Volleyball: Nachgefragt beim Kreisvorsitzenden Andreas Grawe
„Der Sport steht nicht an erster Stelle“

Kreis Höxter. -

„So wichtig ihr Hobby auch für viele Menschen ist: Der Sport steht bei einer Rückkehr zur Normalität nicht an erster Stelle“, sagt der Vorsitzende des Volleyballkreises Höxter, Andreas Grawe. Er befürchtet, dass die seit Ende Oktober unterbrochene Volleyball-Saison nicht fortgesetzt werden kann, erklärt er im Gespräch mit Redakteur Günter Sarrazin.

Montag, 11.01.2021, 04:07 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 14:34 Uhr
„Ich würde gerne einmal wieder ein Spiel besuchen“, sagt Andreas Grawe.
„Ich würde gerne einmal wieder ein Spiel besuchen“, sagt Andreas Grawe. Foto: Günter Sarrazin

Herr Grawe, selbst wenn die heimischen Volleyballer im Februar wieder mit dem Training beginnen könnten, würde der Spielbetrieb nicht vor Ende des Monats starten. Rechnen Sie überhaupt damit, dass die Volleyball-Saison fortgesetzt wird?

Andreas Grawe: Ich befürchte nicht, da ich davon ausgehe, dass die Politik auch den Februar nicht komplett für den Sport wieder öffnen wird. So wichtig ihr Hobby auch für viele Menschen ist: Der Sport steht bei einer Rückkehr zur Normalität nicht an erster Stelle. Viele Berufsgruppen, deren Existenz gefährdet ist, sind vorrangig.

Ende März beginnen die Osterferien. Dann wäre im Falle einer Saisonfortsetzung auch schon wieder Punktspielpause.

Grawe: Ja, das ist ein weiterer Grund, weshalb es schwierig ist, die Saison fortzusetzen. Man müsste mit den Spielen, die sonst im April abgeschlossen werden, bis weit in den Sommer gehen.

Einem solchen Szenario haben die Vereine ja bereits zugestimmt.

Grawe: Das war im vergangenen November. Ob sie im Sommer tatsächlich noch spielen wollen, ist eine spannende Frage. Vielleicht müsste man eine entsprechende Umfrage, auch angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie, bei den Vereinen jetzt neu durchführen.

Nächste Sitzung steht an

Im Westdeutschen Volleyball-Verband soll es Pläne geben, nur eine Hinrunde oder ein Abschlussturnier zu spielen.

Grawe: Das ist richtig. Einzelheiten besprechen wir am morgigen Dienstag, 12. Januar, während der nächsten Präsidiumssitzung, die wieder online stattfinden wird.

Was werden Sie als Breiten- und Freizeitsportwart des Verbandes in Sachen weiteres Vorgehen vorschlagen?

Grawe: Im Breitensport, in dem auch ohne Spielerpässe und mit gemischten Mannschaften gespielt werden kann, werden wir versuchen, die Teams mit Freundschaftsspielen im Spielbetrieb zu behalten. Zumal einige Vereine noch gar nicht angefangen oder nur ganz wenige Partien absolviert haben, hoffe ich, dass diese Freundschaftsspiele dazu beitragen, die Mannschaften zu erhalten. Meine große Sorge ist, dass ansonsten vor allem viele ältere Hobbyspieler aufgrund der jetzigen Situation aufhören.

Welche Tagesordnungspunkte stehen außerdem auf dem Programm der Präsidiumssitzung?

Grawe: Insbesondere geht es auch um die Haushaltsplanung. Wenn wir keinen Spielbetrieb haben, fallen viele Einnahmen zwangsläufig weg. Trotzdem muss der Verband handlungsfähig bleiben.

Am Anfang der Saison

Wenn Sie den Lockdown im Frühjahr mit dem jetzigen vergleichen – welcher hat größere Auswirkungen?

Grawe: Die jetzige Situation ist für alle Sportler noch schwieriger, insbesondere weil wir gar nicht wissen, ob wir das Schlimmste schon hinter uns haben oder ob es noch kommt. Im Frühjahr war es nach dem Ende März beschlossenen vorzeitigem Saisonende mit Blick auf den Sommer einfacher. Jetzt sind wir im Grunde am Anfang der Saison. Die Hoffnung ist, dass durch die Impfungen ab dem kommenden Sommer wieder Normalität eintritt.

Wie geht es Ihnen persönlich in der nun so langen Corona-Krise?

Grawe: Mir fehlen die persönlichen Kontakte schon sehr. Online-Konferenzen sind nett, können aber das Treffen auf Augenhöhe nicht ersetzen. Und ich würde gerne einmal wieder ein Volleyballspiel besuchen und zugucken.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7759753?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F
Bundesarbeitsministerium plant Homeoffice-Vorgaben
In Zeiten von Corona;: Ein Mann arbeitet zu Hause an einem Laptop in seinem Homeoffice.
Nachrichten-Ticker