Di., 31.03.2020

Corona-Krise: TuS Bad Driburg zieht sich aus der Tischtennis-Bundesliga zurück „Wir hängen finanziell in der Luft“

Manager Franz-Josef Lingens zieht sich mit dem TuS Bad Driburg nach 23 Jahren aus der Bundesliga zurück.

Manager Franz-Josef Lingens zieht sich mit dem TuS Bad Driburg nach 23 Jahren aus der Bundesliga zurück. Foto: Sylvia Rasche

Von Sylvia Rasche

Bad Driburg (WB). Das Aus kommt nach 23 Jahren Bundesliga-Tischtennis in Bad Driburg ausgerechnet zum Zeitpunkt des sportlich größten Erfolges. Der Tabellenzweite TuS Bad Driburg hat am Dienstag den Rückzug seiner ersten Mannschaft zum Saisonende bekannt gegeben.

„Durch die Corona-Krise ist jetzt schon abzusehen, das uns viele unserer treuen Sponsoren nicht mehr unterstützen können und es damit finanziell keine Basis für den Verbleib in der Frauen-Bundesliga geben wird“, erklärt Helge Heinemann, Vorsitzender des Gesamtvereins.

Franz-Josef Lingens, seit mehreren Jahrzehnten unermüdlicher Macher in der Tischtennis-Abteilung, sieht es ähnlich: „Wir hängen finanziell völlig in der Luft. Ich kann den Spielerinnen keine Zusagen machen, weil ich nicht weiß, ob ich diese später auch einhalten kann.“ Mit großen Bauchschmerzen habe er sich daher zum Rückzug entschieden, erklärt der 73-Jährige, der unlängst noch davon gesprochen hatte, „zwei, drei Jahre weitermachen“ zu wollen.

Die Sponsorengelder sind die einzige Einnahmequelle des Bundesligisten. „Die Eintrittsgelder der Zuschauer und der Erlös aus dem Verkauf gehen meist schon für die Schiedsrichterkosten drauf. Ohne Sponsoren geht es nicht“, betont Manager Franz-Josef Lingens.

Bereits verlängert hatte der TuS Bad Driburg den Vertrag mit Topspielerin Britt Eerland aus den Niederlanden. Die Nummer 30 der Weltrangliste muss sich nun ebenso einen neuen Verein suchen wie Spielertrainerin Nadine Bollmeier aus Frotheim und die beiden deutschen U18-Team-Europameisterinnen Sophia Klee und Yuki Tstutsui. Der Abschied von Sarah DeNutte zum Saisonende – die amtierende Luxemburger Meisterin spielt seit sechs Jahren in Bad Driburg – war bereits seit drei Wochen eine beschlossene Sache.

„Jetzt haben die Spielerinnen noch Zeit, sich einen neuen Verein zu suchen“, begründet Lingens den frühen Zeitpunkt der Entscheidung. Allerdings sollen auch andere Vereine in Corona-Zeiten finanziell am Stock gehen.

Ursprünglich hatte der TuS Bad Driburg vor zwei Wochen seine Unterlagen für die neue Saison beim Deutschen Tischtennis-Bund fristgerecht eingereicht. Mit acht Mannschaften wäre die Liga in der kommenden Saison voll besetzt an den Start gegangen. Jetzt sind es nur noch sieben.

Ob die aktuelle Saison, die derzeit pausiert, zu Ende gespielt wird, ist völlig offen. „So richtig glaube ich daran nicht, hoffe es aber natürlich“, wünscht sich Franz-Josef Lingens, der mit dem Verein 2000 schon einmal Deutscher Vizemeister war und es nach Lage der Dinge auch 2020 wieder werden wird, zumindest noch einen würdigen Abschied.

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