Fr., 20.03.2020

Fußball: Patrick Kurzen, Regionalligaspieler aus Bad Driburg, gibt Einblick in sein individuelles Training Fitness im Wohnzimmer

Der Driburger Regionalligafußballer Patrick Kurzen hält sich mit einem individuellen Trainingsplan fit.

Der Driburger Regionalligafußballer Patrick Kurzen hält sich mit einem individuellen Trainingsplan fit. Foto: privat

Von Rene Wenzel

Bad Driburg (WB). Steigerungsläufe über 30 Meter, Mobilisationsübungen für den ganzen Körper und zur Regeneration ein Spaziergang – der Trainingsplan von Patrick Kurzen aus Bad Driburg sieht aktuell aufgrund der Corona-Krise etwas anders aus.

Mitten in der Saison absolvieren die Akteure des Regionalliga-Spitzenreiters SV Rödinghausen ein individuelles Programm. Der 23-Jährige aus dem Sportkreis Höxter zeigt, wie das Fitness-Programm aussieht.

„Der Trainingsplan ist an unseren normalen Saisonverlauf angepasst“, erklärt Kurzen. Bis zum 11. März lief ganz normal der Trainingsbetrieb in der kleinen Gemeinde im Kreis Herford. Danach schickte der Klub die Spieler nach Hause. Alle erhielten von Athletiktrainer Tim Menne einen individuellen Trainingsplan.

Schummeln ist dabei nicht angesagt. „Wir haben alle schon vor der Saison eine Pulsuhr mit einem Brustgurt bekommen. Wir müssen jede Übung dokumentieren und später in einer App hochladen“, sagt der 23-jährige Mittelfeldspieler, der einen Einblick in seinen Trainingsplan vom 16. bis 22. März gewährt.

Montag

Zum Start in die Woche steht wie auch im normalen Saison-Alltag eine Regenerationseinheit an. Der aktuelle Trainingsplan sieht vor, dass Kurzen einen einstündigen Spaziergang sowie Übungen mit der Blackroll (Faszienrolle) macht. Und sonst beschäftigt sich der SVR-Akteur aufgrund der Uni-Pause mit Arbeiten im Haushalt. „Ich mache jetzt oft die Wäsche, da meine Freundin noch ganz normal arbeiten muss. Zuletzt habe ich auch ein paar Sommer-Möbel auf unsere Terrasse gestellt. Irgendetwas fällt immer in der Wohnung an“, sagt Kurzen.

Dienstag

Dieser Tag wird als lockerer Einstieg in die Trainingswoche genutzt. Kurzen muss zunächst fünf Minuten locker laufen. Im Anschluss folgen Dehnübungen, danach geht´s mit kleinen, schnellen Schritten auf der Stelle sowie mit Hüftrotation weiter. Im Plan folgen Übungen wie beispielsweise Liegestütze oder Kniebeugen – zum Abschluss wieder fünf Minuten locker laufen. „Mir fällt die Umsetzung nicht schwer. Ich bin mir auch sicher, dass jeder Spieler aus unserer Mannschaft genug Selbstdisziplin besitzt und alles durchzieht. Wenn man nichts hochlädt, würde auch schnell der mahnende Zeigefinger kommen“, meint der gebürtige Reelsener.

Mittwoch

Es ist der wohl härteste Tag in der gesamten Woche. Intervallläufe und Sprinttraining stehen nach einer kleinen Aufwärmphase auf der Liste. Wie das genau aussieht? Insgesamt 20 Steigerungsläufe über 30 Meter in jeweils acht bis zehn Sekunden mit Pausen nach jeweils fünf Durchgängen. Zum Cool-down steht lockeres Auslaufen an. Sollte es zu einer Ausgangssperre kommen, muss das Ausdauertraining auf einem Fahrrad oder Laufband in den eigenen vier Wänden durchgezogen werden. „Ich habe ein Fahrrad noch bei meinen Eltern stehen. Das würde ich mir dann für die Zeit abholen und in die Wohnung stellen“, sagt der 23-Jährige.

Donnerstag

Nach den intensiven Einheiten am Vortag steht wieder etwas Regeneration an. Mobilisationsübungen mit der Blackroll muss Kurzen nach einem 20 bis 30-minütigen Lauf erledigen.

Freitag

Dieses Programm hört sich entspannt an. Wie auch am Montag sieht der Plan einen lockeren Spaziergang mit Blackroll-Regeneration vor.

Samstag

Am ersten Wochenendtag geht´s nach einem lockeren Aufwärmen und Dehnen los. Verschiedene Übungen wie beispielsweise Ausfallschritte, Liegestütze oder Wechselsprünge müssen neben insgesamt zehn intensiven Läufen absolviert werden. Zum Abschluss werden wieder fünf Minuten entspannt gelaufen.

Sonntag

An diesem Tag wiederholt sich das Programm von Donnerstag. Die Mobilisierung der Waden, des Gesäßes, des oberen und mittleren Rückens, der Oberschenkelrückseite, des Quadrizeps, der Adduktoren und des äußern Anteils des Quadrizeps dient zur Auflockerung.

Patrick Kurzen hofft natürlich, dass der Spielbetrieb schnellstmöglich wieder läuft. „Wenn man mal sechs Wochen lang keinen Ball am Fuß hat, wird es schon schwierig. Die Fitness ist nicht das Problem. Man verliert in der Pause auch etwas den Fokus und kann die Spannung sowie den Druck schlecht aufrechterhalten“, sagt Kurzen.

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