Fr., 12.07.2019

Tischtennis: Driburgerinnen Sophia Klee und Yuki Tsutsui sind mit der deutschen Mädchen-Nationalmannschaft überraschend Europameisterinnen »Wir können es nicht fassen«

EM-Gold für Deutschland: Die beiden Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerinnen Sophia Klee und Yuki Tsutsui sind mit der U18-Nationalmannschaft Europameisterinnen geworden. Das Foto zeigt von links: Franziska Schreiner, Yuki Tsutsui, Laura Tiefenbrunner, Anastasia Bondareva und Sophia Klee mit Bundestrainerin Dana Weber (hinten).

EM-Gold für Deutschland: Die beiden Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerinnen Sophia Klee und Yuki Tsutsui sind mit der U18-Nationalmannschaft Europameisterinnen geworden. Das Foto zeigt von links: Franziska Schreiner, Yuki Tsutsui, Laura Tiefenbrunner, Anastasia Bondareva und Sophia Klee mit Bundestrainerin Dana Weber (hinten). Foto: Johannes Gohlke

Von Sylvia Rasche

Ostrava/Bad Driburg (WB). Am Morgen danach ist Sophia Klee immer noch »sprachlos. Wir können es alle nicht fassen.« Die Bad Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerin ist mit der deutschen Mädchen-Nationalmannschaft überraschend Europameisterin geworden.

Im Finale besiegten die deutschen U18-Mädchen die hoch favorisierten Russinnen nach mehr als drei Stunden Spielzeit mit 3:2. Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Ausgestattet mit der Deutschlandfahne ließen die Mädchen noch in der Box die Welle durch die Arena von Ostrava schwappen, lagen sich danach minutenlang in den Armen. Es schien, als wollten sie sich vor lauter Glück gar nicht mehr loslassen.

Wer gerade nicht selbst am Tisch steht, ist trotzdem im Einsatz: Yuki Tsutsui, Sophia Klee und Franziska Schreiner (von links) feuern ihre Teamkollegin Anastasia Bondareva engagiert an. Foto: Johannes Gohlke

Es ist die wohl größte Überraschung dieser Titelkämpfe. Eine Medaille hatten sie sich erträumt. Nach der Niederlage gegen Gastgeber Tschechien in der Gruppenphase war die Enttäuschung riesig. Als Gruppenzweiter schafften es die Deutschen trotzdem in die KO-Runde – und drehten dann richtig auf. 3:0 gegen Portugal, 3:2 Polen und 3:1 gegen Frankreich siegte das Team mit den beiden Driburgerinnen Sophia Klee und Neuzugang Yuki Tsutsui, die im Achtelfinale zum Einsatz kam und ihre Aufgabe mit Bravour löste, auf dem Weg ins Endspiel.

Das Finale gegen die scheinbar überlegenen Russinnen war ein Spiegelbild der beiden vorherigen Partien. Wieder schickte Bundestrainerin Dana Weber die deutsche Jugendmeisterin Sophia Klee an Schlüsselposition drei ins Rennen, wieder musste die Driburgerin beim Stand von 1:1 in die Box – und behielt erneut die Nerven. Allerdings war es ein ganz hartes Stück Arbeit. »In den ersten beiden Sätzen bin ich gar nicht ins Spiel gekommen«, berichtet Sophia Klee. Sie habe ihre Gegnerin dann einfach nur noch so viel wie möglich ärgern wollen. »Und plötzlich stand es 2:2 und dann habe ich sogar noch gewonnen«, erzählt die 16-Jährige nach einer kurzen Nacht in Ostrava im Gespräch mit dieser Zeitung.

2:1 führte Deutschland damit und brachte den Favoriten somit in Bedrängnis. Russland schaffte noch mal den Ausgleich. Doch im entscheidenden Match ließ sich Bundesligaspielerin Anastasia Bondareva die Chance nicht mehr nehmen und machte den Sack zu. Dann brachen alle Dämme: Sophia Klee, die vor zwei Jahren zusammen mit Bondareva U15-Doppel-Europameisterin geworden war, sprang als erste über die Bande und herzte ihre Teamkollegin. Nur einen Bruchteil einer Sekunde später waren die beiden von den übrigen deutschen Spielerinnen und der Trainerin umringt.

»Wir haben genau diese drei Punkte vorher auf der Rechnung gehabt. Aber wussten wir natürlich, dass es sehr schwer werden würde«, gab Klee Einblick in die Taktik der deutschen Mannschaft. Schon nach dem Halbfinal-Sieg gegen Frankreich hatte das Team ein weiteres großes Ziel erreicht und sich als eine von nur drei europäischen Nationen für die Weltmeisterschaften Ende des Jahres in Thailand qualifiziert. »Insgesamt war es einfach eine unglaubliche Teamleistung«, betont Sophia Klee.

Lange feiern können die Mädchen ihren großen Erfolg erst mal nicht: Denn nach dem Teamwettbewerb geht es in Tschechien mit Einzel, Doppel und Mixed weiter.

Der Austragungsort Ostrava scheint Driburger Spielerinnen übrigens Glück zu bringen. Nina Mittelham sicherte sich dort 2013 an gleicher Stelle drei Schülerinnen-EM-Titel und wurde anschließend in der Fachpresse zur »Königin von Ostrava« gekrönt. Inzwischen ist sie festes Mitglied der deutschen Damen-Nationalmannschaft – und die neuen, jungen Kronprinzessinen sind auf dem besten Weg dorthin.

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