So., 13.01.2019

Tischtennis-Bundesliga: Starke Driburger holen 3:1 Punkte in der Doppelschicht Fast acht Stunden Kampf belohnt

Sophia Klee hat alle vier Einzel in der Bundesliga-Doppelschicht für de TuS Bad Driburg gewonnen und so einen erheblichen Anteil an den 3:1-Zählern in Langstadt und gegen Böblingen. Driburg hat Tabellenplatz zwei verteidigt.

Sophia Klee hat alle vier Einzel in der Bundesliga-Doppelschicht für de TuS Bad Driburg gewonnen und so einen erheblichen Anteil an den 3:1-Zählern in Langstadt und gegen Böblingen. Driburg hat Tabellenplatz zwei verteidigt. Foto: Sylvia Rasche

Von Sylvia Rasche

Bad Driburg (WB). Das ist nichts für schwache Nerven: Fast acht Stunden hat Tischtennis-Bundesligist TuS Bad Driburg am Samstag in Langstadt und Sonntag zu Hause gegen Böblingen gekämpft, um das Punktekonto mit drei weiteren Punkten aufzustocken und den zweiten Platz zu verteidigen.

Matchwinnerin war ausgerechnet die jüngste Spielerin im Team: Sophia Klee hat in beiden Partien die volle Ausbeute von insgesamt vier Punkten im Einzel beigesteuert. »Das war richtig stark«, lobte TuS-Manager Franz-Josef Lingens die Energieleistung der 15-Jährigen. Die amtierende Deutsche Jugendmeisterin tritt auch in der Bundesliga inzwischen immer selbstbewusster auf und bleibt selbst in Drucksituationen völlig konzentriert und cool. Das war der Schlüssel zum Erfolg. In Langstadt musste sie am Samstag beim Stand von 4:5 aus Driburger Sicht in die Box und rettete das Remis. Am Sonntag lag Driburg 5:4 vorne, als nur noch Klee spielte und dem TuS schließlich den 6:4-Sieg gegen Böblingen sicherte. Die Zuschauer hielt es in der dramatischen Schlussphase kaum noch auf den Sitzen.

Samstagskrimi wird Sonntag getoppt

»Das war ein Krimi hoch zehn«, hatte TuS-Manager Franz-Josef Lingens am Samstag unmittelbar nach Spielende vor 320 Fans in Hessen betont – und ahnte da noch nicht, dass dieser Auftritt am Sonntag in eigener Halle sogar noch eine Steigerung bereit hielt.

Langstadt überraschte Driburg mit der Aufstellung im Spitzenpaarkreuz und bot sowohl Deutschlands Nummer eins, Petrissa Solja, als auch die Taiwanesin Hsien-Tzu Cheng auf. Die Asiatin hatte Lingens im Vorfeld nicht auf der Rechnung gehabt. »Das machte die Aufgabe für uns noch ein Stück schwerer. Ein Riesen-Kompliment an mein Team«, schwärmte Lingens.

Unteres Paarkreuz punktet komplett

Alle fünf Punkte gingen auf das Konto des unteren Paarkreuzes. Nadine Bollmeier und Sophia Klee gewannen zum Auftakt ihr Doppel und holten anschließend jeweils zwei Einzelpunkte. Im oberen Paarkreuz erwies sich Langstadts Petrissa Solja als eine ganze Klasse stärker und holte souverän beide Zähler. Gegen die Taiwanesin schnupperten die Driburgerinnen Britt Eerland und Sarah DeNutte an der Überraschung, mussten sich aber beide mit zwei Punkten Differenz im fünften Satz geschlagen geben.

Der Sonntag hielt einen weiteren knapp vierstündigen Krimi bereit, aus dem der TuS Bad Driburg diesmal sogar als Sieger hervorging. »Das war eine ganz starke Teamleistung. Eine halbe Stunde vor Spielende habe ich gedacht, wir verlieren das Ding. Doch haben Sarah DeNutte und Sophia Klee die Partie gedreht«, atmete Lingens auf.

DeNutte und Klee drehen das Match

Britt Eerland und Sarah DeNutte siegten zum Auftakt im Doppel und hielten in den Einzeln jeweils mit starken taktischen Leistungen Abwehrspielerin Rosi Stähr hauchdünn in Schach. Beide standen allerdings gegen eine bis in die Haarspitzen motivierte Ex-Europameisterin Hongi Gotsch auf verlorenem Posten. Im unteren Paarkreuz gewann Nadine Bollmeier ein Einzel. Youngster Sophia Klee hatte in beiden Duellen gegen ihre Vorgängerinnen im deutschen Jugendnationalkader, Theresa Kraft und Julia Kaim, das bessere Ende auf ihrer Seite. Das bedeutete letztlich den knappen 6:4-Erfolg gegen den SV Böblingen. »Wir haben jetzt 13:5-Punkte. Das ist kaum zu glauben«, jubelte Lingens, dachte in der Stunde des Erfolges aber auch an die unterlegenen Böblingerinnen, die »toll gespielt haben und eigentlich auch einen Punkt verdient hätten.«

Die TuS-Statistik

TSV Langstadt - TuS Bad Driburg 5:5 Hsien-Tzu Cheng/Petrissa Solja - Britt Eerland/Sarah DeNutte 3:0, Anne Bundesmann/Alena Lemmer - Nadine Bollmeier/Sophia Klee 1:3, Solja - DeNutte 3:1, Cheng - Eerland 3:2, Lemmer - Klee 1:3, Bundesmann - Bollmeier 0:3, Solja - Eerland 3:0, Cheng - DeNutte 3:2, Lemmer - Bollmeier 2:3, Bundesmann - Klee 0:3 TuS Bad Driburg - SV Böblingen 6:4 Eerland/DeNutte - Kraft/Kaim 3:1, Bollmeier/Klee - Gotsch/Stähr 1:3, Eerland - Stähr 3:1, DeNutte - Gotsch 0:3, Bollmeier - Kaim 3:1, Klee - Kraft 3:2, Eerland - Gotsch 0:3, DeNutte - Stähr 3:2, Bollmeier - Kraft 1:3, Klee - Kaim 3:2

Ein Kommentar von Sylvia Rasche

Als hätte es noch mal eine Bestätigung gebraucht: Diese Bundesliga-Saison ist die spannendste der vergangenen Jahre. Nahezu alle Teams sind ausgeglichen besetzt. Der TuS Bad Driburg muss sich als Vizeherbstmeister auch gegen den starken Aufsteiger aus Hessen und sogar gegen das auf dem Papier abgeschlagene Schlusslicht Böblingen mächtig strecken, um zu punkten. Das geht allen Mannschaften so. Immerhin hat Böblingen gegen Spitzenreiter Berlin ein Remis eingefahren.

Der TuS Bad Driburg kann froh sein, eine so erfolgreiche Hinrunde gespielt zu haben. Als Tabellenzweiter ist den Badestädtern die Play-off-Qualifikation kaum mehr zu nehmen. Sie können somit ohne Druck aufspielen und sich für das Viertelfinale in Stellung bringen. Sollten sie sogar Platz zwei verteidigen, stünden sie direkt im Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Doch das ist noch ein ganz weiter Weg. Die Fans dürfen sich auf die nächsten Aufgaben freuen. Sylvia Rasche

 

 

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