Mo., 01.10.2018

Handball-Oberliga: SF Loxten gewinnt Abwehrschlacht gegen Mennighüffen 18:17 Zeitreise mit Happyend

Nicht gleich in die Luft gehen: Loxtens Pascal Welge meckert beim 18:17 gegen Mennighüffen mit Marlon Meyer.

Nicht gleich in die Luft gehen: Loxtens Pascal Welge meckert beim 18:17 gegen Mennighüffen mit Marlon Meyer. Foto: Sören Voss

Von Sören Voss

Versmold-Loxten  (WB). Wie Marty McFly und Dr. Brown in ihrem DeLorean im Filmklassiker »Zurück in die Zukunft« haben SF Loxten und VfL Mennighüffen 500 Zuschauer auf eine Zeitreise in vergessen geglaubte Handball-Tage entführt. Die aus den 80er-Jahren entsprungene, torarme Abwehrschlacht endete 18:17 (10:9).

Mit einem Luftsprung in die Arme von Torwartpartner Marco Possehl feierte Loxtens Pascal Welge den Sieg, bei dem er gemeinsam mit der 6-0-Deckung viele Angriffsschwächen überdeckt hatte. »In den letzten zehn Minuten hatte ich einen kleinen Nervenzusammenbruch, weil wir vorne wirklich gar nichts mehr getroffen haben«, verriet Welge, der auch Minuten nach Abpfiff »noch völlig unter Adrenalin« stand.

Das war nicht überraschend, denn in diesem nicht alltäglichen Handballspiel hatten die Gäste jeden Spielzug kaugummiähnlich in die Länge gezogen und die Schiedsrichter permanent den »Zeitspiel«-Arm heben lassen. Von Welge und der SFL-Defensive war daher nahezu ununterbrochene Konzentration gefragt. »Gefühlt standen wir 50 Minuten in der Abwehr«, fand SFL-Trainer Dirk Schmidtmeier, »aber Mennighüffen hat es auch so clever gemacht, dass nicht einmal Zeitspiel abgepfiffen worden ist.«

Dass Mennighüffen das Tempo verschleppen konnte, was im Hinblick aufs Personal nachvollziehbar war, lag auch daran, dass Loxten im Angriff einen ganz schwachen Tag erwischte. Kreisläufer Malte Weigel und Außen Jasper Steinlechner, die sich im Training den Einsatz der ersten Halbzeit verdient hatten, machten ihre Sache ordentlich, Nils Patzelt war mit vier Toren bester Feldschütze. Der SFL-Rückraum stand aber durch die Bank neben sich. Loxten schaffte es zu selten, die Ballgewinne in zielstrebige Gegenstöße umzuwandeln und zeigte im Positionsspiel erschreckende Defizite. »Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gegangen, das war nervös und ängstlich«, bemängelte Schmidtmeier.

Trotz 14:11-Führung (41.) kassierten seine Schützlinge das 16:16 (48.), Sebastian Hölmer musste nach Nasen-Volltreffer gegen Marcel Schumann mit Roter Karte vom Feld (54.). Die letzten acht Minuten wurden nicht nur für Welges Nervenkostüm zur Zerreißprobe, blieben aber komplett torlos – auch weil der Keeper einen Siebenmeter von Altmeister Tomasz Tluczynski entschärfte. Nach dem Motto »was der Gegner kann, können wir auch« spielten die Frösche die letzten 38 Sekunden in Ballbesitz herunter.

Mittwoch parkt der Loxtener DeLorean zum Heimspiel gegen Möllbergen wieder an der Sparkassenarena – ein bisschen mehr Moderne darf es dann schon sein.

Daten & Fakten

SFL: Welge, Possehl (n.e.), Schulz (5/4), N. Patzelt (4), Weigel (2), Steinkühler (2), Meyer (2), Hölmer (2), J. Patzelt (1), Steinlechner (1), Menger, Stockmann, Harting.

VfL: Körtner, Habbe; Ames (4), Tluczynski (3/2), M. Schumann (3), Mailänder (2), M. Köster (2), P. Schumann (1), Büschenfeld (1), J. Köster (1), Dittrich, Neumann, Peitzmeier.

Stationen : 3:2 (7.), 3:4 (12.), 5:4, 7:5 (20.), 9:7, 10:9 (HZ), 14:11 (41.), 16:14, 16:16 (48.), 18:17 (52.).

Zeitstrafen: 3:5. Rote Karte: Hölmer (Foul an P. Schumann/54.).

Zuschauer: 500.

So geht es weiter: Mi., 3. Oktober, 18 Uhr TuS Möllbergen (H).

 

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