Sa., 28.07.2018

Sportkegeln: Michelle Welland aus Vlotho sammelt bei Junioren-WM vier Medaillen »Ich habe hier eine Marke gesetzt«

In heißer Atmosphäre ganz cool: Michelle Welland (links) hat der Hitze und Lautstärke in Eygelshoven getrotzt. Sie holte vier Medaillen.

In heißer Atmosphäre ganz cool: Michelle Welland (links) hat der Hitze und Lautstärke in Eygelshoven getrotzt. Sie holte vier Medaillen.

Von Philipp Bülter

Kerkrade (VZ). Wahnsinnserfolg für Sportkeglerin Michelle Welland: Die Vlothoerin hat bei den Junioren-Weltmeisterschaften der Altersklassen U18 und U24 in Eygelshoven vier Medaillen – darunter Gold im Einzel – eingefahren. »Das war der größte Erfolg meiner Karriere. Es sind jede Menge Freudentränen gerollt«, gibt die 18-Jährige im Anschluss lachend zu.

Die Vlothoerin sicherte sich im Einzel den Sieg und in den Disziplinen Paarkampf, Sprint und Team-Doppel jeweils Silber. Ausgetragen wurden die 13. Weltmeisterschaften im niederländischen Dorf Eygelshoven. Das 2000-Seelen-Nest ist nördlichster Teil der Grenzstadt Kerkrade. Angereist war Michelle Welland gemeinsam mit ihren Eltern Manuela und Christian Welland, ihrem Freund Tobias Henke und den Unterstützern Sabine und Gisbert Stephen.

Auf den Scherenbahnen der »Kegelhal Socio«, die den für Michelle Welland ungewohnten Kunststoffbelag boten, kam das Mitglied des deutschen Nationalkaders von Beginn an gut zurecht. Im Einzel-Wettkampf zeigte Welland eine starke Leistung und verwies mit 771 Holz Teamkollegin Helen Janke (767) auf Platz zwei. »Wir haben aber gesagt, dass wir zusammen Weltmeister sind«, sagt Welland und lacht.

Atmosphäre beeindruckt

Sie sei gemeinsam mit ihren Kollegen aus der deutschen Mannschaft »überrascht gewesen, dass die anderen Nationen teilweise recht schwach waren«, sagt Welland. Die Ursache sehe sie darin, dass immer wenige junge Sportkegler nachrückten. »Beispielsweise haben wir mit der U18- und U24-Mannschaft zusammen 20 Sportkegler. Die Belgier hatten nur zehn Spieler und die Franzosen sogar gar keine Frauen dabei«, sagt Michelle Welland.

Die lautstarke Atmosphäre in der Halle habe sie indes beeindruckt. Die Brasilianer machten mit ihren Trommeln viel Krach – aber eben auch Stimmung. Welland: »So etwas macht eine Weltmeisterschaft aus. Wenn ich auf der Bahn stehe, blende ich die Lautstärke aus.«

Das gelang ihr eindrucksvoll: Im Sprint-Wettbewerb unterlag Welland nur Teamkollegin Laura Panneck (148:154 Holz). Die Vlothoerin jubelte ebenso über Silber im Paarkampf wie über Silber im Team Doppel, das ihr am Freitag mit Amelie Achterling gelang.

Zukunftspläne

Die deutsche Mannschaft war während des Turniers in einem Hotel in Aachen, etwas 30 Kilometer vom Veranstaltungsort entfernt, untergebracht. Michelle Welland verbrachte lange Tage in der Sporthalle, meist von 8.30 Uhr bis 21 Uhr. »Wir konnten aber auch mal mit der Familie Eis gehen oder in einer separaten Sporthalle ein wenig schlafen. Kissen und Decke hatte ich immer dabei«, erzählt sie. Mit den anderen Nationen sei eine Verständigung teils »nur mit Händen und Füßen« möglich gewesen. Gleichwohl genoss die frischgebackene Weltmeisterin die tolle Atmosphäre.

Bis vor kurzem war Michelle Welland noch für die Kegelvereinigung Gütersloh-Rheda aktiv, ehe sie zu den Bielefelder Sportkeglern wechselte. »Ich trainiere weiter in Gütersloh und werde für meinen neuen Klub in der Damen-NRW-Liga spielen«, sagt Welland. Nachdem sie ihr Abitur abgeschlossen hat, hat sich die 18-Jährige für ein Studium für Grundschullehramt (Fächer: Deutsch, Mathematik, Sachunterricht) beworben. Sie würde gerne in Bielefeld oder Paderborn studieren, auch aufgrund der Nähe zu ihrem Trainingsort. »Es war sportlich mein bislang bestes Jahr. Deshalb hat auch der ein oder andere Bundesligist angefragt. Ich bin aber noch jung und konzentriere mich jetzt auf die neue Saison, die ja schon wieder im September ansteht«, sagt Michelle Welland.

Ihr mittelfristiges Ziel sind die Weltmeisterschaften 2020 in Gütersloh. Michelle Welland: »Ich habe hier eine Marke gesetzt. Jetzt wechsele ich mit viel Durchhaltevermögen in die U24.« Eines scheint ganz klar: Dieses Talent schiebt keine ruhige Kugel.

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