Do., 25.10.2018

Handball-Oberliga: Jonas Kalter gegen Marlon Meyer – zwei Kumpel im Derby-Duell Der richtige Schritt im »falschen« Dress

Hier noch im jeweils anderen Trikot: Jonas Kalter (links) trägt Samstag die Farben der TSG, Marlon Meyer (rechts) das Grün der Loxtener Frösche.

Hier noch im jeweils anderen Trikot: Jonas Kalter (links) trägt Samstag die Farben der TSG, Marlon Meyer (rechts) das Grün der Loxtener Frösche. Foto: Wotke/Voss

Versmold/Harsewinkel (WB). Erstmals seit 2012 (TuS Brockhagen und HSG Gütersloh) kämpfen am Samstag zwei Handballteams aus dem Kreis Gütersloh im Direktduell um Oberliga-Punkte: SF Loxten erwartet Aufsteiger TSG Harsewinkel. Zwei Youngster stehen besonders im Focus: Loxtens Marlon Meyer ist in der TSG-Jugend groß geworden, Jonas Kalter hat früher für Loxten gespielt. Im Gespräch mit den WB-Redakteuren Dirk Heidemann und Gunnar Feicht blicken sie auf das Derbyduell.

Der Tabellenvierte Loxten empfängt den -14. Harsewinkel, 8:4 gegen 0:12 Punkte – eine klare Angelegenheit?

Marlon Meyer: Wir werden Harsewinkel auf keinen Fall unterschätzen. Gefährlich ist vielleicht gerade, dass sie auf den ersten Blick klarer Außenseiter sind und deshalb eigentlich nichts zu verlieren haben. In der Spielpause werden sie sich noch mal neu eingestellt und alle Kräfte mobilisiert haben. Jonas Kalter: Wir gehen sicher nicht in das Derby, um das Spiel zu verlieren, und wollen die Partie so lange wie möglich offen halten. Ich hoffe, dass uns das mit unseren Zuschauern im Rücken gelingen wird. Vor zwei Jahren sind wir übrigens auch mit 0:12 Punkten gestartet und haben am Ende die Klasse gehalten.

 

Sie haben beide ganz jung gewissermaßen das Trikot getauscht. Warum war der Wechsel aus Ihrer Sicht der richtige Schritt?

Meyer: Ich habe es auf keinen Fall bereut. Der neue Verein mit einem tollen Umfeld, Thomas Lay und jetzt Dirk Schmidtmeier als neue Trainer, die erfahrenen Mitspieler wie Heiner Steinkühler und Co., von denen ich unheimlich viel gelernt habe. All das hat mir geholfen, mich weiter zu entwickeln. Und die Heimspiel-Kulisse ist immer sensationell. Kalter: Ich bin in meinem zweiten A-Jugend-Jahr zurück nach Harsewinkel gewechselt, sofort Oberliga-Meister geworden und im Frühjahr mit der Senioren-Mannschaft aufgestiegen. Für mich war es also genau der richtige Schritt, zumal ich viele Spielanteile hatte und somit sicherlich auch kein unwesentlicher Faktor war.

 

Kampf oder Kaltblütigkeit – welcher Faktor wird am Samstag entscheiden?

Meyer: Wir brauchen die gesunde Mischung, müssen die Emotionen von der Tribüne mitnehmen, defensiv wieder gut stehen und vorne mit der nötigen Coolness unsere Chancen nutzen. Harsewinkel wird sich voll reinhauen, da dürfen wir uns kämpferisch nicht den Schneid abkaufen lassen. Kalter: Mit der richtigen Einstellung kann man sich immer in einen Rausch spielen. Loxten hat eine starke Abwehr und verfügt über ein gutes Umschaltspiel. Das müssen wir verhindern und unser eigenes Umschaltspiel verbessern. Das Tempo in der Oberliga ist eben enorm hoch.

 

Vor und nach den 60 Derby-Minuten: Drücken Sie ihrem Ex-Klub weiterhin die Daumen?

Meyer: Natürlich, mit der Hälfte des Kaders habe ich in der Jugend zusammengespielt und es würde mich echt freuen, wenn sie am Ende drin bleiben. Das Startprogramm der TSG war wirklich hart, jetzt müssen sie vor allem die direkten Duelle gegen die mitgefährdeten Mannschaften gewinnen. Kalter: In Loxten spielen viele Bekannte von mir, die ich schon sehr lange kenne. Da guckt man natürlich schon anders drauf als nach Jöllenbeck oder Altenhagen. Loxten wird wieder oben mitspielen und Vierter oder Fünfter werden. Wenn Altenhagen schwächeln sollte, haben sie durchaus auch eine Außenseiterchance auf den Aufstieg.

 

Sie kennen sich beide schon aus der Jugend, haben zusammen in der Kreisauswahl gespielt. Was zeichnet den jeweils anderen als Handballer aus?

Meyer: Jonas hat einen gewaltigen Wurf, kommt über Athletik und Dynamik und passt deshalb super in Harsewinkels Tempospiel. Wir haben lange zusammengespielt, er ist ein sehr guter Kumpel. Kalter: Marlon verfügt über eine starke Athletik und ein sehr gutes Wurfverhalten. Zudem ist er eine Siebenmeter-Maschine. Wir arbeiten zusammen bei Schäfer Druck in Werther und gehen in das gleiche Fitness-Studio. Am vergangenen Samstag haben wir noch zusammen beim Oktoberfest in Harsewinkel gefeiert.

 

Wie geht’s am Samstag aus?

Meyer: Auf ein genaues Ergebnis lege ich mich nicht fest. Es könnte eng werden, aber wir gewinnen. Kalter: Es kann alles passieren. Im Vorfeld spricht vieles für einen Sieg von Loxten. Dennoch werde ich sicher nicht auf die Sportfreunde tippen.

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