Fußball: Die SG Bühne/Körbecke hat die B-Liga-Süd von hinten aufgerollt
Siegesserie nach Fehlstart

Bühne/Körbecke (WB). Sie haben den „Titel“ geholt, aber keine T-Shirts bedruckt, keine Feierfotos geschossen und sowieso nicht gefeiert. Der Aufstieg des B-Liga-Südmeisters SG Bühne/Körbecke in die Kreisliga A ist in Corona-Zeiten anders verlaufen als es normalerweise der Fall gewesen wäre.

Dienstag, 21.07.2020, 05:00 Uhr
Im Topspiel hat sich die SG Bühne/Körbecke (Mitte: Alex Hengst) gegen den FC Großeneder/Engar (rechts: Jonas Rathmann, der künftig für die Spielgemeinschaft in der A-Liga kicken wird) durchgesetzt. Foto: Sylvia Rasche
Im Topspiel hat sich die SG Bühne/Körbecke (Mitte: Alex Hengst) gegen den FC Großeneder/Engar (rechts: Jonas Rathmann, der künftig für die Spielgemeinschaft in der A-Liga kicken wird) durchgesetzt. Foto: Sylvia Rasche

„Wir freuen uns, dass wir es geschafft haben, wenn auch nicht spielerisch“, sagt Trainer Dieter Olejak. „Als Aufsteiger wird es in der A-Liga sehr schwer für uns werden, doch mit den Neuzugängen und dem eingespielten Kader haben wir eine Chance“, hofft der Bühner. Dabei hat die Spielgemeinschaft erst Ende Juni mit einem leichten Training begonnen. Ab dieser Woche sollen drei Einheiten pro Woche absolviert werden. „Die Gesundheit ist das höchste Gut und geht vor. Da muss im Ernstfall der Fußball hinten anstehen“, positioniert sich der Familienvater ganz klar.

Rückrunde 18/19 ohne Niederlage

Beim Blick zurück spielt sogar noch die Rückserie 2018/2019 eine Rolle, da wurde kein einziges Spiel verloren. Mit nur einem Punkt Rückstand landete das Team auf Platz zwei hinter dem Meister SuS Gehrden/Altenheerse. Auf diese tolle Leistung wollte die Mannschaft aufbauen. Sie ging als Favorit in die Saison 2019/2020. „Wir haben uns wohl zu sicher gefühlt und hatten letztlich am vierten Spieltag drei Niederlagen auf dem Konto“, so Olejak. Gegen den SV Herste, den SV Daseburg und den TuS Willebadessen gab es jeweils 1:2-Niederlagen. Kurz Luft geholt hatten die Bühne-Körbecker beim 11:0 gegen die SG Scherfede/Rimbeck/Wrexen II am dritten Spieltag. Als Elfter mit gerade einmal drei Punkten fuhr das Team am fünften Spieltag nach Niesen, die Mannschaft von Jörg Mackenbach war mit einem Zähler Tabellenschlusslicht. „Wir haben dort auch nicht gut gespielt, aber in elf Minuten drei Tore gemacht, das war es dann“, erinnert sich Dieter Olejak. Die Gäste siegten 3:1 und das war im Rückblick die Wende. Ab dem sechsten Spiel zeigte das Team seine Qualität. So wurde beispielsweise bei der SG Dalhausen/Tietelsen-Rothe ein 0:2-Rückstand in einen 5:3-Sieg umgemünzt.

Topspiele gewonnen

Als Höhepunkte der Saison sieht der Trainer die Partien gegen den ärgsten Verfolger, den FC Großeneder/Engar, welches 3:1 gewonnen wurde. Der FC stand bei Saisonabbruch punktgleich mit Bühne/Körbecke auf Rang zwei, hatte allerdings bereits ein Spiel mehr absolviert. Und das Flutlichtspiel gegen die SG Nörde/Ossendorf bei dem sie das 0:1 in ein 2:1 drehten. Nach der Einwechslung von Ulrich Redeker schoss dieser in der 91. Minute das 3:1 und in der 93. verkürzte Nördes Dennis Weiffen noch auf 3:2. „Außer gegen Willebadessen haben wir gegen alle Topteams gewonnen“, weiß Olejak. Der FC Großeneder/Engar und der TuS Willebadessen, aber auch die SG Nörde/Ossendorf und der VfR Borgentreich II hielten den Spitzenkampf spannend. „Der FC und der TuS sind sehr heimstark“, betont Olejak.

Zwei 11:0-Siege

Dreizehn Siege in Folge standen nach dem verkorksten Start auf der Habenseite. Sieben Siege und eine Niederlage gab es auf eigenen Plätzen, sieben Siege und zwei Niederlagen wurden auswärts erspielt. Die höchsten Erfolge gelangen jeweils mit 11:0 gegen Scherfede und später gegen den SV Dringenberg II. Die meisten Tore sahen die Zuschauer in Hohenwepel, die Partie endete mit 3:9 für den späteren Meister.

„Verdienter Aufstieg“

„Wenn man sich dies alles anschaut, glaube ich schon, dass wir es verdient haben aufzusteigen“, resümiert Olejak, der die Mannschaft im Sommer 2018 übernahm. Mit dem Torverhältnis von 82:20 Toren hat das Team den besten Angriff der Süd-Liga und die zweitbeste Abwehr. Da lag nur Willebadessen bei einem Spiel mehr und 19 Treffern vor der SG. Einige Nachlässigkeiten sah der Trainer mit kritischem Auge, er hätte gern weniger Gegentore notiert. Aber es gab mit Jan Ischen auch nur einen „echten“ Torhüter, ein paar Mal musste Marc Niemeier zwischen die Pfosten und auch Heiko Weber half zweimal aus. Das Problem wird es zur neuen Serie nicht geben, denn Björn Friedrichs (von der SG Scherfede/Rimbeck/Wrexen) wurde als zweiter Torwart verpflichtet. Mit Jonathan Kornhoff (SV Heide Paderborn), Jonas Rathmann (FC Großeneder/Engar) und Heiko Rasche (VfR Borgentreich) wird der bisher eher kleine Kader weiter aufgewertet.

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