nachschuss von Maier wehrt Keeper Niklas Jakusch ab. Aus dem Gewühl heraus landet der Ball am rechten Fünfmeter-Eck bei Matthias Haeder. Der 29-Jährige lässt zwei Aachener per Körpertäuschung aussteigen und hebelt das Leder mit rechts in den linken Winkel. Sein Kommentar: »Das Tor war ein bisschen erzwungen.«

 

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