Fußball-Bezirksliga: Viktor Schmidt fühlt sich als Neuzugang sehr schnell wohl beim SV Dringenberg
Viel mehr als ein Torjäger

Dringenberg (WB). Viktor Schmidt ist die neue Sturmhoffnung des SV Dringenberg. Der 32-Jährige ist im Burgdorf bestens angekommen und setzt sich gleich ambitionierte Ziele mit dem Bezirksliga-Klub: „Eine erfolgreiche Saison spielen, so dass eine Platzierung unter den ersten drei erreicht wird.“ So steht es schwarz auf weiß auf der SVD-Homepage. Und hinter dieser Aussage steckt eine ordentliche Portion Überzeugung.

Samstag, 19.09.2020, 05:00 Uhr
Der Neu-Dringenberger Viktor Schmidt (rechts) behauptet den Ball vor Steinheims Lukas Plat. Mit dem SVD will der Familienvater, der in Eissen lebt, möglichst weit oben in der Bezirksliga landen. Foto: Rene Wenzel
Der Neu-Dringenberger Viktor Schmidt (rechts) behauptet den Ball vor Steinheims Lukas Plat. Mit dem SVD will der Familienvater, der in Eissen lebt, möglichst weit oben in der Bezirksliga landen. Foto: Rene Wenzel

„Ich habe das nicht einfach ohne Grund geschrieben. Mit Beverungen habe ich zweimal um den Aufstieg gespielt. Und das waren die beiden mit Abstand besten Jahre bisher als Fußballer. Mit der Qualität des Kaders können wir es mit Dringenberg schaffen. Ich möchte dieses Gefühl gerne noch einmal erleben“, sagt Schmidt. Wenn der 32-Jährige über seine Wünsche spricht, könnte man denken, er plane bereits das Ende seiner fußballerischen Laufbahn. Doch der Eindruck ist falsch. Er ist noch nicht fertig. Seine Zeit auf dem Platz hört ganz sicher nicht im nächsten oder übernächsten Sommer auf.

„Der wichtigste Faktor ist, dass man verletzungsfrei bleibt. Wenn ich weiterhin so fit bin, möchte ich schon noch drei, vier Jahre spielen. Dann ist die Lebenssituation eine andere und man konzentriert sich auf andere Sachen“, sagt Schmidt, der mit seiner zwei Monate alten Tochter und seiner Frau in Eissen lebt. Nur 17 Minuten vom Burgstadion in Dringenberg entfernt. Seiner seit Sommer neuen fußballerischen Heimat. Ein echter Dorfverein, wie ihn Schmidt bisher noch nicht kennengelernt hat.

Spvg. Brakel, SV Höxter, FC Blau-Weiß Weser und TuS Bad Driburg – mit seinen bisherigen Stationen ist der SVD nicht zu vergleichen. „Der Verein und das ganze Umfeld sowie die Mannschaft sind sehr sympathisch. Das Ankommen war relativ einfach. Die ersten Eindrücke sind durchweg positiv“, sagt der Torjäger.

Schmidt kickt seit etwas mehr als zwei Monaten für die Blau-Gelben. Der Cousin seiner Frau, Thomas Rex, und dessen Vater Bernward Rex sprachen erstmals mit Schmidt über einen möglichen Wechsel nach Dringenberg.

„Es hat gut gepasst, da ich gerne nochmal in der Bezirksliga spielen wollte. Und dann hat es sich nach einigen Gesprächen so ergeben“, sagt der 32-Jährige, der in seinen ersten Wochen im neuen Klub eine Phase mit Höhen und Tiefen erlebte.

Doch insgesamt überwiegen dann die positiven Erkenntnisse. Und so kann man den Berufsschullehrer auch mal nach einer Zwischennote fragen… „Tendenziell würde ich uns aufgrund der Leistungssteigerung die Note zwei geben“, antwortet Schmidt.

Der Angreifer analysiert die aktuelle Situation ganz genau. Er redet vertieft über einzelne Situationen. Schmidt ist nicht der Typ, der nach einer Niederlage nur zehn Minuten benötigt und dann wieder lachen kann. Der 32-Jährige hadert viel. Was hätte man besser machen können? Warum habe ich in dieser Situation nicht anders entschieden? Es sind Fragen, die den Familienvater an einem Sonntag oft noch etwas länger begleiten. „Das raubt mir dann oft den Schlaf, da ich nochmal das ganze Spiel reflektiere. Da ist es egal, ob wir gewonnen oder verloren haben“, erklärt Schmidt. Druck macht er sich dabei aber nicht.

In Dringenberg fordern die Verantwortlichen nicht permanent Tore. Der 32-Jährige ist viel mehr als nur ein Torjäger. „Wichtig ist, dass wir in der Tabelle nach 30 Spielen weit oben stehen. Und nicht ich in der Torschützenliste. Natürlich wird ein Angreifer in der Regel an Toren gemessen. Aber für mich gehört da viel mehr dazu“, sagt der Eissener. Schmidt legt Buden auf, unterstützt in der Rückwärtsarbeit gegen den Ball und wenn es passt, netzt er ein.

So wie zuletzt dreifach beim 8:0-Sieg gegen den TSC Steinheim. „Das dürfen wir jetzt aber nicht zu hoch bewerten, da wir fünf Tore in den letzten 15 Minuten gemacht haben“, meint Schmidt, der mit seinem Team auch gegen den SV Eintracht Jerxen-Orbke am Sonntag siegen will: „Wir wollen beweisen, dass uns einige Trainer zurecht vor der Saison zu den Aufstiegskandidaten gezählt haben.“

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