Extrem-Hindernislauf: Amelunxer Filip Radamm feiert EM-Premiere in Polen
Sogar der Titelträger fällt durch

Amelunxen (WB). »Das war richtig hart«, fasst Filip Radamm, Extrem-Hindernisläufer aus Amelunxen seine OCR-Europameisterschafts-Premiere in Polen zusammen. Mit dem »Team Germany« durfte er beim Großereignis an der Ostsee dabei sein.

Dienstag, 23.07.2019, 06:00 Uhr
Der Amelunxer Filip Radamm (Bildmitte, rotes Trikot) hangelt am Hindernis entlang. Knapp 60 der 68 Hürden hat er bei seiner EM-Premiere genommen und will zukünftig verstärkt an der Technik arbeiten. Foto:
Der Amelunxer Filip Radamm (Bildmitte, rotes Trikot) hangelt am Hindernis entlang. Knapp 60 der 68 Hürden hat er bei seiner EM-Premiere genommen und will zukünftig verstärkt an der Technik arbeiten.

Dabei war das Event für Filip Radamm auch ein kleines Heimspiel. Nur eine Autostunde vom Austragungsort Gdynia entfernt ist er aufgewachsen, bevor er 1993 mit seiner Familie nach Deutschland kam. »Es leben immer noch Freunde und Verwandte dort. Die habe ich natürlich besucht und durfte auch bei einem Fußballturnier meiner Heimatmannschaft FC Sominy mitkicken. Wir sind sogar Zweiter geworden«, berichtet der Amelunxer.

Doch sein eigentlich Ziel der Reise war die OCR (Obstacle Course Racing) Europameistersterschaft, für die er sich in Trendelburg beim LakeRun qualifiziert hatte. 17 Kilometer gespickt mit 68 anspruchsvollen Hindernissen musste er dabei bewältigen. »Eigentlich waren 15 Kilometer und 60 Hindernisse ausgeschrieben, aber der polnische Verband hat noch eine Schüppe drauf gelegt«, lacht der Familienvater. Die 35 Grad am Wettkampftag schlauchten die Sportler zusätzlich.

»Mein Ziel zunächst war: Hauptsache das rote Band behalten. Jeder Läufer bekam eins vor dem Start umgebunden und sobald man an einem Hindernis scheiterte, wurde das Band durchgeschnitten«, berichtet Filip Radamm. Im Schnitt kamen alle 250 Meter schwere Aufgaben auf ihn zu. »Die Hindernisse bestanden oft aus Seilen. Das ist nicht gerade mein Steckenpferd.« Zur Verdeutlichung schildert der Amelunxer eine Dreier-Kombination: »Zunächst musste ich mich an einem Seil zu einem Netz hochhangeln, dann mit Klettergriffen unter diesem Netz durch- und wieder hochklettern. Im nachfolgenden dritten Teil des Hindernisses musste ich mich mit Handgriffen in der Luft schwebend und ohne die Füße zu benutzen ans Ende hangeln.« Hier versagte ihm zwei Meter vor Vollendung des Hindernisses die Griffkraft.

»Da habe ich gemerkt, dass Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit alleine nicht ausreichen. Es kommt auch auf Technik und Erfahrung an.« Davon habe er in zwei Jahren in dieser Sportart noch nicht genug gesammelt, zeigte sich der Amelunxer selbstkritisch.

Die EM sei eben für Profis konzipiert. »Ich habe neben Familie, Beruf und Studium einfach zu wenig Zeit zum Training gehabt«, meint Filip Radamm, der am Ende zwar trotzdem knapp 60 der 68 Hindernisse meisterte, damit aber nicht in die Wertung kam. Nur wer alle Hindernisse überwindet, findet sich in der EM-Wertung wieder. Das waren diesmal übrigens nur 40 Prozent der Starter – sogar der Titelverteidiger schaffte es nicht!

»Sollte ich mich erneut für die Europameisterschaften qualifizieren, werde ich mehr an meiner Technik arbeiten und das Training intensivieren«, hat sich Filip Radamm fest vorgenommen. Zeit genug dafür habe er, schmunzelt der 35-Jährige. »Der älteste Teilnehmer war 55. Also bleiben mir noch 20 Jahre, um mich zu verbessern...«

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