Fr., 05.10.2018

Handball-Oberliga: Torwart Possehl sticht bei SF Loxtens 28:21-Sieg gegen Möllbergen heraus »Google« findet jede Ecke

»Google« sucht die passende Jubelpose: Marco Possehl ist beim 28:21 gegen Möllbergen der Loxtener Matchwinner.

»Google« sucht die passende Jubelpose: Marco Possehl ist beim 28:21 gegen Möllbergen der Loxtener Matchwinner. Foto: Sören Voss

Von Sören Voss

Versmold-Loxten  (WB). Als ihn seine Teamkollegen aus der Jubelreihe schubsen und er alleine vor der Tribüne steht, ist Marco Possehl die Situation merklich unangenehm. Aber SF Loxtens Handball-Torwart hat sich den Sonderapplaus beim 28:21 (13:10)-Oberligasieg gegen TuS Möllbergen zweifellos verdient.

»Marco! Marco!«, skandieren die hartgesottenen SFL-Fans stehend schon Minuten vor Schluss. Viele der 750 Zuschauer in der rappelvollen Arena klatschen zustimmend mit – wahrscheinlich auch, weil die meisten die Geschichte des Loxtener Eigengewächses kennen: Vor einem Jahr ist Possehl als dritter Torwart nach der Vorbereitung aussortiert worden, drehte ohne großes Murren eine Saison lang eine »Ehrenrunde« in der Bezirksliga-Reserve und kämpfte sich jetzt mit knüppelharter Trainingsarbeit an Hendrik Peters vorbei auf den zweiten Torwart-Platz neben Pascal Welge.

»Im Mittelpunkt stehe ich eigentlich nicht so gerne«, sagt der 25-Jährige, den sie in der Mannschaft gerne »Google« rufen. Er gilt als wandelndes Handball-Lexikon, nach Abpfiff kann er jeden gehaltenen Ball oder jedes Gegentor nacherzählen. Gegen Möllbergen sind es, ab der Einwechslung in Minute 22, 13 Paraden, die auf Possehls Konto gehen. »Ich habe mich reingebissen. Am Ende hat dann alles geklappt: frei vor, der Nachwurf – oder der Siebenmeter«, rattert »Google« herunter. Speziell in der zweiten Halbzeit, als die Gäste auf 13:13 (35.) und 17:16 (41.) herankommen, findet Possehl zwischen den Pfosten die passenden Ecken treffsicherer als jede Suchmaschine. Die gesamte Loxtener Abwehr erledigt, wie schon beim 18:17 gegen Mennighüffen, erneut einen guten und bemerkenswert fairen Job – erst in der 58. Minute kassiert Jan Patzelt die einzige Zeitstrafe.

Die Abläufe im Loxtener Angriff sind hingegen weiterhin optimierungsbedürftig, besonders im gebundenen Positionsspiel tun sich die Frösche weiterhin unheimlich schwer. Im Vergleich zum Samstag ist der Mittwochabend aber ein Fortschritt: SFL schafft es, die Bälle schneller vor den gegnerischen Kreis zu transportieren und kann damit das statische 6-gegen-6 umgehen. Die Außen Timo Menger und Nils Patzelt kommen besser zum Zug und in der Schlussphase zeigt dann plötzlich auch Marlon Meyer mit sechs Toren, was aus dem Rückraum gehen kann, wenn der Kopf frei ist.

»Das war heute schon ein anderes Auftreten als gegen Mennighüffen«, lobt SFL-Trainer Dirk Schmidtmeier, der am Ende sogar einen »etwas zu hoch« ausgefallenen 28:21-Sieg attestiert: »Wir haben die Außen besser eingesetzt – das sind ja keine Pylonen, sondern sie können auch Tore werfen. Außerdem haben wir diszipliniert verteidigt.«

Daten & Fakten

SF Loxten: Welge (bis 22.), Possehl (ab 22.); Menger (6), Stockmann (2), Hölmer (2), Harting, J. Patzelt (2), Weigel, N. Patzelt (5), Steinkühler (4/3), Schulz (1/1), Meyer (6), Steinlechner (n.e.), Schröder.

TuS Möllbergen: Donnecker; Arning, Altvater (2/1), Wiemann (2), Berg (5/1), Camen (3), Möller, Luchtmeier, Kaatze (3), Kämper (5), Witte, Richter (1).

Stationen: 3:0 (3.), 7:3 (12.), 12:8, 13:10 (HZ), 13:13, 17:13 (38.), 17:16, 24:19 (54.), 28:21.

Zeitstrafen: 1:5.

Siebenmeter: SFL 5/7; TuS 2/4.

Zuschauer: 750.

So geht es weiter: Sa., 6. Oktober, 19 Uhr Soester TV (A).

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