Di., 28.08.2018

Mehr als 400 Nennungen beim Turnier des CVJM Wehrendorf - Mit Video Alter Ball lockt weniger Spieler an

André Nies vom CVJM Wehrendorf war beim Tischtennis-Turnier nicht nur im Organisationsteam aktiv, sondern stand auch an der Platte. Die Turnier-Macher begrüßten bei der 21. Auflage Sportler aus ganz Deutschland im Wesergymnasium.

André Nies vom CVJM Wehrendorf war beim Tischtennis-Turnier nicht nur im Organisationsteam aktiv, sondern stand auch an der Platte. Die Turnier-Macher begrüßten bei der 21. Auflage Sportler aus ganz Deutschland im Wesergymnasium. Foto: Florian Weyand

Von Florian Weyand

Vlotho (WB). Nach drei Tagen Tischtennis-Sport kann Björn Schulz am Montag endlich wieder ausschlafen. Bis weit in die Nacht spielen die Platten-Asse beim Turnier des CVJM Wehrendorf am Freitag- und Samstagabend in den Sporthallen des Wesergymnasiums. Mit den mehr als 400 Meldungen ist man trotz etwas geringerer Teilnehmerzahlen als im Vorjahr dennoch zufrieden.

Besonders in der Elite-Klasse Herren A ist der Rückgang deutlich spürbar. Eine Erklärung dafür hat Björn Schulz schon gefunden. »Wir hatten uns dafür entschieden, noch einmal mit dem alten Zelluloidball zu spielen«, sagt der Turnier-Macher. Das habe einige Spitzenspieler vielleicht abgeschreckt. Denn die werden ab der kommenden Woche im Ligabetrieb mit den neuen Plastikbällen aufschlagen. Die Damen-A-Konkurrenz fällt aufgrund zu weniger Meldungen gleich ganz ins Wasser und wird abgesagt.

Toni Richter (links) und Andreas Obernolte vom CVJM Exter. Foto: Florian Weyand

Keine Angst vor den alten Kugeln hat der Rumäne Bogdan Singeorzan, der bis zum Saisonende noch für den Verbandsligisten TTC Mennighüffen gespielt hat und nun für den Regionalligisten SV Bolzum aufschlägt. Er lässt sich von der Konkurrenz nicht aufhalten und besiegt im Finale Christopher Lüke aus Elsen.

Mehr als 400 Nennungen verzeichnet der CVM Wehrendorf an den drei Turniertagen. Im Vorjahr waren es noch etwa 480. »Nach sechs Jahren mit steigenden Zahlen ist ein gewisser Rückgang ganz normal. Andere Turniere haben bei den Teilnehmerzahlen ganz andere Einbrüche«, sagt Björn Schulz nach der 21. Auflage.

Für dramatisch hält der Turnier-Organisator die Situation in den Jugendklassen. »Das ist schon beängstigend, wenn man die Zahlen sieht«, sagt Schulz. Dennoch hat er für Jungen und Mädchen – trotz des großen organisatorischen Aufwands – noch einmal Turniere angeboten. »Es wird von den Vereinen aber nicht angenommen. Wir werden uns bald zusammensetzen und überlegen, ob wir weiter Nachwuchsturniere anbieten«, sagt der Turnier-Chef.

Kommentar

Immer weniger Kinder sind in Sportvereinen aktiv. Lautstark wird dieser Rückgang von Funktionäeren beklagt, die Schuld bei Trendsportarten sowie Tablet und Smartphone ausgemacht. Doch wo bleibt die Selbstkritik? Der CVJM Wehrendorf richtete ein Turnier für den Nachwuchs aus. Angenommen wurde es nicht. Die Sieger kamen aus Düsseldorf, Appelhülsen oder Hagen. Viele Vereine aus der Region blieben fern. Wer es nicht schafft, seine Talente in den Nachbarort zu schicken, muss sich über Nachwuchsschwund nicht beschweren.  Florian Weyand

Björn Schulz sammelt an den drei Turniertagen aber auch viele positive Erkenntnisse: Besonders viele Spieler begrüßen die Wehrendorfer in den unteren Klassen. Allein bei den Platten-Assen der Herren-F-Konkurrenz kämpfen 56 Spieler um den Sieg. »Jahr für Jahr ist das die stärkste Klasse«, sagt Schulz. Und auch das 2er-Mannschaftsturnier wird wieder gut angenommen. Die 32 Startplätze sind schnell besetzt und mit Daniel Brosig darf sogar ein Lokalmatador jubeln. Der Zugang des CVJM Wehrendorf gewinnt am Samstagabend an der Seite von Yannick Schmidt (SC Herford).

Beste Damen-Spielerin am Wochenende ist die Wehrendorferin Janina Köster. Die Bezirksliga-Akteurin sichert sich nicht nur den Sieg im Einzel. Dort setzt sie sich gegen Hannah Langen (Westfalia Kinderhaus) durch. Auch im Doppel ist Köster erfolgreich, gewinnt das Turnier an der Seite ihrer Endspielkonkurrentin gegen Sandra Wessel und Sabine Boehnke (beide TTV Lage).

Mit dem CVJM Exter bekommt der Nachbarklub den Pokal für den teilnehmerstärksten Verein überreicht. »Wir haben nur 13 aktive Spieler, haben aber 20 Mal gemeldet«, berichtet Andreas Obernolte. Von größeren Vereinen aus der Umgebung fehlt beim Wehrendorfer Turnier aber fast jede Spur. Dabei hätten die Tischtennis-Asse aus den höheren Ligen eine gute Gelegenheit gehabt, um Werbung für ihren Sport zu betreiben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6005579?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198409%2F2514656%2F