Sieben-Kontinente-Sportserie: Organisator Jan Braun im Gespräch
Ein eigener Brunnen in Äthiopien

Kreis Höxter (WB/syn). Laufen, Radfahren, Walken, Wandern, Skaten oder Schwimmen? Egal, Hauptsache bewegen! Das ist das Motto der virtuellen Sieben-Kontinente-Sportserie, die der Paderborner Jan Braun ins Leben gerufen hat. Zahlreiche Aktive aus dem Kreis Höxter sind regelmäßig mit dabei. Mit dem Chef-Organisator hat WESTFALEN-BLATT-Redakteurin Sylvia Rasche gesprochen.

Freitag, 11.09.2020, 06:00 Uhr
Jan Braun (Nummer 239) ist der Erfinder des 7CRun. Beim Iburg-Bergfest hat er den 3000-Meter-Lauf seiner Altersklasse gewonnen. Foto: Sylvia Rasche
Jan Braun (Nummer 239) ist der Erfinder des 7CRun. Beim Iburg-Bergfest hat er den 3000-Meter-Lauf seiner Altersklasse gewonnen. Foto: Sylvia Rasche

 

Herr Braun, Ihre Idee des 7CRuns ist im wahrsten Wortsinn ein Renner. Mehr als 20 000 Teilnehmer haben in den ersten drei Kontinent-Etappen fast 320 000 Kilometer zurück gelegt. Hatten Sie damit gerechnet?

Jan Braun: Nein. Ich bin sehr positiv überrascht. Besonders schön ist, dass wir in der dritten Staffel für Nordamerika, die am Sonntag zu Ende gegangen ist, zwar weniger Kilometer aber mehr Teilnehmer hatten. Das heißt, dass wir immer mehr Breitensportler erreichen. Auf diese Entwicklung bin ich besonders stolz. Wir haben im Nordamerika-Zeitraum 20 Prozent Zuwachs der Aktivitäten gehabt. Das ist das richtige Signal.

 

Sie sind nicht nur Organisator, sondern auch Teilnehmer. Wie sieht Ihre persönliche Bilanz aus?

Braun: Ich habe einen besonderen Duathlon ausprobiert, um zu sehen, wo meine persönliche Grenze liegt. An zwei Tagen wollte ich 200 Kilometer mit dem Rad fahren und einen Halbmarathon laufen. Das habe ich geschafft, war danach aber völlig platt und habe jetzt noch mehr Respekt vor den Leistungen der Ultrasportler als vorher schon. Ansonsten arbeite ich mit der Extremläuferin Tanja Braun und der Speedskating-Weltmeisterin Claudia Maria Henneken an unserem Projekt „10 000 plus“. Wir wollen mit Laufen, Inlineskaten und Radfahren in den sieben Staffeln zusammen mehr als 10 000 Kilometer schaffen. Auch wenn Tanja jetzt verletzt und Maria ein paar Tage krank war, liegen wir im Soll und werden das schaffen.

 

Sie hatten zunächst mehrere Spendenprojekte gestartet, wollen sich nun aber auf weniger Aktionen beschränken. Was liegt ihnen besonders am Herzen?

Braun: Wir werden ab der nächsten Staffel nur noch zwei Spendenprojekte und eine Crowdfunding-Aktion haben. Einmal unterstützen wir das weltweite Projekt „Free to run“, das sich für Mädchen und Frauen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzt. Das andere ist ein eigenes Brunnenbauprojekt in Äthiopien in Zusammenarbeit mit der Neven-Subotic-Stiftung. Wir wollen bis zum Ende des 7CRuns 10 000 Euro sammeln. Dann können wir in Äthiopien eine eigenen Brunnen bauen und damit nachhaltig etwas bewegen. Den ersten Scheck über 2400 Euro haben wir der Stiftung in Dortmund schon überreicht.

Das Crowdfunding betrifft uns selbst. Die Teilnahme am 7CRun ist für die Sportler kostenlos. Dadurch, dass wir so groß geworden sind, fallen aber auch mehr Kosten an, die gedeckt werden müssen. Wir möchten auch weiterhin kein Startgeld erheben und haben uns daher für diesen Weg entschieden.

Sie sind an zwei Wochenende in Folge im Kreis Höxter unterwegs. Am vergangenen Sonntag waren Sie erstmals beim Iburg-Bergfest zu Gast. Wie haben Sie die Veranstaltung erlebt?

Braun: Sehr gut. Ich bin regelmäßig beim Bad Driburger Brunnenlauf dabei und wusste daher schon, dass mich ein gut organisiertes Sportfest und ein total sympathisches Veranstalter-Team erwartet. Es ist in Corona-Zeiten eine Herausforderung, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Es war sehr angenehm, dort zu laufen. Dass ich in meiner Altersklasse den 3000-Meter-Lauf gewonnen habe, hat mich natürlich zusätzlich gefreut. Die Kilometer habe ich am Abschlusstag dann auch noch in die 7CRun-Wertung eingetragen...

 

An diesem Sonntag folgt ein Lauf-Event auf der Rennestrecke des Bilster Berges. Gibt es noch freie Plätze?

Braun: Ja. Wer mitlaufen möchte, kann sich noch bis Samstag um 22 Uhr online unter www.bilsterberg-ruft.de anmelden. Bisher sind sehr starke Läufer dabei, so dass ich von einem spannenden Rennen ausgehe und mich sehr auf den Sonntag freue. Wir starten wegen der Corona-Regeln in mehreren Gruppen.

 

Kommen wir noch mal zurück zum 7CRun. Vier Kontinent-Etappen für Südamerika, Asien, Australien und die Arktis stehen im 7CRun noch aus. Was wünschen Sie sich ?

Braun: Dass wir weiter so viele Breitensportler dazu bewegen, aktiv zu sein. Die letzte Staffel, die Arktis, endet Anfang Januar. Weil das Konzept so gut angekommen ist, machen wir aber auch 2021 weiter. Dann allerdings in einem neuen Format, das noch weitgehend geheim ist. Ich kann aber schon mal so viel verraten, dass es das ganze Jahr laufen soll und die Abstände zwischen den einzelnen Etappen verringert werden. Wir merken auch jetzt, dass sich unsere Teilnehmer auch in den Zeiten, in denen die Challenge nicht läuft, über unsere Gruppen in den sozialen Netzwerken austauschen. Das ist sehr schön zu sehen.

 

Der erfolgreiche Paderborner OsterSOLOlauf und der 7CRun waren Ihre Ideen. Und sicher nicht die letzten...

Braun: ...das stimmt. In Zusammenarbeit mit IT-Unternehmen aus dem Kreis Paderborn entwickeln wir derzeit eine Serien-App. Damit können Laufserien, wie zum Beispiel der Hochstift-Cup, in der kommenden Saison in jedem Fall stattfinden, auch wenn es wegen Corona keine Großveranstaltung geben sollte. Jeder könnte dann mit der App die Originalstrecke in einem bestimmten Zeitraum alleine laufen und am Ende lassen sich die Sieger ermitteln. Noch ist die App nicht ganz fertig. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir sie noch im Herbst präsentieren können.

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