So., 15.03.2020

Tischtennis: Driburger Bundesligaspielerin Sarah DeNutte beim letzten internationalen Turnier vor der „Corona-Pause“ im Viertelfinale „Wir sind alle verunsichert“

Sarah DeNutte hat im Oman das Viertelfinale erreicht und wird den TuS Bad Driburg nach sechs Jahren verlassen.

Sarah DeNutte hat im Oman das Viertelfinale erreicht und wird den TuS Bad Driburg nach sechs Jahren verlassen. Foto: Sylvia Rasche

Bad Driburg (WB). Die Bad Driburger Bundesligaspielerin Sarah DeNutte hat bis Samstag im Oman am letzten internationalen Tischtennis-Turnier vor der „Corona-Pause“ teilgenommen und das Viertelfinale erreicht. Vor ihrem Rückflug am Sonntag hat Sarah DeNutte die Fragen von WESTFALEN-BLATT Redakteurin Sylvia Rasche beantwortet.

Der internationale Tischtennisverband (ITTF) hat vorerst alle Turniere abgesagt. Die Polish-Open sind abgebrochen worden, im Oman wurde zu Ende gespielt. Wie war die Stimmung unter den Aktiven.

Sarah DeNutte: Schwer zu sagen. „Verunsichert“ trifft es vielleicht am besten. Egal, wo man hinkommt oder mit wem man spricht, es dreht sich alles um das Coronavirus. Es gibt nur noch dieses eine Thema. Keiner weiß, was kommt, wie es weitergeht, welche Maßnahmen der internationale Verband ergreift.

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Ich werde jetzt erst mal Pause machen und dann sehen, wie es weiter geht.

Sarah DeNutte

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Erst mal sind ja alle Turniere abgesagt...

DeNutte: Ja genau. Am Montag soll es eine Konferenz geben, in der die ITTF das weitere Vorgehen abstimmt. Es geht dabei unter anderem auch um die Olympia-Qualifikation. Zwei Qualiturniere standen ja noch auf dem Programm. Eins im April und eins im Mai. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die jetzt noch stattfinden.

 

Sie selbst haben in den vergangenen beiden Wochen zwei internationale Turniere gespielt. Zuerst in Doha und dann im Oman. Dazwischen lagen acht Tage Zeit. Wie haben Sie die genutzt?

DeNutte: Ich bin zwischendurch noch nach Hause geflogen und habe ein paar Tage in Luxemburg trainiert, weil ich sonst zuviel Zeit hätte überbrücken müssen. Im Oman war ich für die Hauptrunde gesetzt, musste also erst Ende der Woche dort antreten.

 

Wie sieht Ihre weitere Planung aus?

DeNutte: Ich fliege am Sonntag zurück nach Luxemburg (Anmerkung der Redaktion: Das Gespräch haben wir vor dem Abflug geführt). Dann hatte ich sowieso vor, ein paar Tage zu pausieren. Es waren zuletzt so viele Termine, viele internationale Turniere, die nationalen Meisterschaften und die Bundesliga. Vor allem nach Doha war ich sehr müde und habe mich auf die kleine Pause gefreut. Jetzt muss ich erst mal sehen, wie es weitergeht. Nach meinen Informationen sind die Hallen in Luxemburg geschlossen. Wie es in Düsseldorf ist, weiß ich nicht. Darum werde ich mich dann direkt kümmern, wenn ich zu Hause bin. (Anmerkung der Redaktion: DeNutte trainiert regelmäßig im Deutschen Tischtenniszentrum in Düsseldorf).

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Um die Zahl der Infizierten einzudämmen, sind wir alle gefordert.

Sarah DeNutte

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Wie stehen Sie zur Absage der internationalen Turniere und der Bundesliga?

DeNutte: Ich denke, dass es die richtige Entscheidung ist. Um die Situation so schnell wir möglich zu beruhigen und die Zahl der Infizierten einzudämmen, sind wir alle gefordert. Da musste ein richtiger Schnitt her. Es ist wichtig, dass sich alle daran halten, damit es nicht noch schlimmer kommt.

 

Kommen wir doch noch zum Sportlichen: Sie haben im Oman das Viertelfinale erreicht. Sind Sie zufrieden?

DeNutte: Ja. Ich musste keine Qualifikation spielen, stand also direkt in der Hauptrunde und habe dort zuerst in fünf Sätzen gegen eine Spielerin aus Indien gewonnen. Im Achtelfinale gegen Yana Noskova aus Russland habe ich ganz schlecht angefangen und mich schlecht bewegt. Vor dem vierten Satz habe ich mich dann noch mal zusammen gerissen und habe gekämpft. Es konnte ja nur besser werden. Da habe ich das Spiel von 0:3 noch auf 4:3 gedreht und bin ins Viertelfinale eingezogen. Dort habe ich dann gegen Hitomi Sato verloren (Anmerkung der Redaktion: Die Japanerin ist die Nummer 18 der Weltrangliste und hat die Oman-Open auch gewonnen.)

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Leider spiele ich in der kommenden Saison nicht mehr in Bad Driburg.

Sarah DeNutte

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Sie spielen seit 2014, also seit sechs Jahren in Bad Driburg. Kommt ein siebtes Jahr dazu?

DeNutte: Nein. Leider nicht. Wo ich in der kommenden Saison spielen werde, kann ich noch nicht sagen. Leider wird es aber nicht in Bad Driburg sein.

 

Zur Person: Sarah DeNutte

Nach dem zweiten Bundesliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte 2014 kam die Luxemburgerin zum TuS Bad Driburg. In den sechs Jahren hat sie mit den Badestädtern einmal das Endspiel um den Deutschen Pokal (2018) und einmal das Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (2019) erreicht.

Die 27-Jährige hat achtmal die Luxemburger Meisterschaften im Einzel für sich entschieden, davon zuletzt siebenmal in Folge.

2018 holte sie EM-Bronze im Damen-Doppel an der Seite von Ni Xialian. Für Luxemburg hat sie an insgesamt zehn Weltmeisterschaften teilgenommen. Aktuell wird sie auf Position 84 der Weltrangliste geführt.

 

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