Die Blau-Gelben feiern die A-Liga-Meisterschaft im Frühjahr 2010 über Monate
TuS Bad Driburg kommt aus Feiern nicht heraus

Bad Driburg  (WB). „Es waren wundervolle Tage im Mai und Juni 2010.“ Hans-Joachim Schneider, Geschäftsführer beim TuS Bad Driburg, gerät beim Blick zurück immer noch ins Schwärmen. Die Fußballer des TuS Bad sind vor zehn Jahren souverän in die Bezirksliga aufgestiegen. Meistertrainer Sepp Kagerbauer und seine Fußball-Helden sind auf Händen getragen und über Wochen gefeiert worden.

Montag, 20.07.2020, 13:04 Uhr aktualisiert: 20.07.2020, 13:06 Uhr
Der Kreisvorstand mit dem Kreisvorsitzenden Hermann-Josef Koch (links) und Staffelleiter Adolf Muhr übergeben die Meisterurkunde an die Fußball-Helden der Blau-Gelben. Foto: Jürgen Drüke
Der Kreisvorstand mit dem Kreisvorsitzenden Hermann-Josef Koch (links) und Staffelleiter Adolf Muhr übergeben die Meisterurkunde an die Fußball-Helden der Blau-Gelben. Foto: Jürgen Drüke

Meisterbalkon

Es gab sogar einen Meisterbalkon. Den hatte sich insbesondere Bayern-Fan Kagerbauer gewünscht. „Unsere Kicker sollen so wie die Profis des Deutschen Meisters FC Bayern München gefeiert werden.“ Der Kagerbauer-Wunsch wurde erfüllt. In jenen Tagen schien bei den Blau-Gelben nichts unmöglich. Hans-Joachim Schneider, bereits damals Geschäftsführer, berichtet: „Wir kamen aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Im gesamten Frühjahr 2010 haben wir angesichts eines komfortablen Vorsprungs auf den ärgsten Widersacher SV Bredenborn dem Tag X entgegengefiebert. Dann war es endlich soweit. Der TuS Vinsebeck hatte ganz nebenbei Schrittmacherdienste geleistet. 1:0 siegten die Vinsebecker Teutonen damals gegen die Bredenborner Germanen und waren damit quasi der Königsmacher des TuS Bad Driburg. „Am Abend des 21. Mai 2020 stand die Meisterschaft fest“, erinnert sich Schneider als wäre es gerade gewesen.

Kamhuber-Terrasse

Der TuS-Fußballvorstand tagte am späten Freitagabend des 21. Mai 2010 beim damaligen Präsidenten Andreas Kamhuber, als sich die Nachricht von der Niederlage des unmittelbaren Konkurrenten in der Kurstadt verbreitete. „Wir saßen an diesem lauen Frühlingsabend auf der Terrasse unseres Präsidenten. Plötzlich vernahmen wir um 21.20 Uhr ein Hupkonzert. Die Geräusche kamen immer näher. Einige unserer Spieler hatten sich spontan organisiert und verkündeten die tolle Nachricht auf ihre Weise.“ Nach 15 Jahren Abstinenz waren die Blau-Gelben zurück in der Bezirksliga.

Posträuber-Feiern

„Die Party begann. Wir zogen zum damaligen Vereinslokal zum Posträuber. Immer mehr TuS-Anhänger und Menschen kamen.“ Es sei eine unvergessene Nacht geworden. Vier Tage vor Abschluss der Saison 2009/10 stand der blau-gelbe Express als Meister fest. Trotz eines anstrengenden Feier-Wochenendes legten die Driburger Protagonisten zwei Tage später los wie die Feuerwehr und siegten 4:0 gegen den SV Fürstenau/Bödexen. Sepp Kagerbauer habe sich danach als Feierbiest entpuppt.

Ohne Niederlage

Der Meistertrainer wollte die Saison mit seinen Meisterkickern ungeschlagen abschließen: 17 Siege und elf Unentschieden – das war am Ende die beeindruckende Abschlussbilanz. Der „Posträuber“ sei an jenen Sonntagen jeweils ein „Ballermann-Erlebnis-Park“ gewesen. Der Hit von Achim Reichel „Aloha Heja he“ sei mit Kapitän Sepp Kagerbauer und seiner Rudermannschaft wieder zum Leben erweckt worden. „Spitzenreiter, Spitzenreiter.“ Der damalige Vize-Präsident Andreas Dreyer stimmte immer wieder die Fans an.

Im Rathaus

„Nach dem letzten Spiel ging es ins Rathaus. Bürgermeister Burkhard Deppe gratulierte uns zur Meisterschaft und zum Aufstieg. Spieler und Verantwortliche trugen sich in das goldene Buch der Stadt Bad Driburg ein und wir ließen uns feiern“, blickt Schneider auf tolle Momente zurück. Wie von Kagerbauer gewünscht, wurde das Team auf einem provisorischen Rathaus-Balkon gefeiert. „Es war eine richtig geile Zeit“, blickt nicht nur Geschäftsführer Hans-Joachim Schneider immer wieder gerne zurück.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Die Meisterschaft des TuS Bad Driburg in der Saison 2009/10 war schon etwas ganz Besonderes: Das lag auch an den sportlich starken Auftritten, allerdings nicht nur.

Der blau-gelbe Express stellte im Frühjahr 2010 einen Feier-Rekord auf. Die Aufstiegs-Helden von der Iburg waren nicht nur auf dem Platz unschlagbar. Über Wochen hatten sie dem Titel entgegengefiebert. Am Abend des 21. Mai 2010 brachen vier Spieltage vor Abschluss alle Dämme. Der TuS war am Ziel seiner Träume angelangt. 15 Jahre hatten sie darauf hingearbeitet und alle Rückschläge weggesteckt. Sie hatten immer an sich geglaubt und intensiv an der Verwirklichung des Ziels gefeilt.

Die Aufstiegs-Geschichte des TuS ist auch zehn Jahre danach beeindruckend. Kaum eine andere Meisterschaft im Fußballkreis Höxter ist so gewünscht gewesen, so gezielt verfolgt und so ausgiebig gefeiert worden. Ein Team im wahrsten Wortsinn hat in der gesamte Stadt Bad Driburg ein Wir-Gefühl erzeugt.

Früher war nicht alles besser – der Titelgewinn und die anschließenden Feierlichkeiten der Blau-Gelben um Trainer-Legende und Feier-Biest Sepp Kagerbauer waren es. Der Meister-Jahrgang 2010 des TuS hat Geschichte geschrieben.

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